
Definition, Ursachen und Krankheitsverlauf
Ein Gehirnabszess ist eine Infektion im zentralen Nervensystem. Bakterien können sich praktisch überall im menschlichen Körper ansiedeln. Viele haben sogar gesundheitlichen Nutzen. Ob sie Krankheiten auslösen, hängt von ihrer Art und Menge ab. Einem Gehirnabszess geht häufig eine Infektion der oberen Atemwege, Kiefern, Nebenhöhlen oder des Mittelohrs voraus. Wenn sie nicht rechtzeitig eingedämmt wird, wandern die Keime eventuell in den oberen Kopfbereich. Auch entferntere Entzündungsherde - am Herzen oder an der Lunge - können über die Blutwege das Gehirn anstecken. Verletzungen und offene Wunden sind ebenfalls mögliche Auslöser. In tropischen Ländern kommt es manchmal durch Bandwürmer zum Abszess, der aus Eiter in einer Bindegewebskapsel besteht. Dieser und krankheitsbedingte Flüssigkeitsansammlungen üben Druck auf das umliegende Hirngewebe aus. In schweren Fällen werden Nervenleitungen und Blutversorgung blockiert. Die Situation ist in jedem Fall akut lebensbedrohlich. Als Spätfolge kann es bei manchen Patienten später zu epileptischen Krampfanfällen kommen. Es dauert unterschiedlich lange, bis sich nach einer Infektion ein Gehirnabszess entwickelt und Kopfschmerzen und Fieber hervorruft. Hinzu kommen häufig Übelkeit, Erbrechen und nervliche Störungen bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Behandlung
Ein zu hoher Hirndruck wird durch Medikamente und andere Maßnahmen gesenkt. Antibiotika töten die Bakterien. Der Gehirnabszess wird meist durch einen kleinen chirurgischen Eingriff entfernt.

Vorbeugen und Selbsthilfe
Ein schwaches Immunsystem begünstigt das Leiden. Gesunde Ernährung und Bewegung können einem Gehirnabszess daher vorbeugen.
Veröffentlicht in WUNDERWEIB
