Pilze im DarmDarmpilz und seine Folgen: von Migräne und Akne bis Müdigkeit

Rund 80 Prozent aller Menschen haben im Pilze im Darm, die für Beschwerden wie Migräne, Akne oder Müdigkeit verantwortlich gemacht werden. Wie viel Schaden richten sie wirklich an?
Rund 80 Prozent aller Menschen haben Pilze im Darm, die für Beschwerden wie Migräne, Akne oder Müdigkeit verantwortlich sein sollen. Wie viel Schaden richten sie wirklich an?
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Inhalt
  1. Welche Folgen können Darmpilze haben?
  2. Wie erkenne ich Darmpilz?
  3. Wie lässt sich Darmpilz behandeln?
  4. Wie kann ich mich vor Darmpilz schützen?
  5. Wie ansteckend ist Darmpilz?

Bist du ständig müde? Leidest du unter Akne oder Migräne? Daran könnten Darmpilze Schuld sein: Diese Mikroorganismen sollen nicht nur Blähungen und Co., sondern auch zahlreiche andere Beschwerden hervorrufen.

Iiiiiieh, Pilze im Darm! Bei dieser Vorstellung kriegen wir das nackte Grauen - dabei hat sich der so genannte Candida albicans, ein Hefepilz, bereits bei etwa 80 Prozent aller Erwachsenen eingenistet. Das ist auch gar nicht schlimm, denn die Pilze verhalten sich normalerweise unauffällig. Doch ist dein Immunsystem durch Stress, Erkrankungen oder andere Faktoren geschwächt, können sie sich stark vermehren und im Zuge einer Pilzinfektion viele Beschwerden auslösen.

Welche Folgen können Darmpilze haben?

Neben Blähungen oder Durchfall sollen diese Pilze auch Migräne, Akne oder Müdigkeit auslösen. Doch diese Liste lässt sich noch weiter fortführen und zeigt damit, wie umfassend die Pilze unserem Körper schaden können: Auch Verstopfungen oder Durchfall (oft im Wechsel), Bauchkrämpfe und eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte werden ihnen zugeschrieben. Außerdem sollen sie dazu führen, dass wir uns abgeschlagen fühlen oder Ekzeme und Allergien bekommen. Besonders bitter für unsere schlanke Linie: Darmpilze fördern außerdem unseren Heißhunger auf Süßes. 

Wie erkenne ich Darmpilz?

Das Tükische daran: Weil die Symptome einer Infektion durch diesen Hefepilz so vielfältig sind, merken wir meist gar nicht, dass ein Pilz die Ursache unserer Beschwerden ist. In der Zwischenzeit kann er sich deshalb noch weiter ausbreiten und noch mehr Schaden anrichten. Um das so genannte Candida-Syndrom (auch als Candida-Hypersensitivitäts-Syndrom bezeichnet) zu erkennen, ist deshalb die Diagnose eines Arztes nötig. Mit Hilfe einer Stuhlprobe kann er dann feststellen, ob sich größere Mengen von Pilzen nachweisen lassen.

Wie lässt sich Darmpilz behandeln?

Bei dieser Infektion ordnet der Arzt meist eine Therapie mit Anti-Pilzmitteln (Anti-Mykotika) an. Manche empfehlen außerdem, erstmal auf Zucker, Weißmehlprodukte und süßes Obst zu verzichten - doch viele Mediziner sehen das durchaus kritisch. Den Darmpilz, der sich liebend gern von Zucker ernährt, auf diese Weise auszuhungern kann nämlich schwere Folgen haben: Ein totaler Verzicht auf Zucker würde bewirken, dass der Pilz stattdessen auf Eiweiß und Fett umschwenkt. Durch den fehlenden Zucker gibt es außerdem nicht genug Kohlenhydrate, um spezielle Abwehrzellen zu versorgen und der Pilz kann sich ungestört weiter ausbreiten.

Auch Antibiotika können Darmpilze sogar noch verstärken, da sie auch die gesunden Darmbakterien angreifen können.

Wie kann ich mich vor Darmpilz schützen?

Viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen deutlich, um den lästigen Pilzen einen Riegel vorzuschieben. Achte deshalb darauf, täglich möglichst viele Ballaststoffe zu dir zu nehmen, die die Darmtätigkeit anregen: Vollkornprodukte, viel Obst und Gemüse genauso wie Hülsenfrüchte sollten deshalb auf jeden Fall auf deinem Teller landen.

Wie ansteckend ist Darmpilz?

Ist dein Immunsystem intakt, können die Hefepilze meistens gut in Schach gehalten werden und es kommt nicht zu einer Infektion. Sollte das allerdings nicht der Fall sein, können sie sich unter Umständen stark vermehren und da die Hefepilze auch von Mensch zu Mensch übertragen werden, kannst du dich sogar bei deinem Partner anstecken.

Besonders lästig: Die Schleimhäute im Mund sind genauso wie die äußere Haut durch eine Ansteckung mit Hefepilzen gefährdet. Nisten sie sich in der Mundhöhle ein, breiten sie sich durch die Nahrungsaufnahme auch im Darm aus. Um eine Ansteckung zu vermeiden ist es deshalb wichtig, viel Wert auf Hygiene zu legen. Tausche deshalb regelmäßig deine Zahnbürste aus und teile deine Handtücher mit keiner anderen Person.

VIDEO: Ab wann wird Müdigkeit zu einer Krankheit?

 

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