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Krankheitsbild


Bluthochdruck


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Foto: MariaP, fotolia

Definition, Ursachen und Krankheitsverlauf bei Bluthochdruck

Rund 55 Prozent der über 65-Jährigen haben einen erhöhten Blutdruck. Bundesweit sind etwa 25 Millionen Bürger betroffen. Nicht einmal die Hälfte weiß davon. Nervosität oder innere Unruhe, das "Unter-Strom-Stehen" bei den Betroffenen, wird oft nicht in Zusammenhang damit gebracht. Unbehandelt kann die Hypertonie, so der Fachausdruck für Bluthochdruck, dem Organismus schwere Schäden zufügen. Das Fatale: Bluthochdruck zeigt viele Jahre lang keine Symptome und wird deshalb oft nur zufällig entdeckt. "Ich rate jedem, im Jahr einmal den Blutdruck beim Arzt überprüfen zu lassen. Bei Übergewicht sollte es ruhig öfter sein. Der optimale Blutdruckwert liegt zwischen 120 Millimeter pro Quecksilbersäule systolisch 1 und 80 mmHg diastolisch 2 (120/80 mmHg). Dabei wird die Druckeinheit abgekürzt mit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Werte bis 130/85 mmHg gelten noch als normal, ab 140/90 mmHg spricht man von leichtem, ab 180/110 mmHg von schwerem Hochdruck.

Der Blutdruck ist abhängig von der Weite, der Dehnbarkeit, dem Fassungsvermögen der Blutgefäße und von der Blutmenge im Körperkreislauf. Aber auch die Niere spielt dabei eine wichtige Rolle. Kommt hier zu wenig Blut an, kann sie nicht richtig entgiften und löst eine Kettenreaktion aus, an deren Ende ein Hormon (Name: Angiotensin) die Adern auf Dauer verengt. Folge: Der Blutdruck steigt. Unbehandelter Bluthochdruck hat schlimme Folgen: Die linke Herzkammer verdickt sich, es kommt im Lauf der Zeit zur chronischen Herzmuskelschwäche - Lebensgefahr! Außerdem können die Adern, die das Herz mit Sauerstoff versorgen (Herzkranzgefäße), verkalken und verhärten. Es entstehen Engstellen, dadurch wird die Funktion des Herzmuskels gestört. Es kommt zu einer Angina pectoris (Herzenge), einer gefährlichen Vorform des Herzinfarktes! Auch das Gehirn wird durch den erhöhten Druck in den Blutgefäßen geschädigt: Bis zu 90 Prozent der Schlaganfälle werden durch Bluthochdruck verursacht.

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Foto: michanolimit, fotolia

Behandlung bei Bluthochdruck

Für die medikamentöse Therapie stehen fünf Wirkstoff-Gruppen zur Wahl, die meist in einer Kombination verordnet werden: Beta-Blocker, Mittel zur Entwässerung, Kalzium-Antagonisten und zwei weitere Substanzen, die dem in der Niere gebildeten Hormon Angiotensin auf unterschiedliche Weise entgegenwirken. Welche Medikamente helfen, das muss der Arzt jeweils individuell entscheiden. In Zukunft könnten Betroffene von einer Studie an der Medizinischen Hochschule Hannover profitieren: Dort testen Forscher einen Impfstoff gegen Bluthochdruck. Die Impfung soll dauerhaft zu einer Erweiterung der Adern und somit zur Absenkung des Blutdrucks führen.

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Foto: ludwig, fotolia

Vorbeugen und Selbsthilfe bei Bluthochdruck

Stress treibt den Blutdruck schnell in die Höhe. Deswegen ist es wichtig, Stress grundsätzlich weitestgehend zu vermeiden. Entspannung ist für Patienten mit Bluthochdruck extrem wichtig. Autogenes Training zielt besonders auf die emotionale Entspannung ab und hat sich in zahlreichen Untersuchungen als erfolgreich erwiesen. Am besten bucht man einen Kurs bei einem erfahrenen Therapeuten und wendet sich an die Krankenkasse. Viele Kassen übernehmen die Kosten für solche Kurse. Wer weiß, dass er zu Bluthochdruck neigt oder bereits deshalb behandelt wird, sollte sich ein gutes Messgerät mit Arm-Manschette kaufen und mehrmals täglich messen. Ist der Blutdruck erhöht (bis 140/90 mmHg), kann man ihn durch das erlernte autogene Training wieder in den normalen Bereich bringen. Liegen die Werte bei 160/90 mmHg oder darüber, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden - sofern man nicht sowieso bereits in Behandlung ist. Auch bei grundlosem Nasenbluten, Herzklopfen, Schwindelanfällen oder Sehstörungen sollten Sie schnell einen Arzt aufsuchen.


Veröffentlicht in WUNDERWEIB
Tags:   Stress

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