
Akribische Hygiene ist der beste Schutz, um sich gar nicht erst anzustecken
Die Leidenszeit ist zwar kurz, aber heftig. Bereits 10 bis 15 Stunden nach der Ansteckung setzen starker Brechdurchfall und Kreislaufschwäche ein. Nach drei Tagen ist der Spuk des Norovirus meist vorbei. Aber für geschwächte Personen, Kinder oder Ältere kann die Infektion gefährlich werden.
Wer keine Lust auf Bauchkrämpfe hat, sollte jetzt akribisch auf Hygiene achten. Unterwegs helfen Desinfektionstücher und häufiges, gründliches Händewaschen. Um sich zu schützen, sollten Sie Menschenansammlungen jetzt besser meiden. Ist jemand im Haushalt erkrankt, Waschbecken und Toilette regelmäßig gründlich reinigen und desinfizieren - dabei Gummihandschuhe tragen. Keine gemeinsamen Handtücher benutzen, sondern Einweghandtücher bereitlegen. Bettwäsche bei 90 Grad waschen. Ganz wichtig: diese Hygienemaßnahmen noch über zwei Wochen nach Abklingen der Symptome fortsetzen. Denn so lange verbreitet sich der Norovirus auch nach der Genesung noch über den Weg der Tröpfchen- und Schmierinfektion weiter.
Wen der Norovirus erwischt hat, der bleibt meist ohnehin zu Hause im Bett. Das ist genau richtig - auch aus Rücksicht auf die Mitmenschen. Sie sollten viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Am besten Wasser oder Kräutertee, gern angereichert mit Traubenzucker oder einer Elektrolytlösung (Apotheke). Auch Brühe füllt die Mineralstoffdepots auf. Bei anhaltender Schwäche oder älteren Menschen mit Vorerkrankungen können Infusionen und ein Krankenhausaufenthalt nötig werden. Ein anderer Magen-Darm-Virus, der vor allem Kleinkindern zu schaffen macht, ist das Rotavirus. Als Schutz davor gibt es eine Schluckimpfung, zu der Experten dringend raten.
Durchfall nicht sofort stoppen
Ein lästiges Symptom - doch bei der Behandlung zählt der Zeitpunkt
Genau genommen ist Durchfall eine Selbstreinigung. Ob nach verdorbenen Speisen oder bei Infektionen durch Bakterien und Viren: Mit der beschleunigten Leerung des Darms sollen Schadstoffe abtransportiert werden. Daher ist es nicht sinnvoll, gleich mit einem Anti-Durchfallmittel gegenzuhalten - es sei denn, es kommt zu gefährlichem Wasserverlust. Besser bei Magen-Darm-Erkrankungen: Präparate, die krampflösend und schmerzhemmend wirken (z. B. "Buscopan plus", Apotheke). Hält Durchfall länger als drei Tage an oder kommt Fieber dazu, sollten Sie damit zum Arzt gehen
Tipps für die Fernreise
Jetzt in die Sonne - herrlich! Doch auch dort lauern Magen-Darm-Erreger
Viele Deutsche verkürzen die Wartezeit bis zum Frühling gern mit einem Trip in die Sonne. Damit Ihnen kein Magen-Darm-Infekt einen Strich durch die Rechnung macht, sollten Sie ein paar Regeln beachten. In warmen Ländern, an Hotelbuffets oder auf dem Kreuzfahrtschiff verbreiten sich Magen-Darm-Erreger besonders gut. Meiden Sie rohes Obst oder rohes Fleisch. Auch um lauwarmes oder lang warmgehaltenes Essen sollten Sie einen Bogen machen. Sicherer: gut erhitzte, gebratene oder gegrillte Speisen. Und auch im Urlaub gilt: Hände waschen, so oft es geht.
Magen & Darm - Mythen und Irrtümer
Magen & Darm - Mythen und Irrtümer
Magenknurren entsteht im Magen
Der Magen Arbeitet ständig. Die Nahrung wird mit Magensäften vermischt und zu einem Brei verflüssigt. Dieser wird laufend von den Magenmuskeln durchgeknetet, um die Nährstoffe herauszulösen. Nach und nach wird der Brei weiter Richtung Magenausgang in den Darm gepresst. Auch wenn der Magen leer ist, arbeitet er weiter. Er zieht sich zusammen und presst so ein Gemisch aus Luft und dünnflüssiger Magensäure durch den Magenausgang in den Darm. Die Geräusche die dabei entstehen, nehmen wir als das typische Magenknurren wahr. Dabei entstehen sie gar nicht im Magen, sondern in einem bestimmten Darmabschnitt kurz hinter dem Zwölffingerdarm. Dieser Abschnitt wird deshalb auch "Knurrdarm" genannt
Eine Mahlzeit pro Tag macht schlank
Wenn dem Körper nur einmal pro Tag Energie zugeführt wird, neigt er eher dazu diese zu speichern. Der Stoffwechsel wird langsamer und der Körper arbeitet insgesamt Ökonomischer, er will ja schließlich nicht verhungern
Abführmittel senken die Darmaktivität
Auf die meisten Abführmittel trifft dies durchaus zu, wenn man sie über einen längeren Zeitraum einnimmt, oder nicht nach der empfohlenen Dosierung. Jedoch gibt es mittlerweile Produkte bei denen eine Einnahme über einen längeren Zeitraum möglich ist, ohne das es zur Gewöhnung oder zu einem Verlust der Wirksamkeit kommt. Zum Beispiel Laxatan® M enthält neben dem Hauptinhaltsstoff Macrogol noch Inulin und Elektrolyte. Ersteres ist ein gut wirksames und zugleich verträgliches Mittel zur Behandlung von Verstopfung. Es führt nicht zu zusätzlichen Wasserverlusten und hilft so dem Elektrolythaushalt
Kaugummi verklebt den Magen
Wie oft haben wir das nicht schon gehört, dabei ist es völliger Unsinn. Kaugummis kleben nicht, wenn sie feucht sind und werden im Magen auch nicht weiter aufgespalten. Sie rutschen einfach durch. Zuckerfreie Kaugummis mit Sorbit können sogar abführend wirken
Wer Mundgeruch hat ist Magenkrank!
Schlechter Atem ist nur selten ein Anzeichen für eine Magen-Darm-Erkrankung. In 90 Prozent der Fälle steckt schlechte Zahnhygiene und einen Bakterien- oder Pilzbelag in der Mundhöhle dahinter
Der Darm muss regelmäßig entgiftet werden
Im Darm bleiben von den normalen Verdauungsvorgängen keine Gifte zurück. So zahlreich und vielversprechend die angebotenen Sanierungs- und Entgiftungskuren für den Körper auch sein mögen - eine positive Wirkung auf die Verdauung konnte bisher nicht nachgewiesen werden
Veröffentlicht in Laura






