Das Sport-Paradies im Atlantik

das sport paradies im atlantik

Fuerteventura

Nur vier Flugstunden von Deutschland entfernt liegt das größte Fitness-Studio der Welt: SHAPE-Autorin Beate Hitzler absolvierte auf Fuerteventura eine Sportwoche der Superlative - von Tennis über Golfen, Tauchen und Katamaransegeln bis hin zum Sportangeln. Wir haben Sie begleitet und präsentieren Ihnen hier Ihre Urlaubs- und Sporterlebnisse.

Sie haben nur eine Woche Zeit? Sie möchten Ihren Lieblingssport machen, aber zugleich auch viel Neues ausprobieren? Schön warm und sonnig sollte es sein, aber nicht "knallheiß"? Und bei nur einer Woche sollte es auch nicht so weit weg sein? Dann - und das wird mir schon beim Aussteigen nach 4,5 Stunden Flugzeit klar - heißt mein Tipp ab sofort: Fuerteventura.Denn genau nach diesen Kriterien hatte ich mir mein Urlaubsziel ausgesucht. Jetzt stehe ich im "Playitas Grand Resort", einer Ferienanlage in einer Bucht im Südosten der Insel. Statt der Steinlandschaft, durch die ich zuvor fuhr, grünt und blüht es hier üppig: Palmen , Paradiesblumen, Bougainvilleen, Malven.Am Horizont blitzt das Meer, davor erstreckt sich schwarzer Sandstrand . Tiefblaue Pools locken, hinter mir leuchtet das Grün des Golfplatzes , rechts und links auf sanften Hügeln strahlen in Weiß, Gelb und Orange die flachen Häuser der Hotelanlage.Bildergalerie: In unserer Bildergalerie sehen Sie die schönsten Urlaubsimpressionen (15 Bilder)

