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Krankheitsbild


Nackenschmerzen


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Foto: MariaP, fotolia

Definition, Ursachen und Symptome von Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind weit verbreitet. Laut einer Umfrage des Robert-Koch-Instituts leiden 62 Prozent der Frauen zumindest einmal pro Jahr unter starken Nackenschmerzen im oberen Rücken. Die Natur hat unseren Körper für ein Leben in Bewegung geschaffen. Doch daran denken heute die wenigsten. Die meiste Zeit verbringen wir sitzend im Büro oder liegend im Bett. Doch dadurch schaden wir häufig Rücken und Nacken, was unweigerlich zu Nackenschmerzen führt. Oft liegt es daran, dass wir gar nicht wissen, was wir falsch machen.

Außer den Fehlhaltungen sind es auch Stress, körperliche Überforderung oder seelische Probleme, die insgesamt die Muskelanspannung erhöhen Grund für die Nackenschmerzen. Anfällig für Nackenschmerzen sind Menschen, die im Sitzen arbeiten, zum Beispiel am Computer, als Taxifahrer, an der Kasse im Supermarkt oder am Fließband. Eine Fehlsichtigkeit oder eine falsche Brille kann ebenfalls zu Nackenschmerzen führen. Man sollte die Nackenschmerzen auf jeden Fall ernst nehmen. Wenn sie in die Arme ausstrahlen oder Kribbelempfindungen auftreten, sollte dringend ein Orthopäde aufgesucht werden. Es könnte eine Nervenwurzel gereizt oder ein Bandscheibenvorfall aufgetreten sein.

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Foto: michanolimit, fotolia

Behandlung von Nackenschmerzen

Für chronische Nackenschmerzen ist Wärme ein gutes Mittel zur Behandlung. Sie bewirkt eine verstärkte Durchblutung und Entspannung der Muskulatur. Gut tun warme Kompressen, ein Infrarotstrahler oder eine Wärmflasche. In der Apotheke gibt es spezielle Wärmepacks oder -pflaster, die auf die Nackenschmerzen gelegt oder geklebt werden. Sehr gut geeignet sind auch warme Vollbäder mit durchblutungsfördernden Zusätzen wie Rosmarin oder Lavendel. Einreibungen mit Klosterfrau Melissengeist, Latschenkiefer-Franzbranntwein sowie Cremes mit Capsaicin, Beinwellwurzelextrakt oder ätherischen Ölen wirken ebenfalls durchblutungssteigernd und helfen bei Nackenschmerzen. Akute Nackenschmerzen lassen sich gut durch Kälte oder Einreibungen mit Menthol oder Arnika lindern. Das setzt die Sensitivität der Rezeptoren herab und damit die Schmerzempfindlichkeit.

Um dem Teufelskreis Nackenschmerzen zu durchbrechen, kann eine kurzzeitige Anwendung von Schmerzmitteln mit Naproxen, Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac sinnvoll sein. Manchmal hilft allerdings nur ein Eingriff. Der natürliche Verschleiß der Bandscheiben - er fängt bereits um die Zwanzig an - kann zu einem Bandscheibenvorfall führen, der in bestimmten Fällen (zum Beispiel Lähmungserscheinungen) eine OP nötig macht. Ziel des Eingriffs ist es, die eingeengte Nervenwurzel und das Rückenmark zu entlasten und einen Platzhalter einzubringen. Dabei wird meist minimalinvasiv operiert. Der Chirurg legt einen kleinen Schnitt vorn seitlich am Hals, meist in einer Halsfalte. Vorteil dieser neuen OP-Technik: Dabei müssen kaum Muskeln durchtrennt werden, das Rückenmark wird nicht Mitleidenschaft gezogen. Nach drei bis vier Tagen Klinik sind die Patienten wieder schmerzfrei.

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Foto: ludwig, fotolia

Vorbeugen und Selbsthilfe bei Nackenschmerzen

Nach neuesten Erkenntnissen besteht zwischen Nackenschmerzen und den Augen- und Kopfbewegungen ein direkter Zusammenhang. Dieser Steuermechanismus wird im Englischen als Head-Eye-Mover (wörtlich: Kopf-Auge-Beweger) bezeichnet. Als Kind sind alle Menschen "Head-Mover". Sie bewegen den Kopf aktiv in die Richtung, in die sie blicken. Im Laufe der Zeit entwickeln sich viele zum Eye-Mover. Sie bewegen den Kopf weniger, die Augen dafür umso mehr. Dennoch sendet der Körper weiter Signale an die Nackenmuskulatur. Dadurch baut sich eine Muskelspannung auf, die letztendlich zu Nackenschmerzen führt. Untersuchungen der Weimarer Wissenschaftler ergaben, dass 85 Prozent der Patienten mit Nackenschmerzen Eye-Mover sind. Wer diese Schmerzursache ausschalten möchte, sollte gezielt daran arbeiten, den Kopf bei jeder Bewegung wieder "mitzunehmen".

7 weitere Tipps zur Vorbeugung von Nackenschmerzen:

  • 1. Für Seitenschläfer sind die anatomisch geformten Nackenstützkissen ideal. Eine super Ergänzung dazu ist eine Matratze mit Schulterkomfortzone. Für Rückenschläfer ist ein weniger hohes Kissen günstiger, damit die Brustwirbelsäule flach liegen kann.

  • 2. Im Winter sollte man einen warmen Schal tragen. Denn wenn es draußen kalt ist, ziehen wir unwillkürlich die Schultern hoch, damit der Wind nicht in den Kragen fährt. Das verspannt den Nacken und führt zu Nackenschmerzen.

  • 3. Beim Radfahren sollte der Lenker so eingestellt sein, dass man möglichst aufrecht sitzt. So bleibt die Nackenmuskulatur locker und es treten weniger Nackenschmerzen auf.

  • 4. Gute Übung für die Halswirbelsäule: Man legt sich ein paar Bücher auf den Kopf und läuft damit im Zimmer herum. Anschließend mehrmals den Kopf von vorn über die Seite nach hinten rollen.

  • 5. Entspannungsübungen lernen, um Stress und Nackenschmerzen abzubauen. Zum Beispiel die Muskelentspannung nach Jacobson. Kurse bieten Volkshochschulen an. Die Technik kann aber auch nach Büchern erlernt werden.

  • 6. Darauf achten, dass der Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet ist. Dazu gehört ein guter Stuhl, die "richtige" Schreibtischhöhe und ein Bildschirm, der genau vor einem steht.

  • 7. Bei der Arbeit kurze Pausen einlegen und kleine Bewegungsabläufe in den Büroalltag einbauen. Man kann zum Beispiel die Ihre Wasserflasche abseits abstellen, damit man aufstehen muss, um sie zu erreichen. Auch im Stehen zu telefonieren ist hilfreich.


Veröffentlicht in WUNDERWEIB

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Kommentare: Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

emma-45
19.12.2009
16:42
Also ich arbeite den ganzen Tag mit gesengtem Kopf was mir schwer zu schaffen macht,auch wenn ich zwischendurch mal hoch schaue,leider hilft das auch nichts!
Finde aber auch noch nicht das richtige mittel,kopfkissen habe ich schon abgeschafft!
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