Der Ex - unser natürlicher Feind

der ex unser natuerlicher feind

Männer verstehen

Männer haben viele natürliche Feinde: Klobrillen. Tanzkurse. Enge Gürtel. Obst. Gemüse. Mehr Haare auf dem Rücken als auf dem Kopf. Oder den vorzeitigen Orgasmus. Doch der schlimmste Feind ist ein unbesiegbarer: die Vergangenheit. Oder besser: die Vergangenheit der Partnerin. Denn die könnte ja gar nicht so übel gewesen sein im Vergleich zu heute ...

Im Leben eines Mannes gibt es einige Horrorsituationen. Sie ziehen fast immer eine ansehnliche Neurose nach sich: Die Aus-Versehen-Erektion am Beckenrand beim Schwimmen in der 7. Klasse. Wenn der Fahrlehrer mitten in der Prüfung kalt sagt, "Fahr'n se doch bitte rechts ran", und für nachmittags schon alle Freunde auf eine Spritztour eingeladen sind. Wenn einem am letzten Tag im Monat spätabends ein Kurier einen Brief der eigenen Firma übergibt und gehalten ist, den Empfang quittieren zu lassen - "bedauern wir Ihnen mitteilen zu müssen ...".

Oder wenn die Partnerin unvermittelt Vergleiche mit dem Ex anstellt. Zum Beispiel im Urlaub: "Der Rocco hat mich mal in einem Strandkorb vernascht ..."

Schwups, ist es mit der Erholung vorbei! Dieser verdammte Rocco! Was muss der im Bett (und im Strandkorb) für eine Granate gewesen sein. Oder der Michi, den sie gelegentlich wie beiläufig erwähnt. Ein "süßer Surfertyp" mit "coolen halblangen blonden Haaren", der war ja "so sportlich". Oder Christian, noch heute unverhohlener Liebling der Schwiegereltern. In ihrem Familienfotofundus existieren offenbar noch einige sorgsam gehütete Aufnahmen dieses stets unverbindlichen und zu allen gleich freundlichen Typen.

Der Ex ist auf der Sympathie-Skala ganz weit untenLiebe Frauen, bitte schweigt Eure sexuell-partnerschaftliche Vergangenheit der Einfachheit halber tot. Ihr müsst wissen: Euer Ex folgt auf unserer Sympathie-Skala gleich hinter Stalinhitlerbinladen und dem Kellner, der einem zum Spaß mal Clausthaler alkoholfrei angedreht hat statt Pils.

Ihr merkt, wir Männer sind sehr empfindlich, wenn's an unsere Ehre geht. Rein evolutionstechnisch stromern wir ja noch heute Tag für Tag im Rudel durch die Wälder und erkämpfen uns stetig unseren Rang in der Meute neu - der Stärkste gewinnt, der Schwächere verliert. Also gebt (wenigstens Ihr) uns bitte, bitte das Gefühl, der Stärkste zu sein.

Und wenn Ihr all diese Roccos, Michis und Christians unbedingt erwähnen müsst, dann bitte als Sinnbild fürs Versagertum: im Bett einfallslose Nieten, total unsportlich, von den Schwiegereltern gehasst. Und ergänzt diesen Gedanken mit einem überzeugend gehauchten "Gut, dass Du nicht so bist, Schatzi". DAS glauben wir Euch aufs Wort!