Diddl Maus: Produktion wird eingestellt

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Die Kinder lieben die Diddl Maus.
Foto: Presse: depesche

Depesche gibt Lizenz ab

Nach 23 Jahren ist Schluss! Die Produktion der Diddl Maus wird eingestellt. Grußkartenanbieter Depesche gibt seine Lizenz an Erfinder Thomas Goletz ab.

Es ist das Ende einer Ära. Das weiße weiche Fell, der trollige Blick, die überdimensional großen Füße. In Kitas, Kinderzimmern und auf Schulhöfen - überall herzte man die Diddl Maus. Jetzt liegt sie im Sterben! Zum Ende des Jahres gibt Grußkarten- und Geschenkartikelanbieter Depesche die Lizenz für die berühmteste Plüschmaus an Erfinder Thomas Goletz ab.

Der Beginn einer Frohnatur

Es muss der 24. August 1990 gewesen sein, als die Diddl Maus das Licht der Welt erblickte. Genaue Infos gibt es kaum. Ein Auszug aus dem Käsekuchenblatt verrät, dass die Diddl Maus als kleines, steifes Kängerubaby geboren wurde. Etliche Schönheitsoperationen folgten. Warum? Der Knuddelfaktor fehlte. Heute ist sie kuschelweich und flauschig schön.

Deutschland im Sammelfieber

Der Run begann mit 24 Karten. Es folgten Stoffexemplare und Diddlblöcke. Es wurde gesammelt und getauscht, was das Taschengeld hergab. Ein großes Diddlblatt gegen drei kleine. Eine Postkarte gegen ein mittleres. Das war damals so und ist es heute auch noch - fast. Die Diddlblätter von heute duften und Postkarten glitzern. Die Produkte rund um das Käsekuchenland haben sich unseren Wünschen und Vorstellungen angepasst.

Beste Freundin und Kuscheltier

Sie hat Tränen getrocknet, beim Einschlafen geholfen und Glück gebracht. Die 'dreikäsehochfünfzig' große Maus war immer dann da, wenn gesprochene Worte versagten. 'Ich denk an dich' oder 'ich hab dich superlieb' - was vielen schwer über die Lippen kam, sprach die Frohnatur aus. Auf Postkarten und Blöcken, auf Schulranzen und Gläsern - es dauerte nicht lange und die Diddl Maus strahlte von allem, was Kinderherzen höher schlagen lies. Und nicht nur das. Immer öfter ertappte man junge Frauen dabei, wie sie eine Diddl in Mini-Format an Taschen und Rucksäcken baumeln ließen.

Erinnerungen bleiben

Mittlerweile ist es ruhig geworden. Auf dem Schulhof werden Yu-Gi-oh und Pokemon-Karten getauscht. In der Puppenecke TOPModel-Haare gekämmt. Da können selbst Diddlina, Pimboly und Galuppy nichts mehr anrichten. Wie es jetzt weitergeht? Man weiß es nicht. Eins ist aufjeden Fall sicher: Erst einmal wird sich die niedliche Plüchtiermaus in das Käsekuchenland zurückziehen, mit seinen Freunden treffen und den ein oder anderen Käse vernaschen. Und falls es wirklich zu ihrem Tod kommen sollte, dann wünschen wir ihr einen Grabstein aus Käse, ganz viel Käse. Ruhe in Frieden, liebeDiddl.

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