Darf ich mich in einen verheirateten Mann verlieben?

verliebt in verheirateten mann
Unendlich schwierig: die Liebe zu einem verheirateten Mann.
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Inhalt
  1. Die Liebe hat nichts mit dürfen zu tun
  2. Männer beugen sich der vermeintlichen Pflicht
  3. Gehen oder bleiben?
  4. Eine große Liebe in der kleinen Provinz

Die Liebe hat nichts mit dürfen zu tun

Verliebt in einen verheirateten Mann - so eine Situation wünscht sich keine Frau, denn kaum eine von uns will durch eine Affäre eine Ehe zerstören. Doch Gefühle lassen sich nicht weghexen. Müssen wir so einen Mann trotzdem vergessen?

Darf man sich in einen verheirateten Mann verlieben? „Auf keinen Fall!“, werden all die Frauen sagen, die schon mal betrogen worden sind. „Was soll man machen, wohin die Liebe fällt…“ werden die Frauen antworten, die sich schon mal in einen vergebenen Mann verliebt haben. Tatsächlich hat die Liebe nichts mit dürfen zu tun.

Wenn sich zwei Menschen verlieben und einer der beiden gebunden ist, dann kann das zu einer unfassbar schmerzhaften Verbindung führen, keine Frage. Eine heimliche Affäre ist für alle Beteiligten schwer auszuhalten oder sehr verletzend, wenn sie ans Tageslicht kommt.

Besonders dann, wenn der Mann schon Vater ist und somit Kinder im Spiel sind, ist ganz viel Rücksicht gefragt. Denn wer Kinder bekommt, ist sein Leben lang für deren Wohlergehen verantwortlich. Doch bei aller Pflicht und Verantwortung dürfen wir nicht vergessen, dass ein Mensch, dem es nicht gut geht, nicht gut für andere sorgen kann. Ein unglücklicher Vater wird lange nicht so gut für seine Kinder sorgen können, wie einer, der mit seinem Leben zufrieden ist.

Männer beugen sich der vermeintlichen Pflicht

Trotzdem halten viele Männer es für ihre Pflicht, bei der Familie zu bleiben, selbst wenn diese Pflicht sie erdrückt und die Beziehung zur Ehefrau völlig gefühllos geworden ist. Diese Haltung haben ihnen oftmals noch ihre Väter mit auf den Weg gegeben, die in einer ganz anderen Zeit aufgewachsen sind. Da waren Gefühle nicht halb so wichtig, wie sie es heute sind. Jeder hatte einfach zu funktionieren. Persönliches Glück? Pustekuchen.

Was jedenfalls nie gut ist, ist ein Doppelleben. Heimlich eine Beziehung mit der Geliebten führen und offiziell noch zu Ehefrau und Kindern gehören - das zerreißt den Mann und macht beide Frauen unglücklich. Außerdem leiden die Kinder darunter, denn natürlich spüren sie es, wenn ihre Eltern so unglücklich sind. Viel besser ist eine klare Entscheidung.

Gehen oder bleiben?

Gegen die Liebe können wir nichts tun. Wer einmal geliebt hat, wird wissen, wie unfassbar schwer eine Entscheidung für eine Trennung und ein Leben mit einer neuen Frau ist. Aber eines ist sicher: Solche tiefen Gefühle lassen sich nicht einfach totschweigen. Selbst wenn wir uns für die Pflicht und den Anstand entscheiden, sie arbeiten in uns weiter, lassen uns keine Ruhe und machen uns unglücklich.

Eine große Liebe in der kleinen Provinz

Ein Freund erzählte mir dazu folgende Geschichte: "Eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich kenne, war von einem meiner ersten Chefs. Er und seine Sekretärin. Beide verheiratet. Trotzdem: große Liebe. Also, nicht einfach fremdgehen oder so. Sondern echt große Liebe . Was aber damals und noch dazu in der Provinz nicht ganz so einfach war. Irgendwann haben sie es dann mal publik gemacht, sind weggezogen, haben 20 Jahre woanders gelebt, sind dann als Rentner wieder zurück, haben sich in ihrer alten Heimatstadt ein Haus gebaut. Vor zwei Jahren an Silvester lagen sie gemeinsam im Krankenhaus, weil sie sich irgendwie eine Infekt eingefangen hatten (und er zudem ohnehin schon sehr krank war). Dann ist er an Silvester gestorben. Ein Krankenzimmer von ihr entfernt."

Diese Liebesgeschichte zeigt, dass es manchmal sinnvoll sein kann, auf sein Herz zu hören. Wenn die Gefühle so tief sind, sollten wir zu unserer Liebe stehen – selbst wenn der Mann noch vergeben ist – oder aber unseren Mann gehen lassen, wenn unsere Beziehung so offenbar keine Chance auf gemeinsames Glück mehr hergibt und er sich in eine andere Frau verliebt hat.

Die Liebe ist ein Geschenk, das kommt, aber auch gehen kann. Wenn die Liebe gegangen ist, dann müssen wir auch den Menschen gehen lassen. Was immer danach kommen mag - es wird besser sein als das Leben mit einer verblühten Liebe.

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