Diabetes oder Rheuma - Ihre Augen verraten es

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Sanft heilen

Ärzte in China schauen ihren Patienten grundsätzlich in die Augen. Auch in der westlichen Medizin plädieren immer mehr Experten für eine engere Zusammenarbeit zwischen Augen- und Hausarzt. So lassen sich z. B. an der Netzhaut frühzeitig Gefäßschäden und damit ein Vorliegen von Bluthochdruck oder Arteriosklerose ablesen. Mit dem nötigen Wissen können Sie in Ihren Augen auch selbst so einiges erkennen - und Krankheiten vorbeugen.

1. Einblutungen im Auge

Geplatzte Äderchen sehen oft beängstigend aus. Fürs Auge sind sie aber harmlos - und werden rasch abgebaut. Oft treten sie nach körperlichen Belastungen auf, z. B. nach schwerem Heben bei einem Umzug. Stellen Sie jedoch fest, dass Sie öfter Einblutungen haben, kann das auf Bluthochdruck, Arteriosklerose oder eine gestörte Blutgerinnung hindeuten. Tipp: Lassen Sie sich beim Hausarzt gründlich durchchecken.

2. Brauner Ring um die Iris

Diese ringförmige Verfärbung kann eine erblich bedingte Kupferstoffwechselstörung anzeigen. Dann lagert sich Kupfer in der Leber ab. Tipp: Den Verdacht zunächst beim Augenarzt abklären lassen und gegebenenfalls eine medikamentöse Kupferausleitung beim Internisten durchführen. Der Farb-Ring verschwindet dann wieder.

3. Doppel-Falte unterm Auge

Häufig tritt dieses Phänomen bei Neurodermitis auf. Stress, trockene Heizungsluft oder Kälte können die Hautkrankheit zum Ausbruch bringen. Tipp: Sollte sich der Verdacht bestätigen, beruhigen Fettsäuren der Nachtkerze den Hautstoffwechsel (Kapseln, Apotheke).

4. Wenn sich das Augenweiß rötet

Ein rotes Auge kann viele Ursachen haben. Zum einen eine akute Bindehautentzündung. Diese geht mit einem Fremdkörpergefühl und Schmerzen einher. Auch die sogenannte Augengrippe, eine Virusinfektion, die aktuell gehäuft vorkommt, kann dahinterstecken. Es kann sich aber auch um eine Entzündung der mittleren Augenhaut, der Uvea, handeln. Diese tritt oft im Zusammenhang mit einer rheumatischen Erkrankung auf und kann sogar zur Erblindung führen. Tipp: Lassen Sie unbedingt abklären, warum Ihr Auge gerötet ist. Antibiotische Tropfen helfen bei einer Bindehautentzündung. Bei einer rheumabedingten Rötung kommt Kortison zum Einsatz. Wichtig ist dann, die zugrunde liegende Erkrankung zu therapieren.

5. Plötzlich zeigen sich Tränensäcke

Neu aufgetretene Schwellungen unter den Augen sind oft ein Anzeichen für eine Funktionsstörung der Nieren oder des Wasserhaushalts. Tipp: Trinken Sie etwa zwei Liter kalorienfreie Getränke (Wasser, Kräutertee) pro Tag. Ideal ist Birkenblättertee, weil er hilft, Wasseransammlungen auszuschwemmen. Und: Schränken Sie Ihren Salzkonsum ein. Würzen Sie mehr mit Kräutern.

6. Hervortretende Augäpfel

Bei der Basedowschen Krankheit sind die Augen auffallend groß und treten hervor. Dabei handelt es sich um eine Begleiterscheinung einer krankhaften Schilddrüsenüberfunktion, begleitet von Herzrasen, Schwitzen und Nervosität. Tipp: Per Ultraschall und einer Untersuchung der Schilddrüsenwerte im Blut lässt sich Morbus Basedow nachweisen. Die Erkrankung kann mit Medikamenten (Thyreostatika) meist gut behandelt werden.

7. Weißgelber Ring um die Iris

Ältere Menschen haben oft einen hellen Ring um die Iris. Bildet er sich jedoch schon im mittleren Lebensalter, ist das meist ein Hinweis auf erhöhte Cholesterinwerte und damit ein gesteigertes Herzinfarkt-Risiko. Tipp: Blutfettwerte vom Hausarzt untersuchen lassen.

8. Sehstörungen ernst nehmen

Manchmal spielt die Sicht verrückt. Auch Phänomene wie Flimmern, Flirren oder schwarze Punkte können vieles über unseren körperlichen Zustand aussagen.

Sehverschlechterung

Wenn die Sehkraft innerhalb von ein bis zwei Wochen nachlässt, ist das ein Alarmsignal. Es kann eine Entzündung des Sehnervs vorliegen. Dieser wird oftmals durch multiple Sklerose ausgelöst. Umgehend abklären lassen. Auch bei einer vorübergehenden Verschlechterung der Sicht sollten Sie zum Arzt: Es kann sich um den Vorboten eines Schlaganfalls handeln.

Doppelbilder

Ebenfalls ein typisches Warnzeichen für einen Schlaganfall ist es, wenn Sie auf einmal Umrisse doppelt sehen. Dann auch rasch zum Arzt gehen.

Flimmern

Ein unvermittelt einsetzendes Flimmerbild, oft gepaart mit einer Einschränkung des Gesichtsfelds, kann auf eine Migräne hindeuten. Oftmals kündigt sich bei Betroffenen eine Schmerz-Attacke damit an. Es gibt aber auch Migräne-Arten, die auf solche Sehstörungen beschränkt sind, ohne Schmerzen daherkommen und daher unentdeckt bleiben.

Lichtblitze

Ein kurzfristiges seitliches Aufleuchten - ein solches Phänomen übergehen viele. Es kann aber auf eine akute Netzhautablösung hindeuten. Gerade Diabetiker sind gefährdet. Daher unbedingt ernst nehmen und abklären lassen.

Dunkle Sprenkel

Tanzende schwarze Punkte vor den Augen - das kennt fast jeder. Es handelt sich dabei um harmlose Eintrübungen des Glaskörpers. Aber: Auch bei Diabetes können vermehrt schwarze Sprenkel oder Schleier im Sichtfeld erscheinen. Sind sie oft zu sehen und treten massiv auf, sollten Sie es dem Arzt mitteilen.

Nachtblindheit

Die Dämmerungssicht verschlechtert sich bei vielen im Alter. Es kann aber auch ein Vitamin-A-Mangel dahinterstecken.

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