Die 12 größten Irrtümer über Erkältung

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Neue Welle - Zahl der Ansteckungen steigt wieder

1. Grippe-Impfung schützt

FALSCH: Die Grippe-Impfung schützt nur vor den Erregern der sogenannten echten Grippe (Influenza). Gegen grippale Infekte, wie Mediziner die Erkältung nennen, ist eine Impfung immer noch nicht möglich. Denn es gibt über 200 Virus-Arten, die eine Erkältung auslösen können - das ist schlicht zu viel. Vorbeugen kann man nur mit einem starken Immunsystem.

2. Schnupfen ist harmlos

FALSCH: Erkältungsviren schädigen die Schleimhäute der Atemwege. Dann haben Bakterien als "Nachfolger" leichtes Spiel. Nicht selten kommt es zu bakteriellen Infektionen wie Nasennebenhöhlen-Entzündung (Sinusitis), Kehlkopf-Infektion, Bronchitis oder Mandelentzündung, manchmal sogar zu einer Lungenentzündung.

3. Grippe ist nur eine stärkere Erkältung

FALSCH: Die beiden Krankheiten werden von unterschiedlichen Erregern ausgelöst. Bei einer echten Grippe fühlt man sich extrem krank: schlagartiger Beginn mit Schüttelfrost, plötzliches hohes Fieber, Schwäche, Kopf- und Gliederschmerzen, häufig kommt Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall dazu. Dann muss ein Arzt die Erkrankung behandeln.

Wichtig sind z.B. fiebersenkende Mittel, damit die Körpertemperatur nicht die kritische Grenze von 40 Grad überschreitet. Der Arzt kann auch spezielle Mittel gegen das auslösende Influenza-Virus verschreiben.

4. Waschen bringt nichts

FALSCH: Infektionsexperten raten sogar dringend dazu. Wenn man sich mindestens fünfmal täglich die Hände wäscht, halbiert man glatt das Risiko einer Ansteckung. Denn der Haupt-Übertragungsweg sind die Hände. Wichtig: warmes Wasser und Seife, die man auch zwischen den Fingern und auf dem Handrücken verteilt. Mindestens 30 Sekunden waschen, dann die Hände gründlich warm abspülen.

5. Frauen leiden stärker als Männer

FALSCH: Es ist genau umgekehrt. Bei Schnupfen sind Männer im Durchschnitt wehleidiger als Frauen. Untersuchungen von britischen Nervenspezialisten brachten es an den Tag: Männer empfinden vor allem das Erkältungssymptom Fieber intensiver.

Bei ihnen ist nämlich ein Gehirngebiet, das das Fieber im Körper wahrnimmt, größer als bei Frauen. Deshalb fühlen Männer sich bei einer Erkältung oft auch kranker - und jammern auch mehr.

6. Es dauert mindestens 14 Tage

FALSCH: Zumindest schafft der Körper das Virus, das die Erkältung ausgelöst hat, schneller aus dem Körper: Eine normale Erkältung ist nach sieben bis zehn Tagen ausgestanden. Warum spüren Betroffene trotzdem für längere Zeit Symptome? Das passiert häufig in Familien.

Wo Menschen engen Kontakt haben, kursieren nämlich oft verschiedene Virus-Typen - vom Kind aus der Schule, vom Vater oder der Mutter aus der Firma mitgebracht. Folge: Man steckt sich gegenseitig neu an - und bekommt neue Erkältungen. Hier hilft nur eines: Hygiene.

7. Schnäuzen ist besser als Hochziehen

FALSCH: Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Infektionsexperten raten: Ziehen Sie lieber hoch, statt sich zu schnäuzen. Wer ins Tuch trompetet, drückt infizierten Schleim in die Nasennebenhöhlen. Die können sich dann entzünden (Sinusitis). Wer den Schleim in der Nase hochzieht, saugt ihn auch aus den Nebenhöhlen - und entsorgt ihn im Magen.

Dort macht die Magensäure den Erregern den Garaus. Wem Hochziehen unangenehm ist, der sollte sich mit wenig Druck schnäuzen, und am besten jedes Nasenloch einzeln. Schleimlöser (z. B. "Gelo Myrtol forte", rezeptfrei, Apotheke) befreien die Atemwege und senken die Sinusitis-Gefahr.

