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Milch − wie gesund ist sie wirklich?


Die Milch machts − das haben wir schon als Kinder gehört. Sie ist so gesund. Aber: Werden wir durch sie nicht dick? Manchmal sogar krank? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zum weißen Genuss.
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Foto: stock.xchng
Ein Glas Milch (0,2 l) täglich deckt denTagesbedarf an Kalzium

1. Wofür brauchen wir überhaupt Milch?

Ganz einfach: Milch und Milchprodukte sind supergesund. Sie liefern hochwertiges Eiweiß, jede Menge Vitamine (zum Beispiel A, B und D). Vor allem aber sind sie die beste Kalziumquelle. Gerade dieses Mineral benötigen wir reichlich, denn es ist ein Baustoff für Knochen und Zähne.

2. Wie viel Milch sollten wir trinken?

Um unseren täglichen Bedarf an Kalzium zu decken, reichen ein Glas Milch (0,2 l) und zwei Scheiben Käse (à 20 g). Aber da in Milch noch mehr steckt, werden höhere Mengen empfohlen: pro Tag etwa ein halber Liter fettarme Milch oder zwei Joghurt. Denn laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte unsere Nahrung zu 12 bis 15 Prozent aus Eiweiß bestehen. Die eine Hälfte davon sollten Sie mit Milchprodukten abdecken, die andere mit Eiweiß aus Geflügel, Ei, Fisch und pflanzlichen Lebensmitteln (zum Beispiel Vollkorngetreide, Broccoli, Feigen).

3. Kann zu viel Milch auch schädlich sein?

Nur wenn Sie keine Milch vertragen (siehe Punkt 9.) oder sich fast ausschließlich von Milch ernähren. Das strapaziert Nieren und Leber.

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Foto: stock.xchng
Fettarme Milch mit Erdbeeren ist besonders im Sommer sehr erfrischend

4. Macht Milch dick?

Das kommt auf die Menge an. Klar ist: Als Durstlöscher ist Milch nicht geeignet. Denn 100 Milliliter Vollmilch liefern 75 Kalorien und rund 3,8 Gramm Fett. Auch Vollmilchjoghurt, Sahne und Käse haben einen hohen Fett− und Kaloriengehalt. Es lohnt sich also gerade bei Milchprodukten, zur fettarmen

Variante zu greifen (zum Vergleich:100 Milliliter fettarme Milch enthalten 45 Kalorien, 1,5 Gramm Fett). Sie sparen etwa die Hälfte an Fett und Kalorien.

Das gilt nicht nur für Figurbewusste, sondern auch für Menschen, die auf ihren Cholesterinspiegel achten müssen. Denn Milch, Butter und Quark enthalten tierisches Fett und damit auch Cholesterin.

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5. Was ist gesünder: frische oder H−Milch?

Auch wenn Sie es nicht glauben, der Unterschied ist gering. Beide enthalten Vitamine und Kalzium. Einziger Unterschied: Bei der Wärmebehandlung von frischer Milch (Pasteurisierung) gehen nur 10 Prozent der hitzeempfindlichen B−Vitamine (z. B. Folsäure) verloren, beim Ultrahocherhitzen der H−Milch sind es dagegen schon 20 Prozent.

6. Ist "längerfrische Milch" besser?

Diese Milchsorte liegt geschmacklich zwischen frischer und H−Milch. Sie hat fast so viele Nährstoffe wie frische Milch, ist aber zwei Wochen länger haltbar. Denn sie wird nach dem Pasteurisieren noch für circa zwei Sekunden auf 127 Grad erhitzt. Durch die längere Haltbarkeit ist sie eine gute Alternative zu frischer und H−Milch.

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Foto: stock.xchng
Kuhmilch kann bei Babys nur dann eine Allergie auslösen, wenn eine familiäre Veranlagung dazu besteht

7. Stimmt es, dass Milch Allergien auslösen kann?

Das gilt nur für Säuglinge. Bei ihnen kann Milch Hautausschlag bewirken. Meist verliert sich die Allergie aber bis zum dritten Lebensjahr. Lange galt die Regel: Keine Kuhmilch im ersten Lebensjahr. Heute weiß man, dass Milch nur eine Allergie auslöst, wenn eine Veranlagung besteht, zum Beispiel wenn die Eltern Heuschnupfen haben. Ansonsten ist auch Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis erlaubt.

8. Wie gut ist Bio−Milch wirklich?

Sie ist eindeutig gesünder! Das liegt an der gesunden Ernährung der Bio−Kühe: viel Weidegras und ökologisches Futter. Es enthält wertvolle Omega−3−Fettsäuren, die das Herz schützen. Diese gehen in die Milch über. Daher ist der Omega−3−Gehalt von Bio−Milch höher als der von normaler Milch.

9. Warum vertragen viele Menschen keine Milch?

Für circa 15 Prozent der Deutschen bedeutet Milchtrinken eine Qual. Sie leiden an einer Milchzuckerunverträglichkeit ( Laktoseintoleranz). Das ist keine Allergie. Es fehlt ihnen ein Enzym im Darm, das den Milchzucker (Laktose) abbaut. Die Folge: Blähungen und Durchfall. Das kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen. Milchzuckerhaltige Produkte sollten dann gemieden werden, zum Beispiel auch viele Fertigprodukte und Schokolade. Infos dazu finden Sie unter www.LIbase.de. Laktoseintolerante Menschen müssen nicht mehr auf Milch verzichten. Es gibt inzwischen milchzuckerfreie Milch. Auch eine gute Alternative: Sojaprodukte.

Milch − was ist was?

Milch − wie gesund ist sie wirklich? - Glas_Milch_Flasche-sxc-unbegrenzt
Foto: stock.xchng
Milch ist nicht gleich Milch. Es gibt einige Unterschiede

  • Rohmilch ist frisch gemolkene Milch. Sie bleibt unbehandelt und gibt es nur direkt beim Bauern. Rohmilch sollte vor dem Trinken gekocht werden, um mögliche Keime abzutöten.
  • Pasteurisierte Milch, auch Frischmilch genannt, wird bei 75 °C ca. 30 Sekunden erhitzt, dann schnell wieder abgekühlt. So wird sie keimfrei. Frischmilch ist bei + 8 °C etwa 5−6 Tage haltbar, geöffnet höchstens 2−3 Tage.
  • H−Milch wird ultrahocherhitzt. Das heißt: Die Rohmilch wird bei 135 °C für etwa 3 Sekunden erhitzt. Dadurch ist sie praktisch keimfrei und kann ungeöffnet 3−6 Monate bei Zimmertemperatur gelagert werden, ohne schlecht zu werden. Geöffnete H−Milch im Kühlschrank aufbewahren und möglichst binnen 4 Tagen verbrauchen.
  • Homogenisierte Milch kann sowohl frische Milch als auch H−Milch sein. Sie wird neben der Wärmebehandlung zusätzlich durch feine Düsen gepresst. Dadurch rahmt sie nicht so schnell auf, ist leichter verdaulich und schmeckt vollmundiger.


Veröffentlicht in Bella
Tags:   Geflügel |  Kalorien |  Eiweiß |  Vitamine |  Ernährung

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