Chris Evans: „Ich mag zärtliche Frauen“

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Foto: Getty Images

Star-Interview mit Chris Evans

Schauspieler Chris Evans startet gerade in Hollywood durch. Aber Berühmtheit ist ihm nicht so wichtig. Sein Ziel: lieben und geliebt werden.

Chris Evans sitzt allein an einem langen Konferenztisch in einem unterkühlten Hotelraum des „Beverly Hilton“ in Beverly Hills. Kein Presseagent, kein Manager im Raum. Das ist selten. Seine wachen, gutmütigen Augen und die Art, wie er auf jede Frage bescheiden antwortet, machen den 1,83-Meter-Mann auf Anhieb sympathisch. Das Berühmtsein scheint ihm nicht so zu liegen, er wirkt tief­gründig und stellt sich selbst immer wieder infrage.

Das klingt nicht gerade nach dem großspurigen Weltenretter, den er im zweiten Teil des Sci-Fi-Dramas „Captain America 2: The Return of the First Avenger“ (ab 27. März in den deutschen Kinos) neben Scarlett Johansson erneut spielt .

JOY: Captain America ist ein patriotischer Comic-Held, den es in den USA seit den 40er-Jahren gibt. Wie würden Sie ihn jemandem beschreiben, der ihn nicht kennt?

Chris Evans: Er will tun, was richtig ist, ein guter Mann sein. Und er stellt seine Bedürfnisse immer hinten an.

Sie hatten große Zweifel, ehe Sie 2010 für Teil eins zugesagt haben. Wie gehen Sie heute damit um?

Eigentlich wollte man mich für neun Marvel-Filme verpflichten, in denen ich als Captain America entweder in den gleichnamigen Blockbustern oder in der „Marvel’s The Avengers“-Reihe neben Iron Man und Co. auftrete. Wir einigten uns am Ende auf sechs. Bevor ich mich dazu verpflichtete, war meine große Sorge, dass sich mein Leben zu sehr verändert, wenn die Filme ein Erfolg werden. Mittlerweile bin ich entspannter, weil ich jetzt weiß, dass die gigantische Aufmerksamkeit in Wellen kommt. Sobald ein Film aus den Kinos verschwindet , kann ich wieder fast ein normales Leben führen.

Die nächste Welle rollt bald mit dem Actionfilm „Snow Piercer“ (ab 3.4.) an. Um was geht’s?

Der Science-Fiction-Streifen spielt in ferner Zukunft, in der die Erde von Eis überzogen ist. Nur wenige Menschen konnten sich in einen Zug retten, den „Snow Piercer“. Ich spiele Curtis, der im hinteren Zugteil, wo die Armen leben, eine Rebellion anzettelt.

Sie sagten einmal, ein Star sei ähnlich isoliert wie ein Superheld im Film. Erklären Sie das doch bitte genauer.

Man hat eine bestimmte Erwartung an sich selbst, die auch von anderen beeinflusst ist. Doch sie entspricht nicht der Realität und man läuft Gefahr, sich zu sehr von dem zu entfernen, wer man wirklich ist und was man tun möchte. Das zu verstehen, ist ein täglicher Kampf.

Scarlett Johansson sagt über Sie, dass Sie besonders sensibel seien und man mit Ihnen über alles reden könne. Was ist Ihr Lieblingsthema?

Spiritualität. Aber nicht im religiösen Sinn. Ich rede gern mit Menschen, die versuchen, das Leben zu verstehen und in einem größeren Zusammenhang zu sehen.

Sie sind Buddhist. Wie kamen Sie zu dieser Lehre?

Jeder von uns muss sich mit dem Leben und was es mit sich bringt auseinandersetzen. Für mich war es immer die Konfrontation mit meinem Ich, mit Gefühlen wie Traurigkeit, Stress und Angst. Als ich mit 17 Jahren „Siddhartha“ von Hermann Hesse gelesen habe, in der der Autor die Geschichte von der Erleuchtung Buddhas erzählt, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Damals wusste ich noch gar nicht, dass Buddhismus existiert, aber ich konnte mich sofort mit der Lehre identifizieren.

Wo ist Ihr Zuhause?

Ich lebe zwar in Los Angeles , bin aber oft in Boston, wo ich aufgewachsen bin. L. A. ist eine komplizierte Stadt, in der sich die eigenen Unsicherheiten besonders bemerkbar machen. In Boston zu leben hilft mir, ich selbst zu sein und mich daran zu erinnern, was mir wichtig ist.

Haben Sie neben der Schauspielerei noch mehr Talente?

Ich bin ein ganz guter Steptänzer. Überhaupt mag ich alle Arten von Tanz. Nach ein paar Drinks könnte es passieren, dass ich einfach aufstehe und loslege.

Die oberste Priorität in Ihrem Leben?

Beziehungen . Es geht nicht darum, was man erreicht hat und darstellt. Wenn ich alt bin und zurückblicke, wird es mir nicht wichtig sein, welche Filme ich gedreht und was für Preise ich bekommen habe. Oder was andere über mich denken. Es wird nur darauf ankommen, wen ich geliebt habe und wer mich geliebt hat.

Ihr Vater praktiziert als Zahnarzt, Ihre Mutter leitet ein Kindertheater. Inwiefern haben Ihre Eltern Sie geprägt?

Von meinem Vater habe ich gelernt, ein Mann zu sein. Vor allem seine Selbstlosigkeit, Rationalität und Gelassenheit imponieren mir. Meine Mutter ist ein bisschen lauter, kreativ und spontan. Ich finde, ich bin eine gesunde Mischung aus beiden. Ohne meine Mutter wäre ich kaum Schauspieler geworden und ohne meinen Vater wäre ich nicht fähig, einen klaren Kopf im teilweise oberflächlichen Showbusiness zu behalten.

Sie sind Single. Ihre Mutter sagte mal, dass Sie wohl ein guter Vater sein werden, aber zum Heiraten noch nicht reif genug seien …

(lacht) Meine Mutter ist eine sehr lustige Frau und man kann mit ihr sehr viel Spaß haben.

Wie sieht Ihre Traumfrau aus?

Sie müsste definitiv braune Haare haben und liebevoll zu Kindern und Hunden sein. Ich mag zärtliche Frauen.

Ihre Definition von Liebe ?

Jemanden zu lieben und geliebt zu werden, hat für mich vor allem mit Respekt zu tun. Wir alle verändern uns täglich. Es ist eine große Herausforderung, jemanden zu finden, mit dem man gemeinsam wächst und sich weiterentwickelt. Aber diese Art von Liebe hat meiner Meinung nach die größte Chance, lange zu halten.

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