Tag 1: Pool von olympischer Größe Eine Stunde nehme ich mir zum Einchecken, Auspacken und kurz Ausruhen - immerhin startete mein Flug bereits um fünf Uhr früh. Nochmal unter die kalte Dusche, dann beginne ich mein Sportprogramm : Elena Reiche (29), Ex-Weltmeisterin im modernen Fünfkampf, kümmert sich hier um alle Gäste mit Lust auf Sport.In meinem Fall zeigt mir die Absolventin der Sporthochschule Köln erst mal die Gegend. Ruhig ist es, der Wind rauscht durch die Palmen und kühlt die 28 Grad Tagestemperatur angenehm herab. Im Hinterland sehe ich das malerische Nachbardorf Las Playitas, dazu weite, endlose Berge und wüstenhafte Felslandschaften. Nach der Rückkehr geht's zum Abkühlen in das erst kürzlich eröffnete Schwimmbecken mit seinen üppigen 50 Metern Länge - olympiatauglich! Eine halbe Stunde ziehe ich meine Bahnen, kriege dabei von Elena Technik- und Starttipps, die mich spürbar beschleunigen.Nach dem Mittagessen auf dem Hoteltreffpunkt Plaza Rambla geht's dann zur Kurzwanderung in den Nachbarort Gran Tarajal: Mit Trekkingschuhen, Rucksack und Trinkflasche ausgestattet besteigen wir den knapp 300 m hohen neben dem Hotel, genießen den Blick über Bucht, Meer und erloschene Vulkane. Wir wandern weiter über Grate und mehrere kleine Hügel am Meer entlang und erreichen nach knapp zwei Stunden das idyllische Gran Tarajal.Die Atlantikwellen des Playa del Aceituno laden ein, den Staub abzuspülen. Und in der Strandbar schmieden wir bei Cortado, der mit etwas Milch erweiterten spanischen Variante des Espresso, Pläne für morgen.
Tag 2: In steilen Kehren an die SpitzeSchon frühmorgens hält Bike-Fachfrau Susanne die Mountainbikes für unsere Radelgruppe parat: Die Tour führt zum Leuchtturm auf dem Punta de la Entallada. Eine halbe Stunde dauert es, bis wir am Fuß des Berges ankommen. Unser Ziel liegt 180 Meter weiter oben an der Spitze und der Weg führt über zahllose Serpentinen - die steilen Kehren kosten ordentlich Kraft.Susanne feuert an und motiviert uns: "Das hier sind absolute Profibedingungen! Wegen der ruhigen Asphaltstraßen mit Steigungen wie hier, dem frischen Wind und dem Meer in der Nähe reisen immer wieder Triathleten hierher." Weshalb wir alle die Zähne zusammenbeißen und kurz darauf am Gipfel wie stolze Triathletinnen aufs 90 Kilometer entfernte Marokko und Fuertes höchste Berge blicken.Am Nachmittag gönnen wir uns dann eine Inseltour per Auto: Die bis zu 16 Kilometer langen Strände der Südhalbinsel sind goldgelb und pulverfein, aber hier reihen sich von Bahia Calma bis Morro Jable Ferienorte an Hoteltürme , Shopping- an Party-Meilen. Welch eine Wohltat ist dagegen unsere Hoteloase mit ihrem 600-Seelen-Fischerdorf, denke ich mir, als ich nach unserer Rückkehr im Schatten einer hohen Palme auf der Wiese mit Susanne Pilates übe.
Tag 3: Mit Schub und Schwung am Stock Am nächsten Morgen treffen wir uns um 9 Uhr in der Lobby. Susanne verteilt Nordic-Walking -Stöcke und gibt uns vor dem Hoteleingang eine Einführung in die richtige Technik: Nicht hinterherschleifen, nicht spazierstockartig aufstützen - kraftvoll abstoßen ist die Devise. Und das abseits aller Wege: Susanne führt uns bergauf, bergab, oft auf sandigem Untergrund. Und weil das in Sachen Stock heute noch nicht genug ist, schnuppere ich nachmittags zwei Stunden lang Golfplatzluft .Murdo, der charmante Brite, erklärt den perfekten Griff, übt Schwünge Richtung Meer und lässt uns erst dann auf Bälle schlagen, als er mit unserer Haltung von Kopf bis Fuß zufrieden ist. Es lohnt sich: Mit feinem "Klack" sausen die Bälle davon und scheuchen freche Möwen zig Meter weiter auf der Driving Range auf. Das ist anstrengender, als man glauben mag. Ich spüre es am ganzen Körper, vielleicht liegt's ja auch am Nordic-Walking-Programm von heute morgen.Doch Linderung liegt nahe, im Wortsinne: Bei Schmerzen in Muskeln und Sehnen vergraben sich die Insulaner gern im schwarzen Vulkansand am Meer. Ich buddle mich ein, spüre, wie die Wärme tief einwirkt - und verschlafe fast das Abendessen ...
Tag 4: Mittagessen - selbst geangeltIst Fischen Sport? Heute werde ich es herausfinden. Wir frühstücken kurz nach Sonnenaufgang auf einem 12-Meter- Fischkutter , während unser einheimischer Kapitän Virgilio das Boot an der Küste entlang aufs offene Meer hinaussteuert. 30 Meter tief ist der Atlantik hier. Dann geht's los: Ich spieße nach seiner Anleitung drei Krabbenstückchen auf die drei Haken, die jede Angel an ihrer Schnur hat, werfe aus und schon surrt alles von einem Gewicht in die Tiefe gezogen nach unten.Jetzt noch den Zeigefinger an die Schnur am Griff halten, um zu spüren, ob unten jemand anbeißt. Klingt easy. Und ist es auch: Kaum hat Virgilio alles erklärt, kann ich schon wieder hochkurbeln. Schneller als geahnt zeigen die kanarischen Brassen Interesse an meinen Ködern. Zwei Stunden lang bin ich am Auswerfen, Einziehen und Ködern. Gegen 11 Uhr ist der blaue Eimer mit fünf Kilo Fisch randvoll gefüllt und ich bin restlos platt.Gottlob folgt nun der erholsamste Teil des Tages: Im Hafen lerne ich von Virgilio, die Fische auszunehmen. Mit Paprika, Zucchini und Miesmuscheln kommen sie auf den Grill, dazu gibt's die Kanaren-Saucen Mojo verde und rosso, kleine Kartoffeln, Tomaten, Oliven sowie kühlen Weißwein. Und am späten Nachmittag ein Bad in der Bucht vor den weißen, ineinander verschachtelten Häuschen von Las Playitas.
Tag 5: Abtauchen und Segel setzenGestern habe ich sie noch geangelt, heute besuche ich die kanarischen Meeresbewohner in ihrer Heimat unter Wasser. Tauchlehrer ist Volker, der meine Kenntnisse erst im Pool auffrischt, dann am Strand und schließlich fünf Meter tief im Meer. Schon beim ersten Tauchgang verstehe ich sein Schwärmen: Ich schwebe durch eines der schönsten Reviere der Welt, beobachte bunte Fische und schillernde Seepferdchen vor dem dunklen Hintergrund.Und größer könnte der Kontrast drei Stunden später nicht sein, als ich beim Katamarankurs von Stefan mit 12 Knoten bei Windstärke sieben bis zehn über die Wasserfläche flitze. Und trotz der vorherigen Einführung zu Boot, Wind und Manövern an Land wird das Segeln dann auf dem Wasser, bei auffrischendem Passatwind und erstaunlich hohen Wellen, zur echten Herausforderung.Stefan bleibt gelassen, bescheinigt mir Talent und überlässt mir das Ruder. Mit gestärktem Selbstbewusstsein greife ich am selben Tag noch zum Surfsegel , dabei ist mein letzter Ride zehn Jahre her. Der Wind hat zum Glück etwas nachgelassen. Stefan hält mir geduldig das Brett. Und bald gehört - wenn auch noch wackelig - die Bucht mir ganz allein.
Tag 6: Ausgepowert, aber topfit und erholtMeinen letzten Tag beginne ich mit einer lockeren 1.400-Meter- Laufrunde im Resort, bevor ich zum einstündigen Schwimmtraining samt Kraultechnik für Arme und Beine zu Elena gehe. Zur Erholung gönne ich mir ein spanisches Mittagessen auf der Rambla und eine Siesta im Palmenschatten.Als die Sonne am heißesten brennt, stärkt Elena mit mir im kühlen Fitness-Center noch einmal die Muskeln mit modernsten Geräten. Meine Bilanz: Nach sechs Action-Tagen bin ich zwar müde, aber fit und so erholt wie lange nicht mehr.Warum also nicht ein Stündchen Tennis dranhängen? Bis zum Abschiedsessen im "La Rampa del Tio Enriques" im Dorf bleibt noch Zeit genug. Beim letzten Aufschlag Richtung Meer hole ich mir Spiel, Satz und Sieg , dank einer Besonderheit Fuerteventuras: Der frische Wind vom Land lässt die Bälle weiter fliegen als zuhause. Hier, schwöre ich mir, werde ich schon bald wieder antreten! Lesen Sie mehr: Paddeln wie Gott in Frankreich Lesen Sie mehr: Campen, Wandern & Co. Lebensliste für Reiselustige Lesen Sie auf Joy Online: Die besten Online-Reiseanbieter