8. Man sollte in die Sauna gehen

FALSCH: Die Erkältung einfach in der Sauna ausschwitzen? Das wäre nicht ganz ungefährlich. Zwar stärkt Saunieren das Immunsystem und den Kreislauf - aber nur bei Gesunden.

Bei einer Infektion belasten Saunagänge den Körper zusätzlich und können die Krankheit noch verschlimmern. Wer eine Erkältung hat, sollte sich so gut wie möglich schonen. Bei einem starken Infekt empfehlen Ärzte sogar Bettruhe.

9. Spray trocknet die Nase aus

FALSCH: Um die Nase schnell frei zu bekommen, nehmen viele Menschen bei Erkältung ein Nasenspray. Aber solche Mittel trocknen doch die Nase aus ... Nicht, wenn außer dem abschwellenden Wirkstoff auch der Schutzstoff Dexpanthenol mit drin ist (z. B. "Nasic", rezeptfrei, Apotheke).

Untersuchungen zeigen: Dexpanthenol bildet einen dünnen Schutzfilm auf der Nasenschleimhaut, hemmt Entzündungen und beschleunigt die Wundheilung.

10. Antibiotika helfen immer

FALSCH: Leider sind Antibiotika keine Wunderwaffe gegen alle Infektionen. Antibiotika töten nur Bakterien ab. Erkältungen werden aber zu 90 Prozent von Viren ausgelöst, die Schleimhautzellen befallen.

Erst wenn es durch einen viralen Infekt zu einer Folgeerkrankung kommt (siehe Nr. 2), könnte ein Antibiotikum nötig sein. Übrigens: Erstaunlich schnelle Erfolge auch gegen schwere Erkältungssymptome erzielt oft die Homöopathie. Es kann sich lohnen, einen homöopathischen Arzt aufzusuchen.

11. Sport stärkt jetzt das Immunsystem

FALSCH: Anstrengung schwächt die Abwehr weiter. Und: In fünf Prozent der Fälle ist bei Erkältung der Herzmuskel von Viren befallen. Wenn das Herz sich dann anstrengen muss, steigt das Risiko für einen lebensgefährlichen Herzanfall. Man sollte erst wieder Sport machen, wenn man schon eine Woche lang völlig symptomfrei war.

12. Nur wer niest oder hustet, steckt andere an

FALSCH: Schon etwa 48 Stunden vor ihren ersten Beschwerden können Erkältete die Viren weitergeben, nämlich über die Hände.

Das ist auch der häufigste Ansteckungsweg, erst an zweiter Stelle folgt Niesen, dann Husten. Und auch wenn die Erkältung wieder abgeklungen ist, kann man noch bis zu fünf Tage lang ansteckend sein.

Heuschnupfen effektiv behandeln

NICHT WARTEN: Die Pollen von Hasel und Erle fliegen bereits, und die feinen Samen der Birke wurden gebietsweise auch schon gemeldet. 15 Millionen Deutsche leiden unter einer Pollen-Allergie. Experten raten: Wer im Herbst keine Hyposensibilisierung beim Arzt begonnen hat, sollte sich jetzt wappnen. Die Symptome kann man wirksam lindern.

ANTIHISTAMINIKA: In der Apotheke gibt es Nasensprays, Augentropfen und Tabletten gegen Juckreiz, Fließschnupfen & Co. Sie enthalten Wirkstoffe, die den Botenstoff Histamin eindämmen. Histamin verursacht die lästigen Symptome.

NASENDUSCHE: Ein gutes Mittel, um die Nase von Pollen zu befreien. Nasenduschen und die passende isotonische Salzlösung gibt es in Apotheken. Täglich angewendet, können Nasenspülungen auch gegen Heuschnupfen vorbeugen.

SCHNELLE THERAPIE: Um die irritierte Abwehr an Pollen zu gewöhnen, gibt es auch Kurzzeit-Immuntherapien. Nach dem Allergietest reichen vier bis acht Pollen-Spritzen, um über die Saison zu kommen. Auch Tropfen sollen helfen (Kassen zahlen). Welche Therapie die besten Aussichten hat, entscheidet der Hautarzt oder Allergologe.

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