
Was steckt dahinter?
Milchzucker (Laktose) wird durch das Enzym Laktase im Darm gespalten. So kann die Milch verdaut werden. Die Natur hat dieses Enzym für Erwachsene eigentlich nicht vorgesehen – erst mit der Einführung der Viehwirtschaft entwickelte sich durch Mutationen die Fähigkeit, Milchzucker problemlos zu verdauen. Doch längst nicht bei allen Erwachsenen ist die Laktase aktiv. In Südostasien fehlt 98 Prozent der erwachsenen Bevölkerung das Enzym, in Südamerika 70 Prozent, und auch in Deutschland steigt die Zahl. „Schätzungen liegen bei 15-20 Prozent“, so die Ökotrophologin Doris Fritzsche.
Es treten dabei zwei Formen der Laktose-Intoleranz auf:
1. Primäre Laktose-Intoleranz: Die Enzymaktivität nimmt mit dem Alter ab. Dies ist ein natürlicher Vorgang, den man auch aus der Tierwelt kennt – deshalb bekommen auch Katzen laktosefreie Katzenmilch, statt Vollmilch.
2. Sekundäre Laktose-Intoleranz: Durch andere Darmerkrankungen, Zöliakie, Anorexia nervosa (
Magersucht), Entzündungen oder auch eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit wird die Enzymproduktion und –aktivität behindert.
Allergie oder Unverträglichkeit?
Eine Unverträglichkeit ist nicht mit einer Allergie zu verwechseln. Bei einer Milchzuckerallergie reagiert der Körper bereits auf minimale Mengen mit heftigen Reaktionen; bei einer Unverträglichkeit können oftmals geringe Mengen Milchzucker problemlos verdaut werden. So können auch mit einer Laktose-Intoleranz oftmals fermentierte Produkte wie Käse gut verträglich sein.
„Jeder Betroffene hat seine individuelle Toleranzgrenze, die er nach und nach austesten muss“, rät die Expertin Doris Fritzsche.
Bin ich betroffen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu testen, ob Sie Laktose vertragen. Sie können sich selbst auf Laktose-Diät setzen und bewusst auf alle Milchprodukte verzichten (Achtung: oft ist Milchzucker in Fertigprodukten wie Tütensuppen, Pizza und Co. versteckt!). Wenn Sie in der Zeit beschwerdefrei sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Laktose-Intoleranz vorliegt. Auf der sicheren Seite sind Sie hingegen, wenn Sie zu einem Arzt gehen. Dieser kann feststellen, ob tatsächlich die Laktose Ursache der Bauchschmerzen ist, oder etwas anderes dahintersteckt. Ein erfahrener Gastroenterologe ist besser als jeder Selbsttest!
Hilfe, ich vertrage keine Milch! Und jetzt?
Keine Angst, Laktose-Intoleranz ist keine lebensbedrohliche Krankheit. Dank des wachsenden Angebots an laktosefreien Lebensmitteln lässt es sich heute gut ohne Milchzucker leben. Doris Fritzsche rät, zu Hause auf laktosefreie Lebensmittel zurückzugreifen – für unterwegs aber immer eine Dose Laktase-Enzympräparat dabei zu haben. „Die Tabletten können vor dem Essen eingenommen werden oder ins Essen eingestreut werden. Aber Achtung: Bei zu viel Hitze wird das Enzym zerstört – bitte nicht in heiße Getränke geben!“
Mit diesem Joker in der Handtasche können Sie sich auch mal ein Sahneeis oder eine
Tasse Cappuccino gönnen.
Damit Sie nicht ständig auf die teuren Tabletten angewiesen sind, haben wir die besten Tipps und Alternativen für Sie zusammengestellt – garantiert laktosefrei!
Laktose-Intoleranz: Infos und Produkte
Laktose-Intoleranz: Das Problem mit der Milch
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Testen Sie selbst, wie viel Sie vertragen! Oftmals können bei einer leichten Unverträglichkeit noch problemlos Käse, Quark und Joghurt gegessen werden.
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Wählen Sie Butter statt Margarine! Butter ist nahezu laktosefrei, Margarine nicht.
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Auch Instant-Suppen, Tiefkühlpizzas, Brot und Wurst enthalten Milchzucker. Lesen Sie die Inhaltsstoffe genau durch und lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten!
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil ist besser verträglich als die weiße oder Vollmilch-Variante.
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Wenn der Supermarkt nicht ausreichend Alternativen bietet: Stöbern Sie im Internet! Viele Onlineshops bieten laktosefreie Schokoladen, Brote und Milchalternativen an.
Beispiele:
laktosefrei.de
foodoase.de/milchersatz
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Gute Alternative: Die laktosefreien MinusL Milchprodukte sind auch bei einer ausgeprägten Laktose-Intoleranz sehr gut verträglich.
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Nicht nur laktose-, sondern auch gluten- und weizenfrei sind Sojadrinks (z.B. von Alpro Soya). Inzwischen ist das Angebot groß: Neben Milch gibt es Schokopudding, Käse, Joghurt, Sojacrème, usw.
Sechs Pfund weniger in einer Woche: Frühlingsfit mit Basenfasten
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Die Milch-Alternativen werden immer kreativer: Süßlich-leckere Mandelmilch mit feiner Marzipannote, Soja- Schnitzel mit orientalischer Würzung und Joghurt mit Orange-Rooibos-Geschmack.
Produkte von Provamel
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Neben Soja- oder Mandel-Alternativen gibt es auch die Möglichkeit, auf Hafermilch zurückzugreifen. Haferdrinks werden aus dem ganzen Haferkorn einschließlich Keim und Randschichten hergestellt: Hafer wird von der Spelze befreit, zu Hafervollkornmehl vermahlen und mit Wasser versetzt. Durch Fermentation entsteht eine süßliche Basis, die mit weiteren Zutaten gemischt wird.
Hafermilch: Kölln Smelk® Haferdrink
Laktose-Intoleranz - Tipps und Milch-Alternativen
Noch mehr umfassende Informationen, laktosefreie Rezepte und hilfreiche Tabellen bietet der Ratgeber von unserer Expertin Doris Fritzsche.
"Laktose-Intoleranz", GRÄFE UND UNZER, 12,99 Euro
Übrigens: Bei Laktose-Intoleranz können Sie auch professionelle ernährungstherapeutische Beratung in Anspruch nehmen. Die gesetzlichen
Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten der Beratung, wenn diese vom behandelnden Arzt verordnet wurde.
Qualifizierte Berater finden Sie beispielsweise über www.daab, www.quetheb.de, www.vdoe.de oder fragen Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse nach anerkannten Beratern in Ihrer Nähe.
Veröffentlicht in WUNDERWEIB










