Brustamputation aus Angst vor Krebs?

brust amputation
Brust Amputation wegen Krebs?!
Foto: iStock.com

Brustamputation

Derzeit sprechen alle über US-Schauspielerien Angelina Jolie und ihre mutige Entscheidung zur Brust-Operation. Aber sie ist nicht die Einzige.

US-Schauspielerin Angelina Jolie, 37, hat sich beide Brüste amputieren und künstlich wieder aufbauen lassen - aus Angst vor einer Krebserkrankung. Nun will sie sich auch die Eierstöcke herausoperieren lassen. Und sie spricht ganz offen darüber. Jüngst erschien in der "New York Times" ein Artikel, in dem sie begründet, warum sie sich so entschieden hat: Ihre Mutter, der sie sehr nahestand, starb mit 56 Jahren an Krebs. Und: Wegen eines Gen-Defekts wäre Angelina Jolie mit 87-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls an Brustkrebs erkrankt. Nun bleibt ihr ein Risiko von 5 Prozent. Angelina Jolie schreibt in ihrem Artikel: "Das Leben stellt viele Herausforderungen. Die, die wir kontrollieren können, sollten uns nicht ängstigen."

Nur: Kann man den eigenen Körper, die Krankheit Krebs wirklich kontrollieren? Wir alle neigen dazu, Wahrscheinlichkeiten mit Gewissheiten zu verwechseln. Hat Angelina Jolie nicht auch überstürzt gehandelt? "Sie hätte sich für den Weg einer engmaschigen Vorsorge entscheiden können", sagt Professor Claus Bartram, Direktor des Institutes für Humangenetik in Heidelberg. "Dann hätte sie einmal im Jahr zum Frauenarzt gehen und auch eine Mammografie machen lassen müssen."

Aber Angelina Jolie ist durch den Tod ihrer Mutter schwer belastet. Sie hat sie leiden sehen, war immer an ihrer Seite. "Und mit 87 Prozent Risiko ist ihr Risiko natürlich schon sehr hoch", so Bartram. Wie schrecklich, es zu kennen und damit leben zu müssen. Insofern kamen wir in der Redaktion zu dem Schluss, dass Angelina Jolie sehr mutig gehandelt hat, auch, indem sie den Schritt gewagt hat, offen über ihre OP zu sprechen - und so das sensible Thema ins öffentliche Bewusstsein zu holen.

Das spricht für eine Brustamputation: "Auch wenn es ein schwerwiegender Eingriff ist, handelt es sich bei der Amputation um die effektivste präventive Maßnahme", sagt Claus Bartram. "Einhergehen kann sie damit, dass Frauen sich die Eierstöcke entfernen lassen. Hier wirkt dasselbe Krebs-Gen wie bei Brustkrebs. Gleichzeitig können die Ärzte die Brust neu aufbauen."

Das spricht gegen eine Brustamputation: "Viele Frauen verknüpfen mit ihren Brüsten Teile ihres Selbstwertgefühls. Sie amputieren zu lassen, kann sie tief treffen - selbst wenn nach einem Wiederaufbau kaum ein Unterschied zu sehen ist", so Claus Bartram. Wer sich noch in der Familienplanung befinde, werde sich gegen die Entfernung der Eierstöcke entscheiden, lieber Vorsorge machen.

Kategorien: