Ich

Zuhause

Welt
Adel Exklusiv Alles für die Frau Auf einen Blick Avanti Bella Das neue Blatt Das neue Fernsehwoche Freizeitwoche Laura wohnen kreativ Laura Mach mal Pause Mini My Way Neue Post Schöne Woche Tina Tina Woman Woche Heute Happinez Meins Joy Shape
Shape

Allergisch gegen Gluten?

Shape,

Lebensmittel: Gluten-Allergie

Haben Sie öfter Migräne oder fühlen sich schlapp? Dann könnten Sie zu der rapide wachsenden Zahl von Menschen gehören, die Gluten nicht vertragen, es aber nicht wissen. Wir nennen die Symptome und zeigen, wie Sie trotzdem genussvoll essen können.

Nach Schätzung von Experten sind in Deutschland etwa 500.000 Menschen an Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit, erkrankt. Die Zahl der Betroffenen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, viele wissen gar nicht von ihrer Allergie. Gut zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen, so Anett Ebock, Ernährungswissenschaftlerin der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG). Doch was verbirgt sich hinter dem medizinischen Fachbegriff, der immer häufiger in den Medien auftaucht?

Welche Lebensmittel Sie ganz ohne Gluten genießen können, erfahren Sie in der Bildergalerie (6 Bilder):

„Zöliakie“ bezeichnet die chronische Unverträglichkeit von Gluten, einem Eiweißgemisch, das in den meisten Getreidearten vorkommt. Die Folge ist eine gefährliche Entzündung des Dünndarms. Unser Darminneres ist mit unzähligen Falten und Erhebungen ausgestattet, die die Oberfläche maximieren und dafür sorgen, dass der Körper alle wichtigen Nährstoffe über die Schleimhaut aufnehmen kann.

Bei einer andauernden Entzündung bilden sich diese Falten zurück, die innere Oberfläche des Dünndarms wird immer kleiner. Mangelerscheinungen sind dann vorprogrammiert und Folgekrankheiten wie Anämie („Blutarmut“) oder Osteoporose („Knochenschwund“) können entstehen – der Körper leidet doppelt!

Warum es vor allem Frauen sind, die so empfindlich auf Gluten reagieren, konnte wissenschaftlich bisher nicht geklärt werden. Die Forschung konzentriert sich im Augenblick noch auf andere Schwerpunkte: ob es beispielsweise möglich ist, die Krankheit mit Medikamenten zu behandeln oder welchen Einfluss die Ernährung von Säuglingen auf eine spätere Zöliakie hat.

80 bis 90 Prozent aller Menschen mit Zöliakie wissen nichts von ihrer Krankheit. Eine schnelle und eindeutige Diagnose ist vor allem im Erwachsenenalter aufgrund der uneindeutigen Symptome eher selten. Nur etwa die Hälfte der Erkrankten leidet an Durchfall oder Gewichtsverlust. Viele klagen über Erschöpfung, Migräne oder Zyklusstörungen, kein Wunder also, dass man dem Grund für die Beschwerden oft erst Jahre später auf die Spur kommt.

Allerdings reagieren sowohl Ärzte als auch Betroffene mittlerweile sensibler auf Zöliakie, zudem hat sich die Diagnostik verbessert. Das ist mit ein Grund für die steigenden Zahlen der Glutenunverträglichkeit. „Wer früher mit einem Reizdarm nach Hause geschickt wurde, kann heute viel gezielter untersucht werden“, erklärt Anett Ebock. Wenn man vermutet, darunter zu leiden, sollte man einen Arzt aufsuchen und sich gründlich durchchecken lassen.

Vorsicht vor verstecktem Gluten

Ist die Zöliakie durch eine Blutuntersuchung und eine Biopsie des Dünndarms festgestellt, erfordert die Krankheit einen schnellen und harten Cut: Mit einem Mal muss Schluss sein mit Brot, Kuchen und Pasta! Zöliakie kann nicht geheilt werden: Die einzige Chance, beschwerdefrei zu leben und den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist der permanente Verzicht auf glutenhaltige Produkte – und das ein Leben lang.

Gar nicht so leicht, denn Gluten ist nicht nur in vielen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Dinkel und Hafer enthalten, sondern auch in allen Produkten, in denen diese weiterverarbeitet werden. Noch komplizierter wird es, weil Gluten oft da versteckt ist, wo man es nicht unbedingt erwartet: In der Tütensuppe, im Ketchup oder Fruchtjoghurt, in dem es zum Beispiel als (Weizen-)Stärke, die den Fruchtzusatz bindet, vertreten sein kann.

