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Krankheitsbild


Migräne


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Foto: MariaP, fotolia

Definition, Ursachen und Krankheitsverlauf von Migräne

Migräne äußert sich durch pulsierend-pochende und hämmernde Schmerzen, meist nur auf einer Kopfseite. Migräne-Anfälle können bis zu drei Tage dauern. Vielen Patienten wird übel, auch Erbrechen zählt zu häufigen Begleiterscheinungen von Migräne. Außerdem leiden viele unter Licht- und Lärmempfindlichkeit. Migräne-Attacken kündigen sich durch Müdigkeit, oder Sehstörungen (Aura) an. Körperliche Aktivität verschlimmert Migräne. Die Häufigkeit der Attacken variiert zwischen zweimal im Jahr und ein- bis zweimal pro Woche, der Schmerz hält bis zu 72 Stunden an. Es ist wichtig, die Ursache für für Migräne ganzheitlich zu ergründen. Erkrankungen der Halswirbelsäule können die Kopfschmerzen verursachen, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder auch grundlegende Lebensstil-Probleme. Sogar Entzündungen der Zahnwurzeln, Augenerkrankungen oder Probleme mit den Nasennebenhöhlen können zu Pochen oder Stechen im Kopf führen. Kein Wunder, dass ein Kopfschmerz-Patient unter Umständen beim Zahnarzt oder Augenarzt landet und dort vielleicht aufgrund falscher Diagnose nicht die optimale Behandlung bekommt. Frauen sind deutlich häufiger von Migräne betroffen als Männer.

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Foto: michanolimit, fotolia

Behandlung

Bei Selbstbehandlung mit Schmerzmitteln sollte man besonders im Falle von Migräne vorsichtig sein. Viele Patienten greifen zu frei verkäuflichen Medikamenten, die aber bei einem Migräne-Anfall nicht wirksam sind. Die Gruppe der Triptane (Schmerzstillende Medikamente, die nur am Schmerzort wirken) gilt als wirksamste Hilfe gegen Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Triptane verengen die bei Migräne erweiterten Blutgefäße. Sie zählen zu den rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Das Medikament "Formigran" (Apotheke) ist eine rezeptfreie Variante und frei verkäuflich erhältlich. Besonders schwere Fälle werden mit Präparaten aus dem Muterkornpilz (Ergotamin-Präparaten) behandelt, die aber mehr Nebenwirkungen haben als die Triptane. Kommt zur Migräne Übelkeit und Erbrechen hinzu, werden Anti-Enetika (gegen den Brechreiz) verschrieben. Meist mit den Wirkstoffen Metoclopramid oder Domperidon. Auch Antidepressiva helfen gegen Kopfschmerzen. Wie sie aber genau wirken, ist noch nicht komplett erforscht. Die Deutsche Migräne-Liga rät zu Entspannungstechniken wie Yoga oder auch autogenem Training. Vielfach hilft es, die schmerzende Stelle zu kühlen, etwa mit einem stoffumwickelten Eispack oder einem speziellen Migräne-Pad (Apotheke). Die Kälte hat eine gefäßzusammenziehende Wirkung. Wichtig ist es bei Migräne-Anfällen auch, Ruhe zu halten. Idealerweise sollte man in einem abgedunkelten Raum schlafen. Bei schweren Migräne-Anfällen muss immer der Arzt aufgesucht werden.

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Foto: ludwig, fotolia

Vorbeugen und Selbsthilfe

Hormonelle Schwankungen, Stress, seelische Belastungen, Schlafstörungen, Alkohol und Nikotin sind so genannte Triggerfaktoren (Reize, die Migräne auslösen können). Deswegen ist es zur Vorbeugung von Migräne-Anfällen wichtig, für einen möglichst ausgeglichenen Alltag zu sorgen und Stress weitestgehend zu vermeiden. Auch auf Alkohol und Nikotin sollte man verzichten. Außerdem hilft es in der migränefreien Zeit unterstützend, Sport, beziehungsweise Ausdauersport zu treiben. Auch ein regelmäßiger Tagesrhythmus hilft vorbeugend. Mahlzeiten zum Beispiel sollten nicht ausgelassen werden. Eine gute Methode zu lernen, den Körper vor Stressreaktionen zu schützen, ist das Biofeedback-Verfahren (Kontakte über den Arzt). Im Falle, dass man häufig an Migräne oder einer anderen Art von Kopfschmerzen leidet, sollte man sich in jedem Fall ärztlich beraten lassen, am besten von einem Kopfschmerz-Experten (ein erfahrener Neurologe oder ein Arzt, der sich auf Schmerztherapie spezialisiert hat), um auszuschließen, dass die Symptome durch lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirntumor, Hirnblutung, Hirnhautentzündung oder einen Schlaganfall verursacht werden. Der Spezialist hat die erforderlichen Untersuchungsgeräte zur Verfügung und kennt die wirksamsten Therapien.

Kliniken und weitere Institutionen, die kompetente Behandlung und Informationen zu Kopfschmerzen und Migräne anbieten:

UNIVERSITÄTSKRANKENHAUS EPPENDORF

Spezialsprechstunden für Kopfschmerzerkrankungen: Neurologische Klinik

Martinistr. 52

20246 Hamburg

Tel.: 0 40/ 4 28 03 27 80

www.uke.uni-hamburg.de/ kliniken/neurologie

SCHMERZKLINIK DER UNIVERSITÄT KIEL

Chronische neurologische Schmerzerkrankungen bilden den Behandlungsschwerpunkt, Direktor ist Professor Hartmut Göbel

Heikendorfer Weg 9 - 27

24149 Kiel

Tel.: 04 31/ 2 00 99 65

www.schmerzklinik.de

DEUTSCHE MIGRÄNE- UND KOPFSCHMERZLIGA

Allgemeinverständliche Informationen für Betroffene

Diesterwegstraße 10 - 12

24113 Kiel

Tel.: 04 31/ 6 59 46 30

www.dmkg.org

KOPFZENTRUM LEIPZIG

Interdisziplinäres Zentrum mit Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, Neurologie, Psychiatrie

Dr. Angelika Strauß

Fichtestr. 9

04275 Leipzig

Tel.: 03 41/ 3 09 54 20

www.praxis-strauss.de


Veröffentlicht in WUNDERWEIB
Tags:   Stress |  Migräne |  Kopfschmerzen

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