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Abenteuerspielplatz Namibia

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Reise: Namibia

Das Land im Südwesten Afrikas ist ein wahres Paradies für Outdoor-Fans. Hier geht man zum Sandboarding und Surfen, Trekking und Paragliden – Safari mit wilden Tieren inklusive!

Es klopft zweimal zaghaft an meiner Bungalowtür. Nach einer kurzen Pause noch einmal resoluter. Ich linse völlig verschlafen auf mein Handy: Vier Uhr morgens – neiiin, ich will nicht aufstehen! Ich stelle mich einfach schlafend.

Die schönsten Eindrücke aus Namibia sehen Sie in der Galerie (16 Bilder):

Wie herrlich könnte ich heute bis mittags frühstücken, dann am Pool relaxen, ein paar Spaziergänge in der Wüste machen ... Aber Guide Randy ist hartnäckig: „Christine, please wake up, du wolltest doch unbedingt die Dünen bei Sonnenaufgang sehen!“ Ich gebe seufzend auf – und sitze 15 Minuten später mit zwei ebenso müden Italienern und einem gut gelaunten Pärchen aus Irland in einem Jeep auf dem Weg in die Wüste.

Ein Meer aus Sand

Rund 65 Kilometer sind es von der „Sossus Dune Lodge“ zu den Dünen des Sossusvlei. Noch ist es stockfinster und ein makelloser Sternenhimmel wölbt sich tintenschwarz über der Namib-Wüste. Im Scheinwerferlicht sieht man ein paar nacht-aktive Tiere über die Schotterpiste huschen: Hyänen, Erdferkel – und Löffelhunde, lerne ich. „Sie heißen so wegen ihrer riesigen Ohren“, erklärt Randy.

Nach einer Stunde wird es langsam hell, die Morgensonne taucht die Wüste in zart rosafarbenes Licht. Links und rechts wachsen schon die ersten meterhohen Sanddünen aus der trockenen Ebene, dazwischen stehen ein paar knorrige Bäume. Immer tiefer geht es auf schmalen, holprigen Wegen hinein in das Dünen-Gebirge, dann stoppt Randy den Jeep und wir gehen zu Fuß weiter.

Die größte Düne Namibias

Kurz darauf stehen wir vor ihr, der größten Düne Namibias: „Darf ich vorstellen: Big Daddy“, verkündet unser Guide stolz, „mit 325 Metern zwar nicht die höchste Düne der Welt – das ist der Cerro Blanco in Nazca, Peru, mit 1.176 Metern –, aber die schönste ist sie auf jeden Fall!“ Da man laut Randy die beste Aussicht vom Gipfel hat, beginnen wir, den mächtigen Sandberg zu erklimmen. Der Aufstieg im rutschigen Sand ist nicht einfach, aber nach 45 Minuten stehen wir schließlich am höchsten Punkt des Riesen.

Die Mühe hat sich gelohnt: Von hier bis zum 70 Kilometer entfernten Atlantik erstreckt sich ein endloses Meer aus orangerot leuchtenden Dünen – einfach überwältigend! Nach einer ausgiebigen Fotosession (ich muss sofort eine MMS an meine Mama schicken!) treten wir den Rückweg an.

Spektakuläre Gebirge und Canyons

Ein großer Spaß – wir lassen uns einfach nach unten kullern (noch heute rieselt übrigens Sand aus meinen Trekking-Schuhen). Am Fuß der Düne erwartet uns Randy mit dampfendem Kaffee und leckeren Schinkensandwiches, dann geht es zurück zur Lodge. Das luxuriöse Bungalow-Resort ist die einzige Unterkunft direkt im Namib-Naukluft-Park, einem 49.768 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet im Süden Namibias.

Der Park punktet nicht nur mit den wunderschönen Dünen: Es gibt auch spektakuläre Gebirge und tiefe Canyons, üppig grüne Flussoasen und ausgedehnte Steinwüsten. Zwei Tage lang erkunde ich mit dem Mietwagen die faszinierende Landschaft, dann düse ich weiter Richtung Norden, 350 Kilometer von Sossusvlei bis ins Küstenstädtchen Swakopmund.

Abheben am Atlantik

Das nostalgische Seebad mit seinen hübschen Kolonialstilgebäuden ist perfekt für ein paar sportliche Tage am Meer. Zum Schwimmen ist es etwas kühl (selbst im Südsommer, unserem Winter, sorgt der kalte Benguelastrom für Wassertemperaturen von maximal 18 Grad), aber der endlos lange Sandstrand ist ein tolles Terrain zum Joggen und Walken. Wind und Wellen schaffen zudem optimale Bedingungen für Surfer. Außerdem gibt es da noch die cremefarbenen Dünen am südlichen Ortsrand.

Die Ausläufer der Namib sind ein riesiger Sandkasten für Erwachsene: In den bis zu 40 Meter hohen Hügeln kann man quadbiken und wandern, sandboarden und sogar paragliden (alles über www.statravel.de). Letzteres ist allerdings nichts für Ängstliche. Hier fliegen nämlich selbst Anfänger alleine, also nicht im Tandem.

Wandern, Sandboarden und Paragliden

Vorab gibt Guide Mario ein paar Instruktionen zu Start, Flug und Landung (Arme hoch, mittig, runter) und schon geht’s solo in die Luft! Auch bei mir bedarf es einiger Überzeugungsarbeit, aber nach ein paar niedrigen Probeflügen wage ich mich immer höher hinauf und gleite schließlich minutenlang 30 Meter über dem Boden in Richtung Meer – ein erhebendes Erlebnis!

Im 35 Kilometer entfernten Nachbarort Walvis Bay wartet noch ein weiteres Highlight: Bei einer dreistündigen Bootstour in der Bucht kann man Pelikane, Seehunde und sogar Delfine bewundern. Und immer mit von der Bootspartie ist Robbe Robbie, die gegen kleine Kunststücke leckere Fisch-Snacks bekommt.

Auf der Suche nach den Big Five

Stichwort Tiere: Ein Muss auf jeder Namibia-Reise ist eine Safari im Etosha-Nationalpark. Er erstreckt sich über 22.912 Quadratkilometer im Norden des Landes, rund 600 Kilometer von Swakopmund. 114 Säugetier- und 340 Vogelarten leben hier – und die Kulisse dazu könnte nicht schöner sein: Die Savanne reicht bis zum flirrenden Horizont, Schirmakazien und goldene Gräser wiegen sich im Wind.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Parks in Afrika darf man hier im eigenen Auto auf Pirschfahrt gehen. Das ist spannend, denn hinter jeder Biegung, jedem Baum wartet eine neue Überraschung! Allerdings bleibt fürs Fotografieren kaum Zeit, wenn man selbst am Steuer sitzt. Deshalb quartiere ich mich im parkeigenen „Okaukuejo Camp“ ein (mit Restaurant, Pool und Wasserloch für die Tiere) und buche von dort eine geführte Safari-Tour mit Fahrer Victor.

Im eigenen Auto auf Pirschfahrt

Die „Nature Guides“ wissen immer ganz genau, wo sich wann welche Tiere aufhalten, und man kann sich entspannt im Jeep zurücklehnen. Drei Tage verbringe ich im Nationalpark, ich kann mich einfach nicht sattsehen an den Bewohnern – von Antilope bis Zebra bekomme ich alles vor die Linse: Erdmännchen und Flamingos, Gazellen, Giraffen, Gnus, Schakale, Springböcke und Strauße.

Fast hätte ich sogar die berühmten „Big Five“ geschafft – das sind Büffel, Elefant, Löwe, Nashorn und Leopard. Aber dazu fehlt mir noch einer, nämlich der Buffalo. Und den findet man in Namibia ausschließlich im Waterberg Plateau Park ...

