Diagnose Toxisches Schocksyndrom: Frau liegt wegen Tampon im Koma

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Foto: iStock/ Symbolbild

Tampon war mir Bakterien infiziert

Über eine Woche lag die heute 27-jährige Joanna Cartwright im künstlichen Koma. Ihre Diagnose: Toxisches Schocksyndrom hervorgerufen durch einen Tampon.

Wie viele andere Frauen verwendete auch die 27 Jahre alte Joanna Cartwright aus South Yorkshire (England) einmal im Monat Tampons. Niemals hätte sich die junge Mutter allerdings vorstellen können, dass etwas so Gewöhnliches wie ein Tampon sie beinahe das Leben kosten würde.

Als Joanna damals kurz vor ihrem 25. Geburtstag ganz normal ihre Periode bekommt und einen Tampon verwendet, denkt sie wie sonst auch, nicht weiter darüber nach. Doch nur wenige Tage später klagt die dreifache Mutter über ungewöhnliche Beschwerden. Ihr fallen sie Haare und Nägel aus. Mehrere Hautschichten beginnen sich zu lösen und Joanna verliert immer wieder das Bewusstsein.

Im Krankenhaus stellen die Ärzte die Diagnose: Toxisches Schocksyndrom (TSS) . Ausgelöst wird es durch einen mit einem bestimmten Bakterium infizierten Tampon. Joanna Cartwright wird gerade rechtzeitig ins Krankenhaus eingeliefert. Ihre Organe sind bereits im Begriff zu versagen. An ihrem 25. Geburtstag versetzen die Ärzte Joanna in ein künstliches Koma. Nur knapp kann die junge Mutter dem Tod entrinnen.

Als sie erwacht, erlebt Joanna den nächsten Schock: Sie hat ihr Gedächtnis verloren und kann sich selbst an ihre drei Töchter Lacey (8), Nicole (7) und Scarlett-Rose (3) nicht erinnern. Gegenüber dem Mirror sagt sie: "Als ich aus dem Koma aufwachte, wusste ich nicht, was um mich herum passierte. Ich konnte mich an nichts erinnern."

Auch die vielen Glückwunschkarten, die sie zu ihrem Geburtstag bekommen hatte, lieferten für Joanna keine Hinweise. Sie konnte sich noch nicht einmal daran erinnern, Geburtstag gehabt zu haben. Doch Joanna verlor nicht nur ihr Gedächtnis, sie musste auch das Gehen neu lernen.

Glücklicherweise kehrten Joannas Erinnerungen nach und nach wieder zurück. Doch auch heute, mehr als zwei Jahre nach der Erkrankung am Toxischen Schocksyndrom, hat die Mutter immer noch Erinnerungslücken. "Ich erinnere mich nicht an die ersten Schritte von Scarlett oder andere Meilensteine, wie ihre ersten Worte oder das Abstillen." Auch mit dem Laufen klappte es nicht sofort. Nur mithilfe intensiver Physiotherapie konnte Joanna die Bewegungen erneut erlernen.

Nach einem langen und anstrengenden Genesungsprozess ist Joanna Cartwright heute (fast) wieder die Frau, die sie vor der Diagnose Toxisches Schocksyndrom war. "Es war eine wirklich traumatische Erfahrung und ich weiß, dass es Teile von mir gibt, die nie wieder so sein werden, wie sie einmal waren. Aber ich bin einfach nur erleichtert, dass ich es geschafft habe und dass meine Mädchen immer noch ihre Mutter haben. Ich kann mich sehr glücklich schätzen."

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