Depression: Gut gelaunt durch Herbst und Winter

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Mit unseren Tipps können Sie ihrem Körper über eine saisonale Depression hinweg helfen.
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Nie wieder Winterblues!

Saisonal bedingte Depression nennen Mediziner das Stimmungstief zwischen Oktober und März, das oft mit Erschöpfung, Schlaf- und Konzentrationsstörungen einhergeht. Nach Umfragen sind 20 Prozent der Erwachsenen davon betroffen, Frauen häufiger als Männer.

Hauptgrund für die Dauer-Trübsal ist das fehlende Licht. Wir stehen bei Dunkelheit auf, kehren bei Dunkelheit heim und verbringen zwischendurch viel zu viel Zeit bei künstlichem Licht. Die Folge: Der Körper schaltet auf "Winterschlaf" um, drosselt die Produktion des Glückshormons Serotonin und schüttet dafür vermehrt das Hormon Melatonin aus - und das ist für die Müdigkeit zuständig.

Lichttherapie: der Sonnenersatz

Seit einiger Zeit weiß man, dass sich dieser Prozess mit sehr hellem Licht umkehren lässt. Psychologen setzen die Lichttherapie sogar erfolgreich bei Depressionen ein. Geräte für daheim sollten eine Lichtstärke von mindestens 10.000 Lux haben (im Elektrohandel, ab 100 Euro).

Doch die Augen sind nicht das einzige Sinnesorgan, das Licht an unser Gehirn übertragen kann: Finnische Wissenschaftler haben festgestellt, dass es auch über die Ohren geht. Dafür braucht man ein kleines Gerät, das wie ein MP3-Player aussieht und starkes LED-Licht per Ohrstöpsel zu lichtempfindlichen Gehirnabschnitten leitet (von Valkee, ca. 200 Euro). Das steigert nachweislich die Leistungsfähigkeit und verbessert die Laune. Schon sechs bis zwölf Minuten täglich reichen.

Phythotherapie: die Kraft der Pflanzen

Auch die Naturmedizin kennt wirksame Rezepte gegen seelische Durchhänger. So wussten schon vor 1.000 Jahren heilkundige Mönche um die stimmungsaufhellende Wirkung von Johanniskraut.

Heute ist die Kraft der gelb blühenden Pflanze auch wissenschaftlich belegt: Seine Inhaltsstoffe erhöhen die Serotonin-Konzentration im Gehirn. Präparate mit Johanniskraut (z. B. "Laif 900 Balance", rezeptfrei in der Apotheke) sollten mindestens zwei Wochen eingenommen werden.

Homöopathie: sanfte Stärkung

Viele Heilpraktiker empfehlen bei winterlichen Beschwerden homöopathische Präparate. Die stark verdünnten Substanzen (z.B. von DHU, rezeptfrei, Apotheke) helfen rasch und regen unser Immunsystem an, sich selbst zu heilen. Ein gutes Mittel bei Stress und Erschöpfung ist Cocculus D12, bei Schlafstörungen hat sich Zincum metallicum D12 bewährt, bei depressiver Verstimmung ist Acidum phosphoricum D12 angebracht. Dreimal täglich fünf Globuli.

Gleich mehrere Wirkstoffe sind in dem Komplexmittel "Manuia" (rezeptfrei, Apotheke) vereint, das Körper und Seele gleichermaßen stärken soll. Dreimal täglich eine Tablette über sechs Wochen.

Aromatherapie: der Seele schmeicheln

Dass Düfte eine wohltuende Wirkung aufs Gemüt haben können, wissen wir schon vom Kochen. Man denke nur an Weihnachtsbäckerei oder Schweinebraten. Mit ätherischen Ölen im Badewasser oder in der Duftlampe lassen sich sogar verschiedene Beschwerden lindern.

Gegen fieses Winterwetter empfehlen wir folgende Mischung: 1 Tropfen Angelika-Öl (stärkt die Nerven), 2 Tropfen Geranien-Öl (macht gute Laune), 3 Tropfen Lavendel-Öl (beruhigt) und 5 Tropfen Bergamotte-Öl (entspannt).

Ernährung: Essen Sie sich glücklich

Die schlechte Nachricht vorweg: "Nervennahrung" hat leider meist viele Kalorien. Also nur in Maßen genießen, sonst geht die gute Laune beim Blick auf die Waage gleich wieder in den Keller.

Die wichtigsten Lebensmittel für die Seele sind Avocados, Lachs, Cashewkerne, Bananen, Shiitakepilze und Schokolade.

Ansonsten gilt: Trinken Sie viel heißen Tee, und essen Sie möglichst oft warm, das tut der Seele auch gut. Und setzen Sie verstärkt Chili und Ingwer zum Würzen ein - als zusätzliche Einheizer.

Wann die Seele Hilfe braucht

Gelegentliche Durchhänger sind in der dunklen Jahreszeit normal. Doch wenn die Beschwerden trotz unserer sanften Tipps anhalten, wenn Sie morgens nicht mehr aufstehen mögen und womöglich Angst und Dauer-Grübeln bekommen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Dahinter könnte eine Depression stecken. Je eher sie behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Mehr Informationen zum Thema Depression erfahren Sie hier.

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