Darum schwitzt du mehr als andere

darum schwitzt du mehr als andere

Foto: IvanMiladinovic / iStock

Wenn du zu stark schwitzt, kann das mit deiner Kindheit zu tun haben

"Oh nein, ein Schweißfleck! Jetzt bloß nicht die Arme heben... Warum sind die anderen so trocken?" Kennst du das? Du schwitzt und alle anderen sehen so frisch aus? Daran kann es liegen!

Es ist einfach unfair. Auf der einen Seite gibt es da diese Menschen, die einfach immer frisch aussehen. Selbst beim Sport oder im Hochsommer bleiben sie immer trocken. Ihre Haare wehen im Wind, ihre grau-melierten T-Shirts sind makellos.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen wie mich. Ich schwitze leider oft. In den unpassendsten Situationen. Es muss nicht mal wirklich warm sein. Am liebsten trage ich schwarze oder weiße Kleidung, weil man da die Schweißflecken nicht so sieht. Blau, grün oder gar grau? NIemals! Da sieht man ja jeden Tropfen Schweiß! Unter den Armen, unter den Brüsten, am Rücken. Es ist schrecklich. Man fühlt sich so unwohl, so ungepflegt...

Warum schwitzen manche Menschen mehr und manche weniger?


1. Dein Körper reagiert empfindlich auf Temperaturunterschiede!

Der Körper schwitzt, um sich abzukühlen. Eine ganz natürliche und vor allem lebensnotwendige Reaktion des Körpers.

Etwa zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen sind über den ganzen Körper verteilt. Sobald er zu warm wird - sei es aufgrund hoher Temperaturen oder körperlicher Anstrengung -, bilden diese Schweißdrüsen einen feuchten Film auf unserer Haut. Ihre Aufgabe: den Körper flächendeckend kühlen. Denn die Flüssigkeit verdunstet auf unserer Haut und entzieht dem Körper damit Wärme. So verlieren wir, ohne es zu merken, täglich gut einen halben Liter Wasser - an warmen Tagen sogar bis zu sechsmal so viel. Und selbst wenn der Körper nur kurze Zeit erhitzt wurde, dauert es eine Weile, bis er wieder aufhört zu schwitzen.

Wer sehr viel schwitzt, dessen Körper reagiert wohmöglich sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen. Daher reagiert dein Körper auch BEVOR dir zu warm wird, um deine Temperatur zu regulieren.

2. Es liegt an deiner frühen Kindheit!

Siehst du, du kannst also gar nichts dafür. Jeder Mensch wird mit ungefähr der gleichen Zahl Schweißdrüsen geboren, doch in den ersten zwei Lebensjahren entwickeln sie sich vollständig. Je nach dem, wie stark die Schweißdrüsen in den ersten beiden Lebensjahren eines Menschen gebraucht wurden (also wie warm oder aktiv das Kind ist/war), desto stärker entwickeln sich die Schweißdrüsen. Sie werden sozusagen angestellt.

Darum tendieren Menschen aus warmen Umgebungen eher dazu, auch als Erwachsener stärker zu schwitzen.

3. Ist die Klimaanlage vielleicht zu oft im Einsatz?

Wenn du deinen Körper an eine Umgebungstemperatur von 22°C gewöhnst (indem du die Temperatur mithilfe einer Klimaanlage konstant hältst) , beginnt dein Körper schon zu schwitzen, wenn nur 24°C herrschen.

Das ist der gleiche Effekt, warum wir 15°C Außentemperatur im Frühling angenehm finden, im Herbst aber kalt. Im Frühling sind wir noch an den Winter gewöhnt und empfinden deshalb 15°C als angenehm warm. Im Herbst kommen wir aber gerade aus dem Sommer und finden 15°C als kalt.

Gewöhne deinen Körper also an Temperaturschwankungen, indem du Klimaanlagen möglichst wenig nutzt. Auch deine Gesundheit wird es dir danken!


Was kann bei übermäßigem Schwitzen am besten helfen?

