Die 10 häufigsten Erkältungs-Mythen

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Im Winter erkältet man sich schneller? Wir nehmen die häufigsten Erkältungsmythen unter die Lupe.
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Irrtümer bei Erkältungen: Das stimmt wirklich

Mit Vitamin C und Sport gegen Erkältung kämpfen? Stimmt nicht immer. Wir klären die 10 größten Erkältungsmythen auf!

Mit dem Ende des Sommers haben die meisten bereits die erste Erkältungswelle erwischt. Da sind doch bestimmt die abfallenden Temperaturen und das wechselhafte Wetter schuld! Oder? Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, werfen unsere Mitmenschen nur allzu gerne mit schlauen Ratschlägen um sich. Dabei halten sich sämtliche Erkältungsmythen wacker, denn nicht jeder gut gemeinte Tipp hilft wirklich. Was stimmt denn nun wirklich? Wir räumen mit den größten Irrtümern bei Erkältung auf.

1. Mythos: Viel Vitamin C hilft viel
Ein hartnäckiger Irrglaube: Bei einer Erkältung solle man möglichst viel Vitamin C zu sich nehmen. Diesen Rat kennen wir wohl alle. Doch die vitaminreiche Ernährung bringt nur zu einem gewissen Punkt etwas, wie Allgemeinmediziner Dr. Michael Prang verrät: "Zwar braucht unser Immunsystem Vitamin C, um optimal arbeiten zu können. Doch bereits bei der Aufnahme von 100 mg täglich (der maximale Tagesbedarf) sind die Vitamin-C-Speicher des Körpers voll. Was jetzt noch hinzukommt, scheidet der Körper über den Urin wieder aus." Ein Glas Orangensaft oder sogar eine halbe Paprika reichen also schon, um den Tagesbedarf zu decken! Alles darüber hinaus wird leider nutzlos.

2. Mythos: Die Kälte ist schuld
„Wenn du dich so dünn anziehst, erkältest du dich noch!“ Diesen Satz bekommen wohl Kinder jeder Generation zu hören. Das Wort Erkältung klingt schließlich stark danach, als wäre auch die Kälte schuld an der Schnupfnase. Falsch gedacht: Allein durch das Frieren erkältet sich niemand. Allerdings arbeitet das Immunsystem in der Tat langsamer, wenn wir durchgefroren sind. Viren können daher schlechter abgewehrt werden. Im Sommer kann man sich genauso erkälten, wie im Winter. Theoretisch ist die Gefahr bei Wärme sogar größer, da Bakterien und Viren länger überleben.

3. Mythos: Küssen verboten
„Komm mir lieber nicht zu nahe!“ Diesen Satz hören und sagen wir nur allzu oft. Wenn man selbst erkältet ist, möchte man den Partner natürlich schützen. Deswegen wird bei Erkältungen vorsichtshalber auf Küsse verzichtet. Wir haben eine gute Nachricht: Das muss gar nicht sein! Küssen ist sogar ausdrücklich erlaubt, denn das wohlige Gefühl der Zuneigung gibt den Abwehrkräften sogar Extra-Power!

4. Mythos: Im Sommer erkältet man sich nicht
Im Gegenteil: Die wahren Übeltäter sind die Viren, nicht die niedrigen Temperaturen. Im Sommer kann man sich genauso erkälten wie im Winter. Theoretisch liegt die Gefahr bei Wärme sogar höher, da Bakterien und Viren länger überleben.

5. Mythos: Sport hilft gegen Erkältung
Wenn die Erkältung bereits ausgebrochen ist, benötigt der Körper all seine Energie für die Abwehr der Viren. Sport wirkt in dem Fall nicht nur kontraproduktiv, sondern kann sogar gefährlich werden. Daher gilt: Gönnen Sie sich und Ihrem Körper während einer Erkältung und auch danach noch ein paar Tage Ruhe, um sich zu regenerieren und vollständig gesund zu werden!

6. Mythos: Hände desinfizieren schützt vor Erkältung
Hygiene ist zunächst einmal natürlich immer wichtig, um eine Erkältung vorzubeugen. Allerdings reicht das Händewaschen mit üblicher Seife. Desinfektionsmittel kann in manchen Fällen sogar kontraproduktiv wirken, da es dem eigenen Schutz der Hautflora schädigt.

7. Mythos: Erkältung = Grippe
Viele Menschen gehen davon aus, dass sich aus ihrer Erkältung schnell eine Grippe entwickeln kann. Die beiden Krankheiten haben allerdings nichts miteinander zu tun. Ein grippaler Infekt wird von anderen Erkältungsviren ausgelöst, als die Grippe, für die einzig Influenza-Viren verantwortlich sind. Daher schützt eine Grippe-Impfung auch nicht vor Erkältungen. Auch die Symptome unterscheiden sich. Während eine Erkältung sich meist schleichend anbahnt, tritt eine Grippe häufig sehr plötzlich auf. Hier können Sie den Test machen.

8. Mythos: Ein Tee mit Schuss tötet alles ab
Ein Grog wärmt von innen, so dass sich ein wohlig warmes Gefühl ausbreitet. Daher hält sich der Mythos, dass Alkohol bei einer Erkältung hilft, noch immer hartnäckig. Dabei handelt es sich jedoch um einen Irrtum. Schnaps schadet dem Körper, da dieser zu sehr damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen, statt sich um die Genesung und Abwehr zu kümmern.

9. Mythos: Eine Erkältung macht immun
Schön wär’s: Haben wir eine Erkältung überstanden, heißt das leider keinesfalls, dass wir für den Rest des Jahres verschont bleiben. Zwar stimmt es, dass das Immunsystem auf die bekannten Viren nun besser aufgestellt ist. Allerdings gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Erkältungsviren, die sich zudem noch laufend verändern. Immun macht ein durchstandener grippaler Infekt also leider nicht.

10. Mythos: Nase hochziehen verboten
Viele Mütter warnen ihre Kinder davor, die Nase hochzuziehen, da das Sekret sonst in die Nebenhöhlen gelangt. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall: Bei starkem Ausschnupfen kann das Sekret in die Nebenhöhlen gedrückt werden, beim Hochziehen gelangt es jedoch in die Speiseröhre und wird anschließend von der Magensäure unschädlich gemacht.

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