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Nachgefragt beim Schlaf-Coach


Gut zu schlafen kann man lernen


Markus Kamps (39) ist unser Experte für eine erholsame Nachtruhe. Er erklärt, warum es für besseren Schlaf oft schon reicht, eine Kleinigkeit zu verändern
Schlafen lernen
Foto: DESEO/Photononstop/Corbis

Für zwei Drittel der Deutschen ist die Nacht ein Schreckgespenst. Zum Teil rauben medizinische Beschwerden wie Atemaussetzer oder das Restless-Legs-Syndrom den Schlaf. Doch häufiger sind keine konkreten Gründe auszumachen. Dann können professionelle Schlafberater helfen, und uns beibringen, schlafen zu lernen. Markus Kamps (39), Präventologe und Schlaf-Coach aus Goch am Niederrhein, ist einer. Sein Credo: "Jeder kann wieder lernen, gut zu schlafen." Hört sich spannend an, fanden wir. Und wollten mehr wissen.

Herr Kamps, wie haben Sie heute Nacht geschlafen?

Nicht gut. Vielleicht, weil der Urlaub ansteht und mein Schreibtisch noch voll ist. Außerdem ist mein Heißwasser-Boiler kaputt, das macht mir Gedanken. Aber es ist nicht schlimm, mal eine Nacht schlecht zu schlafen.

Wenn es aber öfter vorkommt, sind Sorgen verständlich, oder?

Ja, schon. Doch es ist ganz wichtig, sich keine falschen Vorstellungen zu machen. Viele tun das. Meine wichtigste Aufgabe ist daher, aufzuklären: Es ist z. B. normal, nachts wach zu werden. Für die meisten ist es ein echtes Aha-Erlebnis, das zu hören.

Schlafen lernen
Schlaf-Coach Markus Kamps (39) weiß, wie wir gut schlafen.

Welche Gründe stecken hinter Schlafstörungen?

Medizinisch gesehen liegt eine Schlafstörung vor, wenn man drei Wochen lang in mindestens drei Nächten mindestens drei Stunden wach ist und sich tagsüber nicht leistungsfähig fühlt. Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Sind organische Gründe ausgeschlossen, gibt es zwei Gruppen von Betroffenen: Die einen, vor allem Ältere, sitzen den gerade angesprochenen falschen Vorstellungen auf. Sie wissen auch nicht, dass sich die Art unseres Schlafes im Alter ändert. Weil sie mehr Ruhepausen am Tag haben, brauchen sie weniger Nachtruhe. Stattdessen gehen sie immer früher zu Bett und machen alles immer schlimmer. Die zweite Gruppe sind die Jüngeren, die unter großem Leistungsdruck stehen, sich komplett auspowern. Sie vernachlässigen den Schlaf, überdecken Erschöpfung mit Kaffee oder Zigaretten. So kommen sie abends schwer runter oder liegen nachts durch das Gedankenkarussell lange wach.

Wo setzt Ihre Beratung an?

Das Wichtigste ist: Guter Schlaf beginnt am Tag. Wer sich tagsüber Pausen gönnt, schläft besser. Auch ein Nickerchen von zehn Minuten Powernapping kann helfen. Versuchen Sie, im Leistungstief gegen 14 Uhr ein wenig über den Tag nachzudenken. So kann die Psyche Dinge verarbeiten, die einen sonst aus dem Schlaf reißen. Sie können auch abends ein Mini-Tagebuch schreiben. Notieren Sie drei schöne Erlebnisse, drei Sachen, die Sie geärgert haben, und drei Erledigungen für den nächsten Tag. Das hilft. Meist reicht es auch schon, seinen müden Punkt nicht zu verpassen. So banal sich das anhört: Viele schaffen das nicht. Schuld ist oft der Sofa-Schlaf vorm Fernseher. Vermeiden Sie ihn unbedingt. Bei Paaren übernimmt meist einer unbewusst das Ruder, was die Zubettgeh-Zeit betrifft. Aber die Menschen sind verschieden. Jeder sollte daher auf seine innere Uhr hören. Oft ist guter Schlaf eine Sache des richtigen Zeitpunkts.

Wenn nachts die Sorgen kreisen: liegen bleiben oder aufstehen?

Zunächst liegen bleiben. Sagen Sie sich, dass Sie sich auch erholen, wenn Sie nicht schlafen, sondern nur ruhen. Versuchen Sie, mit Fantasiereisen die Sorgen auszuschalten. Gelingt es aber nicht, stehen Sie spätestens nach 20 Minuten auf. Sonst verknüpfen Sie mit dem Bett Negatives - und das sollte vermieden werden. Gehen Sie in der Wohnung herum und halten Sie dabei die Füße schön warm. Räumen Sie vielleicht ein wenig auf oder setzen sich ans Fenster. Musik hören ist oft hilfreich. Aber achten Sie darauf, dass solche Hilfsmittel nicht ständig gesteigert werden müssen.

Wo kann man ein Schlaf-Coaching bekommen?

Ich halte vor allem Vorträge oder berate Firmen, z. B. zum Thema Schichtarbeit und gebe wie viele meiner Kollegen auch Einzel coachings. An Schlaflaboren in Kliniken werden oft auch Patienten-Seminare angeboten. Darüber hinaus helfen Schlafschulen mit verschiedenen Kursangeboten.

MEHR INFOS: www.kamps-services.de oder www.schlafkampagne.de

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Veröffentlicht in Laura
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Kommentare: Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Matchatee
25.01.2013
22:36
Ich kann die CAPS hypno empfehlen, schaut selbst: www.gutes-aus-der-natur.de
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