
Karpaltunnel-Syndrom: Definition, Ursachen und Symptome
Die Hände schlafen ein, kribbeln oder tun nachts weh - das sind typische Anzeichen des Karpaltunnel-Syndrom. Es entsteht, wenn der Medianus-Nerv zwischen Daumenballen- und Kleinfingermuskulatur im Karpaltunnel (tunnelartige Röhre) eingeklemmt wird. Ursachen für ein Karpaltunnel-Syndrom können starke Überbeanspruchung der Hände (zum Beispiel durch das Abknicken des Handgelenks) sein, was häufig durch das Schreiben auf Computer-Tastaturen, schwere Arbeit mit den Händen oder auch Fahrradfahren mit geraden Lenkern, bei denen die Hände das Körpergewicht abfangen müssen, begünstigt wird. Durch einseitige Überbelastung besteht die Gefahr, dass das Sehnengleitgewebe im Bereich des Karpaltunnels anschwillt und Druck auf den Nerv auslöst.
Auch in Verbindung mit lokalen Entzündungen wie Rheuma, Tuberkulose oder Sklerodermie kann das Karpaltunnel-Syndrom gemeinsam auftreten. Tumore im Bereich des Karpaltunnels können ebenfalls eine Ursache sein, sowie hormonelle Veränderungen, wie zum Beispiel in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren (medizinisch: Klimakterium) oder Stoffwechselerkrankungen wie Zucker (medizinisch: Diabetes mellitus). Auch dies führt zu Verengungen und kann Nervenschädigungen hervorrufen. Um festzustellen, ob ein Karpaltunnel-Syndrom vorliegt, wird der Karpaltunnel von außen beklopft, wodurch elektrisierende Schmerzen entstehen (medizinisch: Hoffmann-Tinel-Zeichen). Auch eine starke Abknickung oder Überdehnung des Handgelenks kann Schmerzen verursachen. Eine sichere Diagnose des Karpaltunnel-Syndrom liefert eine so genannte Elektroneurografie. Diese misst die noch vorhandene Nervenleitungsgeschwindigkeit und vergleicht sie mit Normwerten. Mit der so genannten Elektromyografie (EMG) können elektrische Impulse in den Muskelzellen gemessen und aufgezeichnet werden, wodurch bei einem Karpaltunnel-Syndrom so genannte neurogene Muster abgebildet werden, die eine gute Beurteilung der Erkrankung zulassen.

Karpaltunnel-Syndrom: Behandlung
Eine Behandlungsmöglichkeit des Karpaltunnel-Syndrom besteht darin, das Handgelenk mit einer Schiene ruhigzustellen. Doch langfristig ist eine Operation die bessere Wahl, meinen chilenische Forscher von der Uni Santiago nach Auswertung einer Studie. Die Patienten hatten später deutlich weniger Schmerzen und Beschwerden als Betroffene, die auf einen Eingriff verzichteten. Außerdem: Meist war dann doch noch eine OP des Karpaltunnel-Syndrom nötig.

Karpaltunnel-Syndrom: Vorbeugen und Selbsthilfe
Wichtig für die Vorbeugung eines Karpaltunnel-Syndrom ist es, bewusst darauf zu achten, seine Handgelenke nicht zu häufig und stark abzuknicken. Eine gute Unterstützung hierfür sind ergonomisch geformte Computer-Tastaturen. Außerdem sollten Verletzungen und Entzündungen im Bereich des Handgelenks grundsätzlich ernst genommen und frühzeitig von einem Arzt untersucht und behandelt werden. So vermeidet man eine Verschleppung.
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