Gleiches mit Gleichem regulieren: Durch Saunagänge wird unser Organismus trainiert. Er lernt, die Aktivität der Schweißdrüsen kontrollierter einzusetzen. Den gleichen Effekt erzielen wir auch durch regelmäßiges Schwitzen beim Sport.

Von innen kühlen: Frisches Obst, gedünstetes Gemüse und milde, fettarme Gerichte kann unser Körper besonders leicht verdauen. Sie belasten ihn kaum und wirken kühlend. Scharfe und stark gewürzte Speisen heizen ihm ein und bringen uns automatisch ins Schwitzen.

Natürlich bleiben: Ähnlich wie das Essen kann auch die passende Kleidung entweder kühlen oder wärmen. Leichte und luftige Kleider aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen lassen die Haut besser atmen.

Wärme spenden:Eine eiskalte Dusche kann paradoxerweise dazu führen, dass man noch mehr schwitzt. Nach einer warmen Dusche weiten sich hingegen unsere Gefäße. Sie schaffen dadurch mehr Oberfläche, Hitze kann besser nach außen abgeleitet werden.

Mit Pflanzenkraft beruhigen: Salbei- oder Lindenblütentees wirken besänftigend auf die Schweißproduktion. In einen Liter Wasser werden drei gehäufte Esslöffel getrocknete Blätter gegeben und zum Kochen gebracht. Nach drei Minuten den Tee abseihen und über den ganzen Tag verteilt in kleinen Portionen lauwarm genießen.

Medizinische Eingriffe: Zur Therapie der sogenanntenHyperhidrose (das ist aber wirklich krankhaftes Schwitzen) sind verschiedene Verfahren anwendbar. Für die Behandlung von Achseln, Handflächen und Fußsohlen eignet sich z. B. die Leitungswasser-Iontophorese. Dabei werden mithilfe von Wasserbädern oder feuchten Schwämmchen schwache elektrische Ströme durch die betroffenen Hautbereiche geleitet, die die Funktion der dortigen Schweißdrüsen hemmen. Eine Behandlung dauert meist 10 bis 15 Minuten. Der Patient reguliert die Stromstärke dabei selbst so, dass das durch den Strom erzeugte Kribbeln für ihn gerade noch angenehm ist. Die Iontophorese erfordert eine regelmäßige Anwendung: zu Beginn täglich morgens und abends, im weiteren Verlauf reduziert sie sich auf wenige Male pro Woche. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein Heimgerät.

Bei Achselschweiß zeigen auch Antitranspirantien aus der Apotheke einen deutlichen Effekt. Sie enthalten Aluminiumsalze, durch die sich die Schweißdrüsen verengen. Der entstehende Schweißstau kann allerdings zu Juckreiz und Haut-Irritationen führen. Viele Hautärzte können individuell dosierte Antitranspirantien herstellen.


Erhöhen Aluminiumsalze in Deos tatsächlich das Brustkrebs-Risiko?

Einige Studien sehen einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Aluminiumsalzen im Antitranspirant. So haben Genfer Forscher nachgewiesen, dass dieser Inhaltsstoff Brustzellen schädigt. Bereits 2011 wurde in einer Studie der University of Reading, England, bei Krebspatientinnen eine deutlich höhere Aluminiumkonzentration in der Brustwarzenflüssigkeit festgestellt als bei gesunden Menschen.

Keinen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Aufnahme von Aluminium aus Kosmetika und Deodorants sieht hingegen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Studien am Menschen zeigten, dass Aluminium kaum gesunde Haut durchdringt. Auch für die Behauptung, Aluminiumsalze in Kosmetika würden das Alzheimer-Risiko erhöhen, fehlen Experten zufolge klare wissenschaftliche Beweise.

Vielmehr gelangten die Salze über Nahrung, Trinkwasser und Medikamente in unsere Zellen.

Mehr dazu erfährst du hier: Warum schwitze ich mit einem Deo ohne Aluminium viel mehr?

Und hier jetzt noch eine schnell gemachte, kleine Erfrischung:

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