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Gesünder und nachhaltiger essen

Gesünder, frischer und nachhaltiger essen. Ohne Verbote, dafür mit vollem Genuss – so lautet das Motto der wichtigsten neuen Food-Bewegung! Viel Gemüse und Obst, aber gerne auch mal Biofleisch. Vor allem Frauen schätzen diese relaxte Art, sich gut und schlank zu ernähren.

Sie sind gegen strenge Diätvorschriften, haben aber klare Werte: Statt „billig und bequem“ wollen sich die Anhänger einer gerade aus Amerika zu uns schwappenden Food-Bewegung „frischer, gesünder, bewusster und genussvoller“ ernähren. Das heißt: Viel Bio-Gemüse und Obst, Vollkornprodukte – und immer weniger Fleisch. Trotzdem halten sie nichts von strikten Dogmen und grenzen sich so von Vegetariern ab. Dem Thema Essen begegnen sie auf eine neue, selbstbewusst lockere Art – eben total flexibel!

Flexitarier sind auf dem Vormarsch

Die besten Gründe Flexitarier zu werden, sehen Sie in der Galerie (5 Bilder).

Den Begriff „Flexitarian“ prägte 1992 die amerikanische Gastronomin Helga Morath, um das Angebot ihrer Speisekarte möglichst treffend zu beschreiben. Sie setzte das Wort aus den Begriffen „flexible“ und „vegetarian“ zusammen. In diesem Jahr hat es das Wort zum ersten Mal ins amerikanische Pendant zum Duden, den Merriam-Webster, geschafft.

Dort findet man auch die Definition für das, was man auch als „Teilzeit-Vegetarier“ bezeichnen könnte: Sie essen an mindestens drei Tagen pro Woche kein Fleisch. Stattdessen stehen Hülsenfrüchte, Sojaprodukte und viel Gemüse auf dem Speiseplan – am besten natürlich aus regionalem und saisonalem Angebot.

Ein ganz neuer Lifestyle entsteht

Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, welches Potenzial diese Bewegung auch in Deutschland hat: 65 Prozent der Frauen gaben an, sich in Zukunft flexitarisch ernähren zu wollen oder es bereits zu tun – und es werden immer mehr.

Web- und Buchtipps zum neuen Trend sehen Sie in der Galerie (5 Bilder).

Ein Grund für diesen Trend ist, dass er den Nerv der Zeit trifft: Das Motto „viel, schnell und billig“ wird – auch angesichts der zahlreichen Tier- und Nahrungsmittelskandale – von immer mehr Frauen abgelehnt. „Sich beim Einkaufen Zeit zu nehmen und abzuwägen, was man essen möchte, und dafür auch bereit zu sein, einen höheren Preis zu zahlen, entspricht dem heutigen Lifestyle einer modernen Frau,“ sagt Hanni Rützler, Food-Trendexpertin und Ernährungswissenschaftlerin.

Was sich hierzulande gerade etabliert, hat sich in den USA bereits einen festen Platz in der Esskultur gesichert. Viele Restaurants bieten mittlerweile über die Hälfte ihrer Gerichte ohne Fleisch an – und wenn sie ein Steak auf der Karte haben, stammt das Fleisch aus regionaler Bio-Produktion. Anders als strenge Vegetarier und Veganer propagieren Flexitarier nicht Verzicht, sondern Genuss. „Ihr Motto ist ,Ich möchte gerne‘ und nicht ,Das darf ich nicht‘“, erklärt Expertin Rützler.

Gutes Gewissen inklusive

Flexitarier entscheiden sich bewusst für qualitativ hochwertiges Essen und demonstrieren damit auch mehr Respekt vor Tieren und Umwelt. Ihre Art, sich zu ernähren, ist kulinarisch, aber mit gutem Gewissen. „Wenn ich zweimal in der Woche Fleisch vom Bio-Metzger auf dem Land esse, das ich mir immer am Wochenende hole, ist das ein Hochgenuss, den ich regelrecht zelebriere“, schwärmt eine frischgebackene Flexitarierin aus Stuttgart.

