
Schmerzen, Verspannungen, Schwellungen ohne Tabletten und Spritzen wirksam behandeln - geht das? Ja, und zwar mit Klebestreifen auf der Haut. Eine erstaunliche Therapie hat ihren Weg aus Japan nach Europa gefunden. Das Taping boomt. Denn die bunten Bänder wirken vielfältig, ganz ohne Chemie. Bisher nutzten Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Ärzte ihre Heilkraft. Aber die Erfahrung in der Therapie zeigt inzwischen: Man kann sich auch gut selbst tapen, denn im Grunde ist es recht einfach.
Was bedeutet Taping?
Sie bestehen aus robustem Baumwollgewebe, sind dehnbar und atmungsaktiv, beschichtet mit einem hautfreundlichen Kleber. Sie können bis zu einer Woche auf der Haut bleiben, auch beim Duschen oder Baden. Üblich sind 5 cm Breite und 5 m Länge. In guter Qualität kostet so eine Rolle ab ca. 7 Euro (Apotheke, Sanitäts- oder Sportgeschäft). Die Farben spielen keine Rolle.
Wie wirkt Taping?
Tapes schützen, stützen und entlasten. Das ist das Wichtigste, denn so kann man sich bei Beschwerden wieder normal bewegen. Und dabei üben die Tapes dann einen heilsamen Zug und Druck aus - sie massieren Haut, Bindegewebe und Muskeln. Diese sanften Dauerreize überlagern Schmerzsignale. Zu sätzlich erleichtert der sanfte Zug an der Haut die Durchblutung und den Lymphfluss: Mehr Nährstoffe gelangen ins Gewebe, Entzündungsstoffe werden schneller ausgeschwemmt. Das wirkt vor allem gegen Muskel-, Sehnen- und Gelenkbeschwerden. Aber sogar die Narbenbildung nach Verletzungen kann man mit Tapes abmildern.
Steife Schulter - Gelenk entlasten mit Taping
Wenig Bewegung, viel Sitzen - die Schultern werden steifer, und wenn man den Arm heben will, dann "knurpselt" es oder es tut sogar weh. Dieses Tape gibt dem Schultergelenk innerlich mehr Raum. Es muss vom Nackenansatz bis zur Oberarmmitte reichen. Zum Abmessen legen Sie es mit Schutzfolie auf. Schneiden Sie die Länge zu. Dann das Tape der Länge nach bis ca. 10 cm vor ein Ende mittig aufschneiden. Ziehen Sie an diesem breiten Ende etwas Folie ab. Strecken Sie den Arm seitlich, heben Sie ihn um ca. 45 Grad. Kleben Sie das Ende mittig auf den Oberarm. Die geteilten Streifen kleben Sie mit leichtem Zug vorn und hinten an der knöchernen Schulterecke vorbei.
So funktioniert Taping:
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Gut geklebt: So funktioniert Taping
Magenschmerzen - quer kleben
Sollte der Arzt keine organische Ursache finden, können Sie gelegentliche Magenschmerzen mit Tapes lindern.
1. Der erste Streifen ist etwa 12 cm lang. Die Mitte liegt direkt am Ende des Brustbeins. Ausatmen, Oberbauch einziehen. Das Tape mit leichtem waagerechtem Zug aufkleben.
Magenschmerzen - quer kleben
2. Das zweite Tape ist doppelt so lang. Kleben Sie es mittig überlappend unter das erste - wieder im ausgeatmeten Zustand bei eingezogenem Oberbauch.
"Computer-Hand" - clever wickeln
Dauerndes verkrampftes Festhalten der Maus, viel tippen - das kann Schmerzen im Handgelenk auslösen. Legen Sie das Tape mit Folie zweimal um das Gelenk. Schneiden Sie es um 1/4 kürzer zu. Reißen Sie die Folie 5 cm vor einem Ende durch.
1. Kleben Sie das Ende von oben mittig aufs Gelenk. Daumen und kleinen Finger zusammendrücken. Folie abziehen.
"Computer-Hand" - clever wickeln
2. Wickeln Sie das Tape mit deutlichem Zug kantengleich zweimal herum.
Bluterguss - im Viereck
Schnell hat man sich mal übel gestoßen. So lindern Sie die Schwellung.
1. Schneiden Sie ein quadratisches Stück Tape zu. Die Mitte liegt über dem Bluterguss. Ziehen Sie leicht an zwei gegenüberliegenden Ecken, und kleben Sie das Tape auf. Dabei üben Sie bitte keinen Druck auf die Mitte aus.
Bluterguss - im Viereck
2. Fassen Sie die beiden noch freien Ecken, und kleben Sie sie genauso an. Ist der Bluterguss größer, brauchen Sie ein breiteres Tape, z. B. 7,5 cm.
Umgeknickt - Halt geben
Dieses Tape stützt und lindert Schmerzen, man kann gleich wieder gehen.
1. Tape von der Mitte der Fussohle zwischen Außenknöchel und Ferse seitlich an der Wade hoch bis aufs Knie abmessen. 1.4 kurzer abschneiden.
Umgeknickt - Halt geben
2. Von der Fußsohle mit kräftigem Zug bis zum Knöchel kleben. Dort das Tape quer bis zur Mitte einschneiden, sodass der Schnitt den Knöchel umrandet. Kleben Sie mit kräftigem Zug seitlich an der Wade hoch bis zum Knie.
Buchtipp
John Langendoen, Karin Sertel:
Das Taping-Selbsthilfe-Buch, Trias Verlag, 249 S., inkl. DVD, 29,99 Euro.
Veröffentlicht in tina









