
Ist "Bio" und "Öko" das Gleiche?
Silke Schwartau: Ja. Nur Lebensmittel, die den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung entsprechen, dürfen die Bezeichnung "Bio" oder "Öko" tragen. Alles andere ist strafbar.
Woran erkenne ich Bio-Lebensmittel?
Die Produkte sind mit der Kontrollnummer versehen. Zum Beispiel DE-000-Ökokontrollstelle. Das DE steht für Deutschland. Zusätzlich tragen viele Lebensmittel das staatliche Bio-Siegel oder Logos von Verbänden wie Bioland.
Gibt es auch Fälschungen?
Ja. Einige Hersteller werben mit Bezeichnungen wie "naturnah", "naturgerecht", "bäuerlich", "natural" oder "friedfertige Landwirtschaft". Diese Produkte zählen nicht zu den Bio-Lebensmitteln.
Warum ist "Bio" teurer?
Da Erzeuger und Hersteller kaum Kunstdünger und Chemie einsetzen dürfen, wachsen ihre Produkte z. B. nicht so schnell. Oder sind anfälliger für Schädlinge. Die Folge: Obst und Gemüse kann bis zu 100 Prozent mehr kosten. Günstige Bio-Ware gibt es im Supermarkt.
Wie gut sind Bio-Produkte aus dem Ausland?
Da einheimische Bauern die Nachfrage nicht mehr decken können, gibt es immer mehr Bio aus Australien, Argentinien und Polen. Auch hier dürfen Sie zugreifen. Nur was den Anforderungen der EU entspricht, darf auf den Markt. Besser sind jedoch regionale Lebensmittel. Durch den kürzeren Transportweg enthalten sie meist mehr Vitamine.
Ist Bio gesünder?
Ja. Denn die Produkte sind nur in Ausnahmefällen mit Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) belastet. Durch die ökologische Herstellung enthalten sie auch häufig mehr wertvolle Inhaltsstoffe als das normale Produkt, zum Beispiel den Biostoff Lycopin (in Tomaten) oder Omega-3-Fettsäuren (in Milch). Und die können vorbeugend gegen Herzinfarkt und Krebs wirken.
Ist Bio weniger haltbar?
Nur im Vergleich zu Obst und Gemüse, das durch Züchtung unnatürlich lange haltbar gemacht worden ist. Bio-Brot ist inzwischen genauso lange haltbar wie "normale" Ware.
Wussten Sie schon ...

... dass es bei uns rund 10.000 Betriebe mit ökologischem Anbau gibt? Davon dürfen mehr als 7000 das EU-Bio-Siegel verwenden.
... dass die Deutschen Europameister beim Kauf von Bio-Produkten sind?
Rund 30 % des europäischen Umsatzes an Bio-Produkten wird in Deutschland gemacht.
... dass es knapp drei Jahre dauert, bis ein "normaler" Bauernhof zum Bio-Hof wird? Die Böden müssen vollständig gereinigt und frei von Pflanzenschutzmitteln sein. Dann dürfen die Bauern ihre Ware Bio nennen.
... dass Bio-Ware an Nonnen getestet wurde? In einem Kloster im Schwarzwald prüften Wissenschaftler 8 Wochen die Wirkung von Bio-Ware. Ergebnis: 18 Nonnen fühlten sich gesünder, elf spürten keine Veränderung.
Veröffentlicht in Bella
