Darmkrebs-Vorsorge: Was passiert bei einer Darmspiegelung?

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Foto: Corbis

Vorsorge rettet Leben

Darmkrebs kann tödlich enden. Doch wer rechtzeitig zur Vorerkennung geht, muss sich keine Sorgen machen.

Darmkrebs kann jeden treffen - auch einen Opernsänger. Vor vier Jahren suchte Plácido Domingo wegen anhaltender Bauchschmerzen einen Arzt auf. Die Schock-Diagnose: ein bösartiger Tumor im Dickdarm! Domingo ließ sich sofort operieren und gilt heute als geheilt. In einem TV-Werbespot der Österreichischen Krebshilfe ruft der Star-Tenor nun dazu auf, zur Vorsorge-Untersuchung zu gehen.

Blut als Warnzeichen

Ab dem Alter von 50 Jahren haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf einen Schnelltest, bei dem der Stuhl untersucht wird. "Hierbei können minimale Blutrückstände nachgewiesen werden", erklärt Prof. Rudolf Hesterberg, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus in Kassel. "Die sehr frühen Formen des Darmkrebses bluten aber nur sehr selten und werden deshalb häufig nicht erkannt."

Unbegründete Ängste

Eine Darmspiegelung hingegen macht bereits Krebs-Vorstufen sichtbar. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten Versicherten ab 55 zwei kostenlose Darmspiegelungen zur Vorsorge im Abstand von zehn Jahren an. Allerdings nutzt bisher nur etwa jeder Sechste dieses Angebot - aus Scheu vor der Untersuchung. Dabei ist insbesondere die Angst vor Schmerzen unbegründet: "Denn eine Darmspiegelung ist ein schmerzfreies und für den Körper schonendes Verfahren", so Prof. Hesterberg.

Mit der Video-Kamera kleinste Veränderungen erkennen

Darmkrebs entwickelt sich meist aus gutartigen Ausstülpungen der Darmschleimhaut, sogenannten Polypen. Rund 30 Prozent davon werden zum bösartigen Tumor, einem "Karzinom". Durchschnittlich dauert dies zehn Jahre - genug Zeit, um die heranwachsenden Übeltäter zu entdecken. Die mit Abstand sicherste Untersuchungsmethode ist die Darmspiegelung, fachsprachlich "Koloskopie". Dabei wird ein sogenanntes Endoskop, ein Schlauch mit einer winzigen Kamera, durch den After in den Darm eingeführt. Der Arzt kann auf dem Bildschirm bereits die noch gutartigen Polypen erkennen und diese über das Endoskop entfernen. So wird die spätere Entstehung von Darmkrebs verhindert.

Zu 100 Prozent heilbar

Zunächst muss der Darm mithilfe von Abführmitteln vollständig entleert werden. Die eigentliche Untersuchung wird ambulant durchgeführt. Sie dauert nur rund 20 Minuten. Wer möchte, bekommt eine beruhigende Arznei. Entdeckt der Arzt tatsächlich eine Vorstufe von Darmkrebs, werden die sogenannten Polypen meist sofort entfernt. Danach gilt der Patient als zu 100 Prozent geheilt. Und wenn nichts entdeckt wird? Ist man bis zur nächsten Untersuchung frei von Darmkrebs. Fakt ist: Mehr Krebssicherheit geht nicht.

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