Expertin Rützler sieht den aktuellen Trend als deutliches Zeichen eines kollektiven Bewusstseinswandels. „Zwar ist Fleisch heute billig wie nie – Sie können für gerade einmal drei bis vier Euro ein ganzes Hähnchen kaufen –, aber die Devise, möglichst viel und billiges Fleisch zu kaufen, ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt sie.

Denn Bio-Fleisch essen ist nicht nur ökologisch korrekter, es schmeckt auch einfach viel besser. Die schnelle Mast der Tiere in Massenhaltung führt nämlich unter anderem zu erheblichen Wassereinlagerungen, das Fleisch schnurrt in der Pfanne förmlich zusammen und schmeckt fad. Auch das abwechslungsreichere Futter, das artgerecht gehaltene Tiere bekommen, macht das Fleisch viel aromatischer.

Geschmack entscheidet

Flexitarier sind Genussmenschen – und sich ihrer Macht als Konsumenten durchaus bewusst: Ihre Nachfrage bestimmt zunehmend, was in den Regalen der Supermärkte zu finden ist.

Entscheiden sie sich konsequent für Bio-Lebensmittel, nehmen sie zwar höhere Preise in Kauf, wissen aber jedes einzelne Produkt, das in ihren Einkaufskorb wandert, mehr zu schätzen.

So fungieren sie als Vorbild, machen ihren Lifestyle zu einer attraktiven Alternative für immer mehr Verbraucher. Hanni Rützler sieht in dem sich abzeichnenden Wertewandel eine echte Chance: „Das, was heute ein Trend ist, kann den Geschmack der Menschen langfristig verändern. Und darauf wird sich der gesamte Markt einstellen müssen – eben ganz flexibel.“

In drei Schritten zum Flexitarier

1. Fangen Sie klein an!

Sie müssen nicht von heute auf morgen Ihre Ernährung radikal umstellen. Vielleicht starten Sie mit einem fleischfreien Tag in der Woche – einem Veggie-Donnerstag zum Beispiel. Oder Sie essen abends vegetarisch, wenn mittags ein Steak auf dem Teller lag. Überlegen Sie, was realistisch ist, und stellen Sie Ihre eigenen Regeln auf, wie: „Wenn ich zu Hause koche, dann nur noch mit Bio-Fleisch.“

2. Informieren Sie sich!

Auf www.oekolandbau.de finden Sie nach Bundesländern sortierte Einkaufsführer, die Ihnen zeigen, wo Sie Bio-Supermärkte, Öko-Höfe oder Bio-Metzger finden. www.qype.de, Deutschlands größte Plattform für lokale Empfehlungen, listet landesweit 50 Bio-Imbisse, 280 Bio-Restaurants und 1.500 Bio-Läden auf.

3. Probieren Sie Neues!

Die effektivste Art, Ihren Fleischkonsum einzuschränken, ist, möglichst viele leckere vegetarische Gerichte zu kennen! Also: Testen Sie das Lieblingscurry beim Thai doch einmal mit Tofu oder Gemüse, legen Sie sich ein richtig gutes vegetarisches Kochbuch zu. Oder suchen Sie sich einen „Veggie-Buddy“, eine Arbeitskollegin, mit der Sie dreimal pro Woche vegetarisch lunchen! Und probieren Sie sich doch mit einer Freundin durch alle Bio-Restaurants Ihrer Stadt. Unter www.biorestaurantfuehrer.com finden Sie deutschlandweit Restaurants, die zu mindestens 90 Prozent mit Bio-Zutaten kochen.

Expertin

Hanni Rützler, 50, ist Ernährungswissenschaftlerin und Food-Trendforscherin aus Wien. Sie hat bereits acht Bücher zum Thema veröffentlicht, ihr neuestes Werk ist „Food Change. 7 Leitideen für eine neue Esskultur“.

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