Erste Anlaufstelle für Zöliakie-Patienten sollte daher eine professionelle Ernährungsberatung sein. Glutenhaltige Zutaten müssen in allen Ländern der EU gekennzeichnet werden. Das Gesetz gilt allerdings nur für verpackte Produkte, nicht für offene Waren in Restaurants oder Cafés. Seit 2012 dürfen sich nur noch Produkte mit dem Attribut „glutenfrei“ schmücken, deren Glutengehalt 20 Milligramm pro Kilo nicht überschreitet.

Eine weitere wichtige Orientierungshilfe bietet das Siegel der Deutschen Zöliakie Gesellschaft. Produkte mit der durchgestrichenen Ähre sind garantiert und nachweislich frei von Gluten und können ohne Bedenken verzehrt werden. Außerdem hat die Lebensmittelindustrie längst auf den wachsenden Bedarf reagiert: Spezielle Online-Shops, aber auch Supermärkte, Reformhäuser und große Drogerieketten haben ihr Sortiment um glutenfreie Lebensmittel ergänzt.

Glutenfrei zum Abnehmen?

Für Erkrankte ein Muss, für andere ein Trend? Gluten hat das Image eines Dickmachers, deshalb verzichten immer häufiger Frauen darauf, ohne dass es einen medizinischen Grund dafür gibt. DZG-Expertin Ebock rät aber gesunden Menschen dringend davon ab, sich durch glutenfreie Ernährung unnötig einzuschränken.

Als Diättrend taugt der Verzicht auf das Klebereiweiß nicht: Denn wer Nudeln und Brot durch andere Kohlenhydratquellen wie Reis, Kartoffeln oder glutenfreie, meist teurere Produkte ersetzt, wird garantiert kein Gramm abnehmen – und zahlt auch noch drauf! Dann lieber Low Carb als Low Gluten!

App

Der „Glutenfrei Viewer" (um 8 Euro) der DZG hilft beim Einkaufen mithilfe eines Barcode-Scanners und einer Suchfunktion. Die Datenbank der gelisteten Produkte wird laufend aktualisiert.

Mein glutenfreies Lieblingsrezept

4 Kabeljaufilets à 140 g • 4 EL Zitronenöl • weißer Pfeffer • Fleur de Sel • 100 g frische Erbsen • 60 g Seidentofu • 1 EL grüner Tabasco • 2 EL Minzöl • 1 Kohlrabi • 100 g Zucker • Salz, Sansho-Pfeffer • 1 rote Zwiebel • 4 Litschis • ein paar Blättchen Kohlrabikraut • eine Handvoll grüne Thai-Pfefferbeeren

Die Filets im Zitronenöl marinieren, mit Fleur de Sel und Pfeffer von allen Seiten würzen. Im Ofen bei 80 °C etwa 25 Minuten garen. Erbsen in Salzwasser mehrfach blanchieren, bis sie weich sind. Anschließend mit Seidentofu, Tabasco und Minzöl zu einer Paste mixen. Kohlrabi in zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden und 8 kleine Kreise ausstechen. Mit 100 Gramm Zucker in einem Liter Wasser kochen, bis der Kohlrabi gar ist. Mit etwas Salz und Sansho-Pfeffer würzen und lauwarm auf dem Teller anrichten. Eine halbe Litschi auf jede Kohlrabischeibe legen, mit Krautblättchen garnieren. Die Zwiebel in Scheiben schneiden, kurz blanchieren und 8 Kreise ausstechen. Auf dem Teller anrichten und mit Thai-Pfefferbeeren garnieren.

Szenekoch Tim Raue hat sich in seinem Berliner Restaurant nicht nur von laktosehaltigen Produkten, sondern auch von Gluten verabschiedet. Der Erfolg gibt ihm Recht: Der Restaurantguide „Gault Millau“ zählt seine Küche zu den „weltbesten Restaurants“.

Buchtipps

Links

www.glutenfrei-unterwegs.de

www.zoeliakie-treff.de

www.glutenfreiberlin.worldpress.com

www.glutenfrei.org

reset
Schicken Sie diese Seite an einen Freund:

Mehr zum Thema Ernährung:

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Wunderweib empfiehlt:

Mehr Themen: