Coole Verlierer: Warum die coolen Kids später oft als Verlierer enden

coole verlierer

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Eine Studie beweist: Die Letzten werden die Ersten sein

Die beliebten, coolen Kinder aus Schulzeiten enden oft als Verlierer. Viele vermuteten das schon lange - eine neue Studie beweist es jetzt.

Sie war die erste von den Mädchen, die geschminkt zur Schule kam. Sie sah toll aus (so erwachsen durch die Schminke) und hatte auch schon ganz früh einen festen Freund.

Er wurde von allen bewundert. Seine Hosen hingen bis in die Kniekehlen, er hatte immer, wirklich immer, Kopfhörer mit der neuesten Musik in den Ohren, war jedes Wochenende auf Partys und konnte saufen, wie ein Loch.

Tja, die coolen Kids von damals... was ist aus denen wohl geworden? Wahrscheinlich nichts - das behauptet zumindest eine neue Studie.

Viele von uns haben es doch schon vermutet. Denn dank Facebook und Co. können wir unsere ehemaligen Mitschüler ganz gut im Auge behalten. Ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass viele von den besonders Coolen irgendwie nicht weit gekommen sind? Viele von ihnen hängen immer noch im Heimatdorf rum. Sie haben immer noch die selben Freunde wie früher - was an sich schön ist, aber es kommen auch keine neuen Freunde dazu. Sie posten oft Partybilder, hängen in einem perspektivlosen Job fest (wenn sie überhaupt einen Job haben, nachdem sie ihre Ausbildung zwei mal abgebrochen haben).

Wissenschaftler der University of Virginia haben die Ergebnisse ihrer neuesten Studie im Fachblatt "Child Development" veröffentlicht und bestätigen damit genau diese Beobachtungen.

Denn sie fanden heraus, dass die beliebten Kinder aus Schulzeiten meist ein "pseudoerwachsenes Verhalten" zeigten. Sie tranken Alkohol, rauchten, die Mädchen schminkten sich besonders früh, die Jungs gingen ins Fitnessstudio pumpen... sie benehmen sich älter, um beliebter zu sein und bewundert zu werden.

Doch dieses pseudoerwachsene Verhalten hat einen Nachteil: Irgendwann ziehen die anderen Kinder nach, werden auch erwachsen. Dann müssen sich die coolen Kinder steigern, um weiterhin herauszustechen. Und das führt später zu Problemen.

Ab einem gewissen Alter ist einfach nicht mehr das gleiche cool, was früher cool war. Betrunken zu sein war als Teenager noch etwas Gewagtes und Aufregendes. Als Erwachsener ist es nur noch peinlich. Doch das merkt man nicht unbedingt. "Früher fanden das doch alle lustig, warum jetzt nicht mehr?!"

Viele der ehemals beliebten Kids neigen später zu (überhöhtem) Drogen- und Alkoholkonsum und zu kriminellem Verhalten. Auch ihre Sozialkompetenzen leiden: sie können nur schwer enge Beziehungen, wie gute Freundschaften und tiefe Liebesbeziehungen, eingehen.

Für die Studie wurden 184 13-jährige Jugendliche für zehn Jahre bis zum Alter von 23 Jahren beobachtet, darunter 86 Jungen und 98 Mädchen. Bei diesen Testpersonen war der Zusammenhang zwischen "pseudoerwachsenem Verhalten" in Teenagerzeiten und sozialen Problemen im jungen Erwachsenenalter sehr auffällig.

Allerdings geben die Forscher selbst zu, dass die Studie wahrscheinlich zu klein war, um wirklich bahnbrechend aussagekräftige Ergebnisse zu liefern. 184 Personen sind eigentlich zu wenig, außerdem gingen alle Testpersonen auf die selbe Highschool.

Die Studie in einem größeren Rahmen zu wiederholen, ist nach diesen Ergebnissen aber geplant.

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