
Das klassische Material für Teppiche ist nach wie vor Wolle, insbesondere reine Schurwolle, vom lebenden Schaf. Die Faser ist extrem elastisch und erholt sich schnell von jeder Strapaze. Selbst starke Beanspruchung hinterlässt kaum Spuren. Von Natur aus ist Wolle schmutzabweisend und hat ein gutes Feuchteverhalten: Sie kann Feuchtigkeit binden und wieder abgeben – ein natürliches Regulativ für das Raumklima. Auch für Allergiker bietet Wolle gewisse Vorzüge: Sie ist in der Lage, Staub an der Oberfläche zu binden, wo er einfach abgesaugt werden kann.
Zur Verstärkung des Gewebes in Naturteppichen wird auch gern Haargarn wie Ziegen- oder Rosshaar verarbeitet. Es hat ähnlich gute Eigenschaften wie Wolle, eine starke Spannkraft und ist besonders reißfest. In den letzten Jahren macht eine Woll-Variante auch bei Teppichen Furore: Filz. Sein Pluspunkt: Die gefilzten Fasern können sich nicht mehr aufspalten und miteinander verhaken.

Auch Seide ist wieder im Spiel, häufig als edel schimmernder Akzent. Überhaupt ist die Lust auf extravagante Mixturen auffällig, die für ein reizvolles Spiel mit unterschiedlichen Strukturen und Oberflächen sorgen. So werden oft auch Baumwollfäden oder Lederbänder und sogar Metallfäden mit eingearbeitet. Breite Streifen aus Fell und Leder werden dazwischengesetzt und Stickereien hinzugefügt.
Wer auf natürliches Wohnen Wertlegt legt, für den kommen auch Teppiche aus pflanzlichen Fasern in Frage. Dazu gehören in erster Linie Sisal und Kokos. Sisal wird aus den fleischigen Blättern der Agave gewonnen, Kokos aus den Faserpolstern der Kokosnuss. Beide sind sehr feste Fasern, was die Teppiche besonders strapazierfähig macht. Wer darauf barfuß geht, bekommt eine Fußmassage gratis. Allerdings: Für Krabbelkinder sind diese etwas rauen Teppiche nichts. Aber sie sind herrlich leicht und elastisch und lassen sich gut pflegen.

Seltener findet man Jute, Baumwolle und Leinen, die besonders aufbereitet werden müssen, bevor sie zu Teppichen verarbeitet werden können. Sie geben dem Teppich eine leichte, kühle Note. Durch ihre glatte Gewebestruktur gelten sie als besonders schmutzabweisend, sind daher auch für Allergiker eine gute Wahl.
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Und dann ist da noch Papiergarn! Es wird aus gezwirnten Streifen Packpapier hergestellt und zu dichten Fasern verarbeitet. Den anderen Materialien steht es an Strapazierfähigkeit in nichts nach. Es ist abriebfest, feuchtigkeitsbeständig und durch seine hohe Dichte gegen Staub und Schmutz gewappnet – ein wichtiger Aspekt, den Allergiker beachten sollten.

Teppiche aus Naturfasern sind nicht gerade billig. Eine gute Alternative bieten synthetische Fasern wie Polyamid, Polyacryl usw. Diese Fasern sind optisch teilweise kaum von natürlichen zu unterscheiden und gelten als sehr langlebig. Da sie aber kaum Feuchtigkeit aufnehmen können, neigen sie dazu, sich elektrostatisch aufzuladen und Schmutz anzuziehen. Hier versucht man, mit speziellen Ausrüstungen entgegenzuwirken.
Und schließlich noch etwas Spezielles: Fasern aus Gummi, Leder oder Schnürsenkeln geben Langflorteppichen neue Aspekte – flippige Varianten in starken Farben. Und auch für Fell-Liebhaber werden neue Kreationen angeboten, aus Webpelz oder von der Kuh, sogar ganz schrille Popfarben.
Veröffentlicht in Wohnidee
