Mama-BlogDeshalb ist unser Baby-Name KEIN Geheimnis!

Den Wunsch-Babynamen vor der Geburt verraten? Das trauen sich viele werdende Eltern nicht mehr - aus Angst vor Kritik.
Den Wunsch-Babynamen vor der Geburt verraten? Das trauen sich viele werdende Eltern nicht mehr - aus Angst vor Kritik.
Foto: iStock

Mama-Bloggerin Silke wird runder und runder: In 6 Wochen soll ihr zweites Kind kommen. Und jeder, der möchte, darf mitreden, wie es heißen soll. Warum denn auch nicht? Auf wessen Meinung sie am Ende hören, entscheiden Silke und ihr Mann schließlich selbst.

»Ich bin froh, wenn mich jemand vor Risiken eines Babynamens warnt!«

"Zuallererst muss ich eine Sache vorausschicken: Ich habe vollstes Verständnis für JEDEN, der den Namen seines Kindes bis zur Geburt geheim hält. Mir sind schon die abenteuerlichsten Geschichten zu Ohren gekommen, die dieses Vorgehen absolut rechtfertigen. Wunschnamen zum Beispiel, die seit Kindheitsgedenken für die einstigen Nachkömmlinge feststanden – und dann wenige Wochen vorm Geburtstermin von der besten Freundin für deren eigenen Nachwuchs „geklaut“ wurden, weil sie „Charlotte“ selbst so schön findet. Oder ein Name, der eigentlich längst feststand, dann aber von Freunden und Verwandten so lange „schlechtgeredet“ wurde, dass die Eltern sich am Ende doch dagegen entschieden – und das bis heute bereuen.

Ich wünschte, ich hätte so klare Vorstellungen!

Einen ewigen „Wunschnamen“ für meine Kinder hatte ich nie. Und wenn, hätte ich ihn mit Händen und Füßen verteidigt, da bin ich sicher. Doch dazu kam es nie: In meiner ersten Schwangerschaft wussten wir bis zur 32. Schwangerschaftswoche nicht, ob wir einen Jungen oder ein Mädchen erwarten (nicht weil wir es nicht wollten, sondern weil er/sie sich einfach nie eindeutig genug zeigte). Und auf einen Namen konnten wir uns für keines der beiden Geschlechter einigen. Teilweise brachen wir in schallendes Gelächter aus, wenn der andere einen neuen Namensvorschlag auf den Tisch brachte. Um dann peinlich berührt festzustellen, dass das gerade KEIN Scherz war.

 

Dass Tom Tom heißt, haben wir im Kreißsaal entschieden. Nachdem ich bereits einen halben Tag lang in den Wehen lag, meine PDA langsam zu wirken begann und ich endlich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte. Mit dieser Entscheidung sind wir auch 2,5 Jahre später noch sehr glücklich. Und trotzdem hätte ich es gern entspannter gehabt. Vielleicht auch schon einmal seinen Namen vorab auf irgendetwas sticken, kleben, malen lassen. Oder einfach die Frage: „Wie soll es denn heißen?“ mit einem stolzen „Tom!“ beantwortet.

Dieses Mal ist alles anders.

Wir wissen schon seit dem 1. großen Ultraschall, dass wir uns auf ein Mädchen freuen dürfen. Und tatsächlich gibt es dieses Mal eine Liste, auf der Namen stehen, die wir uns beide vorstellen können! Kein schallendes Gelächter, sondern ernstgemeinte Vorschläge, die der eine gemacht und der andere zumindest noch nicht abgeschmettert hat.

Gut, diese Liste ist kurz. Sehr kurz, um genau zu sein. Wir hoffen beide, dass sie noch länger wird. Aber im Moment stehen immerhin zwei Namen darauf. Nein, die posten wir auch nicht auf Facebook oder veröffentlichen sie hier im Artikel. Das ist selbst mir ein zu unübersichtliches Forum. Aber jeder, der uns in der analogen Welt danach fragt, bekommt diese beiden Namen zu hören. Warum denn auch nicht?

Ich entscheide doch sowieso, wessen Meinung mir wichtig ist.

Vielleicht ist es überheblich von mir. Oder ignorant. Oder egozentrisch.  Oder alles davon. Aber wenn Jemand Wildfremdes an meinen Namensideen Kritik übt, dann ist mir das doch scheißegal. Obwohl: Wildfremd muss die Person noch nicht einmal sein. Eigentlich finde ich auch die Meinung von meinem Bekanntenkreis nicht sonderlich wichtig – denn es ist genau das: eine Meinung! Und mehr nicht. Und die sind nun einmal verschieden. Warum also sollte ich ein Geheimnis aus MEINER Meinung machen? Ich finde beide Namen auf dieser Liste schön, mein Mann auch. Sonst hätten wir sie ja nicht drauf geschrieben.

Sie hat meinen Sohn vor dem Spitznamen „Titte“ bewahrt

Konstruktive Kritik von engen Freunden und Verwandten hingegen, die bei der Namensfindung wirklich weiterhilft, möchte ich doch unbedingt hören, BEVOR der Name auf der Geburtsurkunde steht. Und dafür muss man einfach VOR der Geburt über mögliche Namen reden. Lange Zeit dachte ich zum Beispiel, Titus sei ein toller Name für unseren 1. Sohn. Ich war nur nicht sicher, ob er in der Schule vielleicht „Tussi“ genannt werden könnte – Kinder sind schließlich grausam und denken sich schreckliche Hänseleien aus. Also fragte ich eine gute Freundin, ob sie „Tussi“ als einen naheliegenden Spitznamen für „Titus“ empfindet, oder ob ich ihrer Meinung nach eine zu ausgeprägte Fantasie habe. Diese Freundin erzählte mir dann von ihrem Schulkameraden Titus, der seine gesamte Kindheit über „Titte“ gerufen wurden. Und diesen fürchterlichen Spitznamen bis ins Erwachsenenalter nicht mehr loswurde. Ich bin ihr bis heute dankbar, dass sie mir DAS erzählt hat, bevor ich mein eigenes Kind der Gefahr ausgesetzt habe, ein Leben als „Titte Schröckert“ zu führen.

Ein anderes Beispiel kommt aus den USA: Hier haben Eltern in diesem Sommer ihre Tochter Ottilie nachträglich in Margot umbenannt, weil die Oma des Kindes den Namen Ottilie einfach nicht aussprechen konnte. So etwas kann man doch vorher abklären! Ich jedenfalls wäre froh, wenn wir die Chance dazu bekommen. Und hoffe, dass wir uns ganz bald entscheiden. Für einen der immerhin 2 Namen auf unserer Liste. Oder für einen ganz anderen. Hauptsache er steht fest, bevor ich in den Kreißsaal geschoben werde.

Eure Silke

Silke Schröckert bloggt für Wunderweib.de über das Leben mit Kindern.
Silke Schröckert bloggt für Wunderweib.de über das Leben mit Kindern.

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