Die Antibiotika-Ampel

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Oft werden die Medikamente unnötig verordnet

Wann sollte ich Penicillin & Co. auf keinen Fall einnehmen?

Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien. Gegen virale Infekte sind sie dagegen vollkommen machtlos. Bei Erkältungen und anderen Atemwegserkrankungen, Zahnschmerzen unbekannter Herkunft oder grippalen Infekten macht die Einnahme von Antibiotika also keinen Sinn. Statt unsere Gesundung zu unterstützen, schwächen sie unser Immunsystem zusätzlich: Sie bringen die Darmflora aus dem Gleichgewicht, in der 80 Prozent unserer Immunzellen angesiedelt sind. Ein Nachweis der Bakterien, z.B. über einen Bluttest, sollte vor Einnahme immer erfolgen. Häufige Verwendung von Antibiotika lässt die Bakterien außerdem resistent werden. Bei einer gefährlichen Infektion wirkt die Arznei dann nicht mehr.

Wann kann man eine Einnahme in Betracht ziehen?
Blasenentzündung, Bronchitis, Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung sind bakterielle Infekte und können eine Antibiotika-Gabe nötig machen. Wenn die Beschwerden länger als drei Tage andauern, Naturmedizin oder sanfte Präparate keine Besserung bringen, oder sobald Fieber hinzukommt, gilt: Suchen Sie einen Arzt auf und lassen Sie den Erreger untersuchen. Das Antibiotikum sollte genau auf diesen abgestimmt sein. Sonst kann die Wirkung ausbleiben. Sogenannte Breitband-Antibiotika, die willkürlich sämtliche Bakterien bekämpfen, belasten den Körper und sollten daher gemieden werden. Übrigens: Zwei Stunden vor und nach der Antibiotika-Einnahme sollten Sie Saft und Milch meiden.

Wann sind Antibiotika unverzichtbar?
Diese bakteriellen Infektionen erfordern eine Antibiotika-Behandlung, sonst besteht Lebensgefahr: Streptokokken-Angina: Bei der eitrigen Mandelentzündung ist ein Antibiotikum ratsam, sonst droht Herzmuskel-Schädigung . Lungenentzündung: Erfordert fast immer Antibiotika. Bei starkem Verlauf kann ein Krankenhaus-Aufenthalt nötig sein. Blutvergiftung: Muss unbedingt mit Antibiotika behandelt werden! Wenn nötig: Breitband-Antibiotikum oder mehrere Präparate gegen verschiedene Erreger. Was Sie immer beachten sollten: Treiben Sie während der Antibiotika-Therapie am besten keinen Sport. Auch die körpereigenen Zellen, vor allem im Muskel, werden vorübergehend durch die Arznei geschwächt.

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