Burger King Hygiene-Skandal: Welche Filialen sind betroffen?

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Abgelaufene Salate werden einfach umetikettiert.
Foto: RTL/Presse

Fast Food

Ein saftiges Stück Rindfleisch, eine zart schmelzende Scheibe Käse und ein frisches Blättchen Eisbergsalat. Die Werbeplakate der Fast-Food-Kette Burger King versprechen vollen Geschmack und ausnahmslose Frische. Auf Fast Food verzichten? Niemals. Bis jetzt. Denn was die RTL- Enthüllungs-Reportage „Team Wallraff-Reporter Undercover“ in bestimmten Burger-King-Filialen (Restaurants der Yi-Ko Holding GmbH des Franchisenehmers Ergün Yildiz) aufgedeckt hat, ist erschreckend.

Das Haltbarkeitsdatum wird einfach ignoriert

Das größte Problem: die Frische. Abgelaufene Lebensmittel sollen in den von Yildiz geführten Franchise-Unternehmen durch Umetikettierung als knackig verkauft werden. Aufgeschnittene Tomaten liegen mehreren Stunden unabgedeckt herum. Statt sie gegen frische auszutauschen, tauscht man hier lieber die Etiketten. Entsprechende Aufkleber werden ignoriert, rote Signalleuchten auch. Die Salate werden über das Haltbarkeitsdatum hinaus im Kühlregal gelagert, das Fleisch über Stunden hin weg warmgehalten. „Frisch vom Grill“ scheint nichts als eine PR-Maßnahme zu sein.

Zuerst in der Küche, dann auf der Toilette

Glücklich fühlen kann sich, wessen Fleisch nicht von Darmbakterien befallen ist. Nach Angaben des Team Wallraffs, tummeln sich diese nicht nur auf den Gäste-WCs sondern auch in der Küche. Grund dafür: das Allroundtalent der Mitarbeiter. Sie holen nicht nur die Pommes aus dem Frittierfett oder den Rodeo Burger von der Warmhalteplatte, sondern müssen auch die Toiletten reinigen. Wer jetzt erwartet, dass diese zumindest die Arbeitskleidung wechseln?! Fehlanzeige. Die Begründung, eine Reinigungsfirma sei zu teuer, stößt auf Unbehagen. In einigen Filialen mangelt es auch am Interieur. Einfache Küchengeräte fehlen. Arbeitsmaterial wird von Hand gespült, Dosen mit dem Messer geöffnet. In Yildiz Küchen fehlt es an allen Ecken und Enden, mit nur einem Ziel: Gewinnmaximierung.

Weder Zuschläge, noch Tariflohn

Das Team um Peter Wallraff wurde bei seinen Ermittlungen von einem ehemaligen Schichtleiter unterstützt, der sich undercover in einer von Yildiz geführten Filiale in München einschloss. In seinem Bewerbungsgespräch bekommt er sofort zu spüren, dass er weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld erhalten soll. Überstunden werden nicht bezahlt. Bei einem monatlichen Bruttolohn von 1.500 Euro: ein Hungerlohn. Das Skurrile: Bei seiner Übernahme soll Franchisenehmer Ergün Yildiz zugesagt haben, dass er seine Mitarbeiter nach Tarif bezahlen würde. Aus einem Mailverkehr geht hervor, dass auch Minijobber auf gesetzliche Ansprüche, wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, verzichten müssen.

Zwei Wochen vor Ausstrahlung hat RTL sowohl Ergün Yildiz wie auch Burger King international um eine Stellungnahme gebeten. Vergeblich. Die Berliner Zeitung hat eine Liste mit den von Yildiz geführten Filialen veröffentlicht.

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