Clusterkopfschmerz: Symptome & Therapie

clusterkopfschmerz
Der Clusterkopfschmerz hält selten länger als 90 Minuten an und kann bis zu acht Mal täglich auftreten.
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Kopfschmerzen

Experten geben Clusterkopfschmerzen neun von zehn möglichen Punkten auf der Schmerzskala. Damit gehört diese Form der Kopfschmerzen zu den schlimmsten bekannten Beschwerden - vor Migräne und Zahnbeschwerden.

Plötzliche Anfälle

Clusterkopfschmerz oder Migräne? Weil die Symptome denen einer Migräne ähneln, werden Clusterkopfschmerzen häufig damit verwechselt. Doch sie treten plötzlich auf, meist nachts, und dauern oft nur 15 Minuten oder eine Stunde an. Sich während eines Anfalls hinzulegen, verstärkt die Beschwerden noch. Auch Hausmittel gegen Kopfschmerzen haben bei Clusterschmerzen nur wenig Chance. : "Im Gegensatz zur Migräne ziehen sich die Patienten nicht in abgedunkelte Räume zurück, sondern sie haben während der Schmerzattacke einen erhöhten Bewegungsdrang", sagt Dr. Andreas Böger, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin und Leiter des "Clusterkopfschmerz-Competence-Centers" am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel.

Entzündete Blutgefäße

Die Ursachen sind bislang ungeklärt. Man weiß nur, dass der Nerv hinter einem Auge gereizt ist und sich die Blutgefäße im Gehirn entzünden. Die Entzündung wiederum ruft stechende Schmerzen hervor. Akute Anfälle werden entweder mit Sauerstoff-Inhalationen oder mit sogenannten "Triptanen", Migräne-Mitteln, behandelt. Die Medikamente dürfen jedoch wegen ihrer Nebenwirkungen nicht zu häufig eingenommen werden. Andere Arzneien können den Attacken vorbeugen - sie wirken aber nicht bei jedem.

Der Nerv beruhigen

Wenn Medikamente keine ausreichende Linderung bringen, kann nun ein kleiner Eingriff helfen: Dabei implantiert ein Chirurg unter Vollnarkose eine winzige Sonde in die Kieferhöhle. Sie endet genau an dem Nervenbündel, das die Beschwerden verursacht. Mit einer Fernbedienung in der Größe eines Mobiltelefons kann dort später während einer Attacke ein elektrischer Reiz ausgelöst werden. "Das Signal führt dazu, dass die Nervenbotenstoffe herabgesetzt werden, die bei der Übertragung der Schmerzimpulse eine Rolle spielen", erklärt Dr. Böger. Mit großem Erfolg: "Rund 85 Prozent der Attacken können von der Sonde unterdrückt werden. Viele Patienten sind dadurch komplett schmerzfrei geworden."

Wichtig: Bei chronischem Clusterkopfschmerz übernehmen die Krankenkassen sämtliche Kosten für die Operation und das Gerät.

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