Dating-App: Wisch und weg!

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Smartphone Dating
Foto: Thinkstock

Dating-App

Als JOY-Autorin Christina Wüseke eine neue Dating-App testet, will sie irgendwann nur noch raus aus der Nummer. Aber dann erlebt sie doch ein Happy End”‰...

Neuer Trend: Dating-App

Meine Mitbewohnerin Sarah hat einen neuen Schwarm: die App „Tinder“, ein kleines Flirt-Programm fürs Smartphone . Ob im Büro, in der Bahn oder in der Badewanne – sie kann nicht mehr ohne. Das Konzept hinter der Dating-App „Tinder“ ist so genial wie brutal: Sobald sich die App mit dem eigenen Facebook-Profil verbunden hat, präsentiert sie via GPS potenzielle Flirtpartner aus dem Umkreis. Foto nach rechts wischen bedeutet „hot“, nach links „not“.

Wer sich gegenseitig heiß findet, erntet ein „match“ und darf chatten. „Komm, probier’s doch mal aus“, bearbeitete mich Sarah täglich. Bis ich schwach wurde und mich auf eine Proberunde einließ. Und da sitze ich nun, fahre mit dem Finger wie ein Scheibenwischer übers Handy-Display – und bin positiv überrascht: Statt oberkörperfreier Muskelpakete und Typen vor tiefergelegten Kleinwagen springen mir tatsächlich einige Prachtexemplare ins Auge.

Tom ist ein echter Volltreffer

Tom mit seinen süßen braunen Locken und dem verschmitzten Lächeln ist optisch ein echter Volltreffer – und wohnt gleich um die Ecke. Also ziehe ich das Foto nach rechts und zack: „It’s a Match!“ Wir verabreden uns für wenige Stunden später. Doch dann die Ernüchterung: Nicht nur das Restaurant ist winzig, auch mein Date . Und das Schlimmste: Die fehlenden Zentimeter versucht er mit einem schier grenzenlosen Ego wettzumachen. Aaaaah!

Der Abend zieht sich wie Kaugummi. Trotzdem kleben meine Finger weiterhin regelrecht am Smartphone. Links, rechts, links, links, rechts ... nach drei Tagen Dauer-Tindern mit der Dating-App komme ich auf stattliche 20 Matches, mit der Hälfte nehme ich Kontakt auf. Meine oberste Regel nach der Tom-Pleite: kein Treffen ohne Telefonat.

Wenn das Glück auf der Straße liegt

So konnte ich Marco schon vorab als Langweiler, Jan als Blender und Sven als Muttersöhnchen entlarven. Jakob hat meinen Test bestanden, mir aber fünf Minuten vor unserer Verabredung abgesagt. Per SMS! „Sorry, bin vergeben.“ Der wollte wohl nur seinen Marktwert checken. Frechheit! Am Wochenende treffe ich BWL-Student David. Das Date läuft super – bis zum dritten Getränk und der Frage: „Stehst du auch darauf, dich beim Sex zu filmen? “ Bitte?!?

Ich stürme genervt aus der Bar, direkt zu meinem Auto. Noch während ich zurücksetze, lösche ich die Dating-App. Ein Fehler. Denn einen Sekundenbruchteil später rummst es gewaltig. Ich schreie wie eine Irre, das Handy knallt gegen die Windschutzscheibe. Oh mein Gott, ich habe einen Radfahrer erwischt! Das Rad reif für den Schrottplatz, mein Opfer mit Schürfwunden am Boden.

Ich beuge mich über ihn, er öffnet seine Augen und ... es matcht! Nicht digital, sondern ganz real. Und mir wird schlagartig klar: Keiner braucht eine dusselige Dating-App, wenn das Glück auf der Straße liegt! Lukas ist inzwischen wieder auf den Beinen, heute haben wir unser drittes Date – und so wie es aussieht, passt nicht nur die Größe.

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