Das Geheimnis einer richtig guten Eisdiele

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Sieht es nur lecker aus oder ist es auch WIRKLICH lecker?
Foto: privat

Richtig gutes Eis - das ist das Geheimnis

Lara und Katrin müssen wissen, was gutes Eis ausmacht. Die beiden Frauen haben im vergangenen Jahr eine Eisdiele eröffnet und wissen, was gute Eisdielen richtig machen - nicht nur ihre eigene.

Daran erkennt ihr eine Eisdiele mit richtig gutem Eis

Einfach probieren ist natürlich immer hilfreich. Aber damit findet ihr nicht heraus, wie künstlich das Eis gemacht ist. Es gibt zum Glück einen Trick, um in jeder Stadt zu erkennen, welche Eisdiele gutes Eis macht.

Du bist bis jetzt immer nach der Optik gegangen? Klar, aufgetürmte, cremige Eisberge sehen super-appetitlich aus. Aber: Daran erkennst du leider überhaupt nicht, wie gut das Eis ist. Im Gegenteil - die Eistürme sind lediglich ein Zeichen für Zusatzstoffe wie Emulgatoren.

Und warum? Die Eisprinzessinnen erklären: "Unter normalen Bedingungen würden die Eisberge schmelzen. Eine Eisvitrine kühlt von unten und hätte überhaupt nicht die Power, die große Menge an Eis kühl zu halten." Das heißt: Wer sein Eis auftürmt, braucht künstliche Zusatzstoffe, damit es nicht schon in der Auslage schmilzt.

Auch die Farbe des Eises verrät einiges über die Qualität des Eises. Was die wenigsten wissen: Pistazieneis ist nicht grün und Vanilleeis nicht gelb. Und wenn doch, dann wurde hier wahrscheinlich nachgeholfen - mit Aromen und Farbstoffen.

Ist ein Erdbeereis zum Beispiel mit 'Eis mit Erdbeergeschmack' gekennzeichnet - Finger weg! In den meisten Fällen sind hier keine Erdbeeren drin. Vorsicht ist auch bei Cremeeis geboten.

Lieblingseis Sorbet

Der heimliche Favorit unter den Eisprinzessinnen: Schokoladensorbet. Sorbet? Ja genau! Anders als Schokoladeneis wird diese schokoladige Liebelei aus Wasser und Kakao hergestellt. Laut den Vorschriften der deutschen Speiseeiverordnung muss der Fruchtanteil hier mindestens 25 % betragen, Vorschriften von denen wir bislang kaum etwas wussten und "die Dinge erlauben, die die Eisprinzessinnen niemals verwenden würden."

Selbstgemachtes Eis muss kräftig aufgeschlagen werden

Die Eisdiele ist nicht eben um die Ecke? Dann heißt es: Selber machen. Kleiner Tipp der Expertinnen: Die Masse immer gut aufschlagen. Und ordentlich abdecken. Nur so können Eiskristalle verhindert werden. Letzteres gilt auch für gekauftes Eis aus dem Supermarkt. Aber mal ehrlich: Welches fertige Eis kann schon mit dem Eis der besten Eisdiele Deutschlands mithalten? Eben! Also doch lieber auf das Fahrrad schwingen und zu den Eisprinzessinnen radeln.

Über Hamburgs Eisprinzessinnen

Ziegenkäse, Rosmarin und Honig - dieses Trio kennt jeder. Nicht aus der Eismaschine, sondern aus dem Ofen - als Topping auf dem Salat oder der Pizza. Aber als Eis? Himmlisch! Für die warmen Sommertage gibt es die köstliche Kombination als Eis. Und zwar in Hamburg - bei Deutschlands beliebtesten Eisprinzessinnen. (Am Rathenaupark 15, 22763 Hamburg)

Lara Maria Oppenberg und Katrin Kerhoff - so heißen die beiden Frauen hinter den Eisprinzesinnen. Vor 13 Jahren haben sie sich während ihres Architekturstudiums kennen gelernt. Häuser planen können die beiden schon einmal, aber eine Eisdiele führen? Das können sie auch - sehr gut sogar. Zwei Jahre ist es jetzt her, dass sie ihren Businessplan geschrieben und eine Eisfachschule besucht haben. Zwei Jahre, in denen sich Lara und Katrin zu Deutschlands beliebtesten Eisprinzessinnen gemausert haben.

"Das kann noch nicht alles gewesen sein"

"Wir haben schon immer gerne gekocht und gebacken. Ich habe sogar schon Pralinen selber gemacht. Aber Eis? Damit hatten wir bis dato keine Berührungspunkte", erzählt Lara. Und wieso ist es ausgerechnet Eis und kein Kuchen geworden? "Um ehrlich zu sein: Ein gemeinsamer Freund hat uns auf die Idee gebracht", Lara weiter. Hausgemachtes Eis ohne Zusatzstoffe - wo gibt es das heutzutage noch? Um ehrlich zu sein ... . Seit einem Jahr bei den Eisprinzessinen- zum Glück.

Prinzessinen tragen nur rosa? Normale Prinzessinnen vielleicht, nicht aber Eisprinzessinnen. Sie tragen gelb, rot und weiß - also alle erdenklichen Farben, die eine Eisdiele her gibt. Und warum dann der Name? Na, weil er ihnen quasi auferlegt wurde. Von Anfang an waren sie die Eisprinzessinen - bei ihrem alten Chef, bei ihren Freundinnen und Kollegen. Die Begrüßung "na ihr zwei Eisprinzessinen" - keine Seltenheit.

Alle mögen Vanille

Vanille, Schokolade und Stracciatella. Mango, Mohn und Gurke. Gurke? Ja genau! Der Renner unter den Eissorten. "Eigentlich wollten wir nur, dass die Leute darüber reden", erzählt Katrin. Und das tun sie auch - in hohem Maße. Nicht aber, weil sie nicht schmeckt, sondern weil sie sie lieb gewonnen haben.

Katrin und Lara haben gelernt wie Eismachen geht - vor zwei Jahren in einer Eisfachschule im Sauerland, heute in ihrem eigenen Eislabor. Einem Eislabor? Ja genau! Das ist der Ort, an dem die beiden Frauen ihre neuen Eissorten kreieren, wie zum Beispiel Apfel-Sellerie oder Ziegenkäse-Rosmarin-Honig. Auf den ersten Blick - abwägig. Auf den Zweiten - ein Gaumenschmaus. Die Kombination Ziegenkäse-Rosmarin-Honig - ein alter Hut. Und das Duo Apfel-Sellerie aka Waldorfsalat erst Recht. Also - warum nicht auch als Eis?

Welche ihre liebste Eissorte ist? Überhaupt so einfach zu beantworten. Auf Katrins Favoritenliste ganz weit oben: Erdnuss-Schoko-Karamell-Crunch. Und bei Lara: Kokos und Mohn. "Mohn geht immer" und "Kokos schmeckt so schön nach Urlaub." Aber auch Mandel und Cashew. Und Ziegenkäse-Rosmarin-Honig. Kaum verwunderlich also, dass sich die beiden Eisprinzessinen jeden Morgen einen großen Eisbecher gönnen. "Ich habe mich gestern Abend schon so auf das Eis heute gefreut", lacht Lara.

Apropos Eisbecher. Den einzigen Eisbecher, den die Eisprinzessinnen anbieten, ist das Spaghetti Eis. Eine Schicht Schlagsahne, darauf cremiges Vanilleeis, getoppt von einer fruchtigen Erdbeersoße - selbst gemacht natürlich. Mindestens genauso beliebt: Vanille, Schokolade und Stracciatella - die Klassiker eben. Und zur Krönung eine Kugel Mohn, Gurke, Buttermilch-Orange, weißer Schokolade, Mascarpone-Kirsch, Omas Apfelkuchen, ... - herrlich!

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