
Von der Idee zur etablierten Heilmethode
Dr. Wilhelm Schüßler wurde am 21. August 1821 in Bad Zwischenahn geboren. Während seines Medizinstudiums hatte er sich eifrig mit der Homöopathie beschäftigt, denn es war sein Wunsch, diese Heilmethode auszuüben. Nach seiner Niederlassung in Oldenburg als praktischer Arzt behandelte er seine Patienten bis Anfang der 1870er Jahre nach den Grundsätzen der Homöopathie.
Schüßler nahm regen Anteil am wissenschaftlichen Austausch bezüglich der Homöopathie. Er war stets ein Suchender und verfolgte auch jenseits der erfolgreichen homöopathischen Methode von Hahnemann eigene Ideen. Von dem Gedanken angetrieben, spezifische Mittel für gewisse Krankheiten zu finden, forschte er bald in Richtung einer eigenen Therapiemethode.
Den Salzen auf der Spur
Die Arbeiten von Jakob Moleschott über die Wichtigkeit anorganischer Salze und deren bedeutende Rolle im Leben der Organismen hinterließen bei Schüßler einen tiefen Eindruck. Nach Moleschotts Theorie kann ein Mensch nur gesund bleiben, wenn er die nötigen Mineralstoffe in der erforderlichen Menge und im richtigen Verhältnis besitzt. Ebenso fasziniert verfolgte Schüßler die Erkenntnisse von Rudolf Virchow. Dieser hatte die These aufgestellt, dass die Zelle die wesentliche Einheit im Körper ist und eine gestörte Funktion zu Krankheiten führt.
Dr. Wilhelm Schüßler entdeckte auf Basis beider Erkenntnisse und eigener Forschungsarbeiten 12 Mineralsalze, auf denen er eine neue Therapie begründete. Sein Gedanke: Sind die chemischen Abläufe im Mineralstoffhaushalt einer Zelle gestört, kann eine Zufuhr von Mineralsalzen, in kleinsten Mengen und speziell „homöopathisch“ aufbereitet, das Gleichgewicht wieder herstellen und die Funktionsstörungen normalisieren.
Wichtig war ihm auch das Ziel, ein Therapiesystem zu schaffen, das über eine ausreichend große aber zugleich praktisch beherrschbare Anzahl von Arzneimitteln verfügte. So schreibt Dr. Wilhelm Schüßler später in der Einleitung seiner 1874 als Buch erschienenen „Abgekürzten Therapie“: „Therapien, welche so lockere Grenzen haben, dass sie zu jeder Zeit neue Arzneimittel aufnehmen oder alte Mittel beibehalten oder verwerfen dürfen, können nicht diejenige Sicherheit gewähren, welche zum Nutzen der Kranken und im Interesse der Wissenschaft notwendig ist. Eine scharf begrenzte Therapie zu schaffen, ist seit langer Zeit mein Bestreben gewesen.“
Nach zahlreichen Erfolgen in seiner Praxis veröffentlichte Schüßler im März 1873 in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung eine erste Abhandlung über sein neues Heilsystem mit 12 Mineralsalzen unter der Überschrift „Eine abgekürzte homöopathische Therapie“. Schüßler war daran gelegen, dass sein Heilsystem sich rasch verbreitete. Er wandte sich deshalb an seine langjährige Bezugsquelle für Arzneimittel in Leipzig und bat Albert Theodor Marggraf um Unterstützung. So kam es, dass der Apotheker, der sich mit großem Interesse der Verbreitung der Schüßler-Heilmethode annahm, Abzüge des Artikels an seine Kunden verteilte.
Die Zahl der Patienten, die die Praxis von Dr. Wilhelm Schüßler aufsuchten, wuchs rasant. Die zunehmende Verbreitung seiner Therapie zeigt auch ein Inserat vom Dezember 1873 in der „Populären Zeitschrift für Homöopathie“. Darin gibt Dr. Willmar Schwabe bekannt, dass in seiner homöopathischen „Central-Apotheke“ die zwölf Funktionsmittel Schüßlers erhältlich sind.
Heute stellt übrigens die Deutsche Homöopathie-Union (DHU), ein Schwester-Unternehmen der Dr. Willmar Schwabe Firma (beide in Karlsruhe gelegen), Dr. Schüßler-Salze her. Die DHU tut dies mit der entsprechend reichen, fast 140 jährigen Erfahrung, und ist mit diesem Hintergrund auch der größte Hersteller von Dr. Schüßler Salzen in Deutschland.
Nach wie vor erfreut sich die Therapie mit Dr. Schüßler Salzen wachsender Beliebtheit. Der Kreis der Menschen, die auf die natürliche Heilweise der Mineralsalze schwören, wächst stetig an. Heute gibt es neben den Tabletten auch Salben und Lotionen.
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