Bundesregierung will giftige Tattoo-Farben verbieten

tattoo farbe
Tattoo-Farbe kann schädlich sein
Foto: Istock

Hässliche Narben, Infektionen oder Ekzeme - giftige Tätowier-Farben sind extrem gefährlich. Deshalb will die Bundesregierung jetzt ein strenges Verbot für giftige Tattowiermittel in ganz Europa durchsetzen.

In Deutschland gibt es rund 7000 Tattos-Studios. Die arbeiten nach strengen Regeln und Auflagen, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Neben legalen Studios gehen Experten von einer Dunkelziffer von rund 20000 illegalen Studios aus. In diesen Studios können Farben aller Art unter die Haut gestochen werden. Selbst vor Autolack machen manche Pfuscher keinen Halt!

Jetzt fordert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (57, CSU) eine europaweite Reglung für den Gebrauch von Tattoo-Farben. Der Bildzeitung liegt ein Schreiben der EU-Kommission vor, in dem er warnt: „Beim Tätowieren werden toxikologisch relevante Mengen an Tätowiermitteln in die lebenden Hautschichten eingebracht.“

Das Problem: Die in Deutschland verwendete Tinte kommt oft aus dem Ausland. Hier wird die Herstellung kaum kontrolliert. Schwermetalle, Ruß oder Autolack in der Farbe können die Folge sein. Klares Ziel ist daher ein Importverbot von giftigen Farben aus dem Ausland.

Die Kontrolle der teilweise illegalen Studios ist allerdings sehr schwer. Und auch selbst vertrauenswürdige Tätowierer können Farben mit giftigen Stoffen aus dem Ausland beziehen. Das macht es der Politik schwer. Ein erster Schritt muss die einheitliche Prüfung und ausreichende Beschriftung der Farben sein. Das will Schmidt jetzt auf den Weg bringen.

Wenn Sie sichergehen möchten, dann fragen Sie in Ihrem Tattoostudio ganz genau nach, welche Farben verwendet werden und, ob der Tätowierer die Inhaltsstoffe der Farbe kennt. Das ist keine Garantie, aber zumindest ein bisschen Selbstschutz.

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