Keramik, Amalgam, Kunststoff? Mehr Durchblick bei Zahnfüllungen
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Zahnfüllungen Damit die Entscheidung bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch leichter fällt: Wir erklären die wichtigsten Unterschiede bei Zahnfüllungen Hat ein Zahn Karies, gibt es nicht viel zu überlegen: Der Zahnarzt muss die beschädigte Substanz restlos entfernen. Sonst fressen sich die Bakterien immer weiter. Wobei es aber sehr wohl einiges zu überlegen gibt: Womit soll das Loch gefüllt werden? "Jedes Material hat Vor- und Nachteile, sodass Arzt und Patient gemeinsam entscheiden sollten, was den individuellen Anforderungen entspricht", erklärt Zahnarzt Dr. Roland Althoff, Spezialist für ästhetisch- rekonstruktive Zahnmedizin mit Praxis in Mühlheim an der Ruhr. Zahnfüllungen: Amalgam Eigenschaften: Es handelt sich um eine Legierung aus Metallen wie Silber, Kupfer, Zink - und Quecksilber. Letzteres ist der Grund, warum Amalgam-Zahnfüllungen heute umstritten sind. Vorteile: "Amalgam ist besonders lange haltbar, sehr strapazierfähig, extrem bruch- und druckfest", sagt Dr. Althoff. Außerdem lässt es sich leicht verarbeiten. Ein weiterer Vorteil liegt in den geringen Kosten von 30 bis 60 Euro pro Zahn, die die Krankenkassen komplett übernehmen. Nachteile: Der größte Nachteil ist die nicht restlos geklärte Auswirkung auf die Gesundheit. Viele fürchten sich vor dem giftigen Quecksilber, das sich aus der Füllung lösen und in den Körper gelangen kann. "Da sich allergische Reaktionen verstärken können, verzichten Allergiker und Menschen mit Autoimmunerkrankungen besser auf Füllungen aus Amalgam", rät Dr. Althoff. Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken ist Amalgam dunkel - und damit nicht sehr hübsch. Zahnfüllungen: Kunststoff Eigenschaften: Aus Kunststoff, Glas und Quarzteilchen werden sogenannte Komposite gebildet. Sie können direkt nach der Kariesbehandlung eingebracht werden. Bei Zahnfüllungen der hinteren Zähne fallen etwa 50 bis 100 Euro für den Patienten an. Frontzähne übernimmt die Kasse. Vorteile: "Dadurch, dass man die Füllungen ungefähr an die Zahnfarbe anpassen kann, sind sie ästhetisch akzeptabel", sagt Experte Dr. Althoff. Gerade bei Schäden an den Frontzähnen bieten sich Kunststoffe daher an. Nachteile: "Kunststoff-Zahnfüllungen haben keine lange Haltbarkeit", stellt der Fachmann klar. Sie müssen häufiger erneuert werden. Und sie eignen sich auch nicht für große Defekte. Außerdem ist das Verarbeiten etwas kompliziert: Das Material wird schichtweise in den getrockneten Zahnraum eingebracht und unter UV-Bestrahlung ausgehärtet. Dabei schrumpft es etwas und es besteht die Gefahr, dass sich am Rand Spalten bilden, was die Entstehung einer erneuten Karies begünstigt. Allerdings: Moderne Techniken minimieren die Randspaltenbildung. Zahnfüllungen: Gold Eigenschaften: Das Edelmetall allein ist für Zahnfüllungen zu weich. Gearbeitet wird mit Legierungen mit härteren Metallen. Anhand eines Abdrucks wird ein Inlay geformt. Vorteile: "Das Material ist lange haltbar, gut verträglich und hat ein angenehmes Kaugefühl", sagt Zahnarzt Dr. Althoff. Nachteile: Goldfüllungen sind eben golden - und nicht zahnfarben. Man sieht sie also. Und: Das Material ist mit etwa 450 bis 700 Euro pro Zahn relativ teuer. Zahnfüllungen: Keramik Eigenschaften: Wie Gold wird Keramik bei Zahnfüllungen als Inlay eingesetzt. Vorteile: Das Inlay kann exakt an die Zahnfarbe angepasst werden. "Ein Keramik-Inlay hält extrem gut und unterscheidet sich kaum vom natürlichen Zahn", sagt der Experte. Beim Einsetzen muss oft nur wenig Zahnsubstanz abgetragen werden. Nachteile: Die Kosten sind ähnlich oder etwas höher wie bei Gold. |
Zahnfüllungen im Überblick
Veröffentlicht in Laura





