Curaçao: Karibik für Einsteiger

curacao
Willemstad auf Curaçao erinnert an das holländische Amsterdam.
Foto: © adrian beesley - iStockphoto.com

Reise

Einmal auf Puderzucker-Sand träumen. Im türkisgrünen Wasser plantschen ... Laura-Autor Bernhard Hobelsberger erfüllte sich den Traum. Er entdeckte auf Curaçao Exotisches - und ein kleines Stückchen Holland.

Schon witzig, irgendwie. Da jettet man zehn Stunden in die Karibik, klettert aus dem Flieger in die helle Tropensonne - und fragt sich, ob der Pilot nicht aus Versehen die Niederlande angesteuert hat. Denn die altholländischen Kaufmannshäuser, die sich mit ihren barocken Giebeln und Satteldächern an der Hafenfront von Willemstad drängen, könnten ebenso gut an den Grachten von Amsterdam stehen. In Vanille, Himbeere, Banane und anderen niedlichen Eiscremefarben leuchtet dieses Kolonialerbe über dem tiefblauen Wasser der Sint Annabaai. Ein perfekter Ort, um ohne Kulturschock in das Leben dieser Antilleninsel einzutauchen! Gleich am nächsten Tag schieben wir uns durch Otrobanda, den westlichen Teil der Altstadt: ein karibisches Urlaubsbonbon aus verwinkelten Gassen, bevölkert von üppigen Insulanerinnen, die im sanften Wiegeschritt ihre Einkäufe erledigen. Am schwimmenden Markt schuppen Männer Snook-Fische, Händler reichen Obst und Gemüse aus ihren Booten. Dass es auf der Antilleninsel nicht immer so heiter-friedlich abging, verrät die Kanonenkugel, die wir in den Gemäuern von Fort Amsterdam entdecken. Ein Überbleibsel der britischen Belagerung aus dem Jahr 1804.

Im Marsche Bieuw, einer früheren Markthalle, stillen wir unseren Hunger. An einfachen Holztischen sitzen Taxifahrer, Fischer, Geschäftsleute und eine Handvoll Touristen zusammen und lassen sich herzhafte kreolische Spezialitäten schmecken. Die werden von wohlbeleibten Köchinnen für wenige Gulden auf Holzfeuern zubereitet. Zum Glück erweist sich meine Banknachbarin als hilfsbereit und übersetzt die Tageskarte, die in der Landessprache Papiamento abgefasst ist. "Kadushi bedeutet Kaktussuppe, und Kabritu Stoba steht fur geschmortes Ziegenfleisch. Beides sehr lecker! Genau wie die kreolische Küche spiegelt der heimische Dialekt die Einflusse wider, die sich der Insel eingeprägt haben. Ursprünglich von einem Indianerstamm, den Arawaks, bewohnt, wurde Curaçao 1499 durch einen Leutnant von Christoph Kolumbus entdeckt. Später nahmen die Holländer die Insel in Besitz und benutzten sie als Stützpunkt für ihren Sklavenhandel. Es folgten sephardische Juden, die vor der Inquisition flüchteten, Händler aus dem nahen Venezuela, in jüngster Zeit Arbeiter aus Indien und China, die ihr Glück in Erdölraffinerien suchten. Die meisten Neulinge ließen sich in Willemstad nieder, wo bis heute der Großteil der 150.000 Insulaner lebt. Auch das macht Abstecher über die Insel so reizvoll. Denn sobald die alte Kolonialstadt im Rückspiegel unseres Mietwagens verschwindet, breitet sich links und rechts der Landstraßen eine fast menschenleere Weite aus. Erst allmählich steigt die Landschaft, struppig grün und mit Kakteen und Aloepflanzen durchsetzt, bis zu überraschenden Höhen auf. Aus dem Grün ragen vereinzelt stattliche alte Plantagenhäuser, die wie Schlösser auf Hügeln thronen. Manche, wie das Landhuis Knip im Westen der Insel, beherbergen liebevoll gestaltete Kolonialmuseen; in anderen Herrensitzen haben sich kleine Hotels oder schicke Restaurants einquartiert.

Am spektakulärsten sind die Farbtupfer in Blau und Türkis, die neben der Straße leuchten: lauter versteckte Buchten mit zauberhaften Stränden - mehr als 40 tropische Traumexemplare, sogenannte Bocas, schmiegen sich vor allem an die Süd- und Westküste der Insel. Den Boca Kenapa im Nordwesten teilen wir uns am nächsten Tag mit einer Gruppe holländischer Urlauber, neben denen wir unser Handtuch ausbreiten. Der Sand ist so fein, dass er unter unseren Füßen quietscht, und so hell, dass man eine Sonnenbrille braucht, wenn man nach unten sieht. Begeistert stürzen wir uns ins glasklare Wasser und lassen uns schnorchelnd treiben. Schwärme blaugelber Doktorfische und orangefarbene Clownfische ziehen vorüber. Curaçao ist auch unter Wasser ein Paradies!

Reiseinfos Curaçao

Flug: Als einzige Fluglinie fliegt Air Berlin einmal wöchentlich nonstop von Deutschland (Düsseldorf) nach Curaçao. Tickets gibt es ab ca. 530 Euro im Internet (airberlin.com), über die Hotline (Tel.: 018 05/73 78 00, 0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunkpreis: 42 Cent/Min.) oder über das Reisebüro.

Pauschal: L'TUR bietet für den Dezember 2012 Flug plus 7 Tage Ü/F im DZ eines Vier-Sterne-Hotels auf Curaçao (Cabana Beach) ab 1469 Euro pro Person an. Buchbar unter www.ltur.de oder im Reisebüro.

Infos: Fremdenverkehrsamt Curaçao, c/o Inter-Connect Marketing, Arnulfstraße 31, 80636 München, Tel.: 089/517 03-0, E-Mail: info@curacao.de, Internet www.curacao.de

Kategorien: