Das macht unsere Haut schön: Was Cremes wirklich können

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Anti-Aging, straffe Haut, keine Rötungen oder Flecken: Die Versprechen auf den Creme-Tiegeln und Tuben in unserem Badezimmer sind fantastisch. Aber was dürfen wir davon wirklich glauben? Wir sind den Versprechen der Kosmetikindustrie auf den Grund gegangen.

Unsere Haut schützen

Ja, Cremen lohnt sich! Es stärkt die Hautbarriere, bewahrt vor äußeren Reizen und Erregern - schützt uns vor Sonne, Kälte und allen Einflüssen, die den Teint altern lassen. Besonders, wenn die Cremes rückfettend wirken. Dann verhindern sie das Austrocknen und bewahren den körpereigenenSäureschutzschild der Haut.

Voraussetzung: Die Creme enthält sowohl Wasser- als auch Fettanteile. Da es nicht allzu leicht ist, die ungleichen Substanzen miteinander zu mischen, werden Emulgatoren zugesetzt - die Hilfsstoffe machen das Verbinden von Öl und Wasser in Creme möglich. Sanfte Emulgatoren verträgt unsere Haut gut. Aufpassen sollten wir bei Inhaltsstoffen wie Polyethylenglykol oder PEG-Derivaten. Durch sie wird die Haut durchlässiger und anfälliger.

Kleine Pigmentflecken einfach verschwinden lassen

Ob Stirn, Wange oder über der Oberlippe: Fast jede von uns entdeckt irgendwann kleine, zarte Punkte im Gesicht, die früher noch nicht da waren. Treffen UV-Strahlen auf unsere Haut , stellt der Körper mehr Melanin her. Dieser Hautfarbstoff dient als natürlicher Schutzschild für unsere Zellen und ist verantwortlich für unsere Sommerbräune.

Produziert der Körper jedoch an einigen Stellen zu viel Melanin, entstehen Flecken. Meist sind sie harmlos, viele stören sich aber aus optischen Gründen an ihnen. Spezielle Cremes gegen Pigmentflecken (z. B. von Skin-Ceuticals) können dann helfen. Ihre Wirkstoffe drosseln die Produktion des Melanins und regen die Reparaturprozesse der Hautzellen an. Oft sind diesen Cremes niedrig dosierte Säuren (z. B. Kojisäure) beigefügt, die unsere Haut leicht aufhellen.

Den Teint schön glätten

Die Wahrheit ist: Keine Creme schafft es, stärkere Vertiefungen wie Mimikfalten oder die Nasolabialfalten zwischen Nasenflügeln und Mundwinkeln verschwinden zu lassen. Denn sie entstehen in der Dermis, der tieferen Hautschicht - etwa durch eine geringere Durchblutung oder den vermehrten Abbau von Kollagen- und Elastinfasern. Bis hierhin können Cremes kaum vordringen und helfen.

Aber: Die Inhaltsstoffe unserer Pflegeprodukte wirken in der Epidermis. Das ist die äußere Hautschicht, welche die Dermis umhüllt. Dort lassen sich Unebenheiten sehr wohl aufpolstern und optisch verringern . Gerade die kleineren Fältchen um die Augenpartie können wir sehr gut wegcremen - vor allem, wenn es sich dabei um Knitterfältchen handelt. Diesen Anti-Aging-Effekt erreichen wir mit speziellen Inhaltsstoffen wie dem Q10, das im Körper die Energieversorgung der Hautzellen sichert und ihre Regeneration fördert, und dem Liebling von Hautärzten: Vitamin A.

Uns bis zu 20 Jahre jünger aussehen lassen

Klingt nach einem Werbeversprechen? Stimmt aber tatsächlich. Besonders trockene Haut profitiert von täglicher Pflege, denn eine feuchtigkeitsspendendeCremeschicht verhindert Trockenheitsfältchen. Genau sie sind es, die uns optisch schnell um Jahre älter machen können. Begünstigt werden diese Falten übrigens zusätzlich durch unsere Mimik, Rauchen, zu wenig Schlaf und Waschgewohnheiten.

Durch intensives Reinigen mit Seife waschen wir nämlich unsere hauteigenen Fette ab - und das trocknet aus. Die junge Haut verzeiht das vielleicht noch und kommt mit der Produktion von eigenen schützenden Fetten hinterher. Doch mit der Zeit wird der Schutzschild unserer Creme immer wichtiger, um die Feuchtigkeit der Haut zu erhalten. Unabhängig von unserem Hauttyp sind deshalb Inhaltsstoffe besonders wertvoll, die Feuchtigkeit spenden und binden - etwa Harnstoff, Hyaluronsäure, Glyzerin oder Aminosäuren. Genauso wichtig für jugendliche Haut: Ein UV-Filter in unserer Tagescreme - er schützt nicht nur vor Sonnenbrand, sondern auch vor Pigmentierung und vorzeitiger Hautalterung. Erste Hilfe bei Hautrötungen und Irritationen leisten Vor Freude oder Scham erröten - wer kennt das nicht.

Besonders empfindliche Haut kann jedoch dazu neigen, schon bei kleinsten Reizen rot zu werden . Auch feine Äderchen im Gesicht können dauerhaft hervortreten und die Rötung verursachen - sie können Folge von Durchblutungsstörungen oder Anzeichen einer Rosazea sein. Dabei erweitern sich die Blutgefäße zunehmend und werden sichtbar. Auch hier können spezielle Cremes korrigieren (z. B. von Lierac oder LaRoche-Posay). Sie enthalten Stoffe wie Vitamin B3, Aloevera oder Peptide, die beruhigend wirken, die Irritationen mildern und die Hautbarriere gegen äußere Reize stärken. Gleichzeitig mindern grüne Farbpigmente in ihnen sofort nach dem Auftragen die Röte.

Was eine gute Creme für sensible Haut noch mitbringt: ausschließlich hypoallergeneZusatzstoffe - also Stoffe, die auch für Allergiker geeignet sind und die Haut nicht weiter reizen. Sogar fettige Haut vom Glanz befreien Eine Haut, die ausreichend schützendes Fett produziert, neigt zwar nicht zu Trockenheitsfältchen.

Trotzdem lohnt sich tägliches Cremen - um Unreinheiten zu verhindern und das Hautbild zu verfeinern. Ideal sind hautberuhigende, leichte Cremes mit einem hohen Wasser- und geringen Fettanteil. Sie sorgen dafür, dass unsere Haut gepflegt wird, ohne dass wir noch mehr glänzen. Zusätzlich enthalten Cremes für diesen Hauttyp (z. B. von Vichy) entzündungshemmende Wirkstoffe wie Hamamelis oder Salbei. Sie verfeinern die Poren und dämmen so die Talgproduktion ein.

Allerdings haben sie auch Grenzen - und wir sollten froh darüber sein Cremes, die wir in der Drogerie oder Apotheke bekommen, dürfen viel für uns tun. Aber nicht alles. Dafür gibt es einen guten Grund: Zum Schutz unserer Gesundheit macht die EU-Kosmetikverordnung strenge Vorgaben , welche Inhaltsstoffe unsere Pflegeprodukte enthalten dürfen. Sie unterscheidet dabei zwischen verschreibungspflichtigen medizinischen Cremes und kosmetischen Produkten. Kosmetik darf nur in die Epidermis, also die Oberhaut, eindringen, medizinische Hautpflege hingegen auch bis in die tiefere Lederhaut, die Dermis.

Die Inhaltsstoffe können hier zwar intensiver wirken, aber auch Schäden verursachen. Medizinische Cremes gibt es deshalb nur vom Arzt nach einer gründlichen Hautuntersuchung verschrieben. Meist genügt es aber, an der Oberfläche zu bleiben. Hier können unsere Cremes schließlich schon viel für uns tun: pflegen, schützen und ein bisschen verjüngen.

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