Trekking am Tafelberg

Dieser Nationalpark 200 Kilometer südlich von Etosha ist zwar kleiner als die anderen (1.405 Quadratkilometer), aber optisch ein absolutes Schmankerl: Mitten aus der Ebene erhebt sich dort nämlich ein mächtiger Tafelberg aus terrakottarotem Sandstein, 200 Meter hoch und 50 mal 20 Kilometer groß!

Wanderung und Hauptstadt-Besichtigung

Oben auf dem gigantischen Plateau leben über 90 Säugetierarten und es gibt sowohl die kleinste als auch die größte Antilopenart Afrikas: Dikdik und Elen. Auch hier kann man morgens und abends organisierte Pirschfahrten im Jeep unternehmen (45 Euro für vier Stunden) oder den Berg bei einer Wanderung selbst erkunden.

Rund eine Stunde dauert der Aufstieg, oben hat man einen perfekten Rundumblick auf die Ebene und an klaren Tagen kann man sogar bis zum 300 Kilometer entfernten Windhoek sehen. Apropos: Die quirlige Hauptstadt muss ich mir vor meinem Rückflug auf jeden Fall auch noch angucken!

Schweinebraten auf Afrikanisch

In Windhoek leben rund 300.000 der zwei Millionen Einwohner Namibias. Es gibt Hotels für jedes Budget, launige Bars und schöne Shopping-Möglichkeiten. Und man merkt zum ersten Mal so richtig, dass das Land von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie war. Zwar ist die Amtssprache Englisch, aber die Straßen heißen hier Bahnhof- und Burg-, Düsseldorf- und München-Street.

Man ordert Kassler mit Krautsalat, Schweinebraten und Knödel im „Wirtshaus Windhoek“, das Bier wird streng nach unserem Reinheitsgebot gebraut. Da wundert man sich dann nicht mehr, wenn man vom Kellner mit den lustigen Rastazöpfen in breitestem Bayerisch gefragt wird, ob man sein „Windhoek lager“ lieber im „gloana Glasl“ oder „im zünftig’n Masskrug“ haben möchte. Auch das ist Afrika.

Travel Tipps

Flug

(10 Stunden) nach Windhoek (hin und zurück): ab 690 Euro, www.airberlin.com; ab 785 Euro, www.airnamibia.com

Einreise

Reisepass, noch mindestens sechs Monate gültig

Hotels

Windhoek: „Kashima B & B“: zentral und familiär, Doppelzimmer/Frühstück ab 55 Euro, www.kashima-namibia.com; „Casa Blanca“: stylisches Boutiquehotel, Doppelzimmer/Frühstück ab 110 Euro, www.casablancahotelnamibia.com; „Hotel Heinitzburg“: edel schlafen im Schloss, Doppelzimmer/Frühstück um 219 Euro, www.heinitzburg.com

Swakopmund: „Villa Wiese“: hübsche historische Guestlodge, Doppelzimmer/Frühstück ab 47 Euro, www.villawiese.com; „Central Guest House“: klein und fein, Doppelzimmer/Frühstück ab 116 Euro, www.guesthouse.com.na; „Boathouse“: direkt am Strand, Doppelzimmer/Frühstück ab 140 Euro, www.swakopmund-boathouse.com; „Swakopmund Hotel“: Luxus im Jugendstil, Doppelzimmer/Frühstück ab 294 Euro, www.swakopmundhotel.co.za

Nationalpark-Camps

Wüste: „Sossus Dune Lodge“: Übernachtung/Halbpension ab 110 Euro, Etosha: „Okaukuejo“ und „Namutoni“: Übernachtung/Frühstück ab 60 Euro, Waterberg: „Plateau Lodge“: Übernachtung/Frühstück ab 35 Euro. Alle Parks kosten 8 Euro Eintritt pro Person/Tag und 1 Euro/Auto. Infos/Buchung: www.nwr.com.na

Veranstalter

14 Tage Busrundreise ab Windhoek (Wüste, Swakopmund, Etosha) ab 2.149 Euro inklusive Übernachtung/Halbpension, Mietwagen ab 29 Euro/Tag. Alles über: www.statravel.de

Infos

www.namibia-tourism.com

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