Der Anti-Trend des Sommers: #SunburnArt

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Heute rot, morgen braun - ganz schön riskant. Die im Netz kursierenden Sonnenbrand-Tattoos sind ein echtes Gesundheitsrisiko!
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Diese Sonnenbrand-Tattoos sind richtig gefährlich!

Da ist er: Der bescheuertste Trend des Sommers. Auf Twitter zeigen immer mehr Menschen ihren Sonnenbrand - unter dem Hashtag #SunburnArt sogar mit eingebranntem Tattoo. Echt blöd, denn die Haut vergisst nichts!

Sie tut uns gut. Aber wer sich zu lange und zu oft ihren Strahlen aussetzt, lebt gefährlich. Die dunkle Seite des Sommers heißt Sonnenbrand. Und die Braunwerden-ohne-Rücksicht-auf-Verluste-Mentalität hat seinen Preis: Die Haut, haben Dermatologen gelernt, vergisst nichts. Schon ein einziger Sonnenbrand kann sie ein halbes Jahr voraltern lassen. Eingeschworene Sonnenanbeter müssen deshalb frühzeitig mit Runzeln und Falten rechnen. Zudem sehen Experten im Bräunungskult eine der Ursachen für die steigende Hautkrebsrate.

Neu ist das alles nicht. Und doch können wir uns nur wundern, dass ein Trend, in dem es darum geht, sich absichtlich von der Sonne Muster in die Haut brennen zu lassen, überhaupt viral gehen kann. Denn genau das passiert derzeit unter dem Hashtag #SunburnArt (also #SonnenbrandKunst) auf Twitter.

Fakt ist: Laut Studien stufen nur 30 % der deutschen Frauen Sonnenbrand als gefährlich ein. Sich vorsetzlich in die pralle Sonne zu legen, um sich ein paar hübsche Tattoos auf den Körper zu braten also auch nicht? Oh doch!

Das, was da alle so witzig und teilenswert finden, also die Sonnenbrand-Rötung auf Rücken, Brust oder den Beinen , ist nichts weiter als eine Entzündung, mit der der Körper versucht, die beschädigten Zellen loszuwerden. Da man in den ersten Tagen sowieso nicht richtig braun wird, riskiert man nur einen Sonnenbrand. Die Eigenschutzmechanismen der Haut, zu denen auch die Produktion des braunen Pigments Melanin gehört, laufen nämlich noch auf Sparflamme. Die Hornschicht der Haut, die so genannte Lichtschwiele, muss sich erst verdicken. Dauer: ca. fünf Tage. Nach drei Wochen Sonnenbaden ist die Lichtschwiele voll ausgebildet und kann sogar einen hauteigenen Sonnenschutz bilden. Der entspricht etwa Faktor 5, ist also immer noch nicht besonders hoch. Übrigens: Es gibt keinen totalen Sunblocker. Um die 2 Prozent an Strahlung lässt jede Creme durch, egal, wie hoch der LSF ist.

Die Quintessenz: Lassen Sie es mit dem bekloppten #SunburnArt-Trend einfach bleiben, wenn Sie keine irreparablen Schäden riskieren wollen. Wer es trotzdem nicht lassen kann, benutzt einfach Spray Tan oder Bronzer . Und die noch bessere Wahl: Cremen Sie sich in der Sonne immer großzügig ein, lieber mit einem zu hohen Schutzfaktor als mit einem zu niedrigen. Und: Gehen Sie öfter mal in den Schatten! Ihre Haut wird es Ihnen danken.