Die Big Five der Sparlügen

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Mit diesen Tipps entlarven Sie Sparlügen
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So dreist führen uns Unternehmen und Hersteller an der Nase herum!

Sie glauben ein richtig gutes Schnäppchen gemacht zu haben? Wenn Sie sich da mal nicht irren – denn Sparlügen lauern überall.

1. Die „Tiefpreis“-Lüge

Der NDR hat folgende Sparlügen entlarvt:

Der Drogeriemarkt Rossmann bot ein Shampoo eine Woche lang zum „Tiefstpreis“ von 1,95 Euro an. Nach Ablauf der Aktion kostete das Shampoo wieder den üblichen Preis – nämlich 1,95 Euro. Wie kann das sein?

Der Marketing-Experte Phillip Riehm verriet dem NDR: „Hohe Rabatte in einer befristeten Aktion erzeugen Druck beim Konsumenten.“ Der Konsument kauft das Produkt, obwohl er finanziell nichts einspart.

2. Die „Discounter“-Lüge

Discounter wie Aldi und Lidl gelten als günstigste Supermärkte. Doch stimmt das wirklich? Oder sind auch hier Sparlügen unterwegs?

NDR-Tester kauften in den Supermärkten Aldi, Lidl, Edeka und Rewe Grundnahrungsmittel zum Vergleich ein: Wasser, Milch, Mehl, Käse, Nudeln. Dabei achteten die Tester darauf, nur Eigenmarken zu kaufen. Im Preisvergleich zeigte sich: Die Preise sind überall gleich. Der NDR vermutet: Supermärkte könnten mit höheren Preisen bei der Konkurrenz nicht mithalten.

3. Die „Prospekt“-Lüge

Ob Aldi, Lidl, Rewe oder Tschibo: Auch diese Unternehmen bieten Reisen an – und zwar in Urlaubsprospekten. Die NDR-Reporter verglichen Reisen nach Fuerteventura mit gleichen Konditionen (eine Woche, vier-Sterne-Hotel, All inklusive).

Das Ergebnis: Sparlügen! Während der Preis bei den oben genannten Anbietern bis zu 980 Euro betrug, gab es die gleichwertige Reise bei Neckermann für 705 Euro. Fazit: Lieber zum Reisebüro schlendern, statt dem Supermarkt-Prospekt zu vertrauen!

4. Die „Umfeld“-Lüge

Das ARD-Magazin „Plus Minus“ hat folgenden Preisirrsinn entlarvt:

Oft macht allein schon der Standort einer Filiale den Unterschied: Das Magazin hat bei Saturn einen Samsung-Fernseher unter die Lupe genommen. Fast schon erschreckend war der Preisunterschied zwischen der Filiale in Frankfurt und der im zehn Kilometer entfernten Offenbach: Während er in der Metropole 579 Euro kostete, mussten die Offenbacher 999 Euro bezahlen.

Ähnliche Unterschiede wurden auch in der Drogeriekette Rossmann festgestellt: ARD verglich die gleichen Produkte von zwei Filialen, die gerade mal 500 Meter voneinander entfernt waren. Dabei hat ein Haarfärbemittel in der einen Filiale 33 Prozent mehr gekostet, als in der anderen.

Doch warum ist das so? "Die Preisgestaltung der Produkte in den Filialen hängt vom jeweiligen Wettbewerbsumfeld ab. Weder bei Rossmann, noch bei anderen großen Handelsunternehmen gibt es national einheitliche Regalpreise", sagte Rossmann zu „Plus Minus“. Auch in Supermärkten wie Rewe, Baumärkten wie Obi und Tiernahrungsgeschäften wie Fressnapf gab es erhebliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Filialen.

Ist das Verbrauchertäuschung? Nein! "Das ist die so genannte Preisdifferenzierung. Filialisten haben bis zu sieben unterschiedliche Preisschienen, je nach Wettbewerbssituation - vor Ort ist der Preis höchst unterschiedlich", erklärte der Handelsexperte Gerrit Heinemann bei "Plus Minus".

5. Die „Mogelpackung“-Lüge

Die Verbraucherzentrale Hamburg verglich Waschmittelsorten miteinander. Darunter: „Persil Color Gel“. Der Preis ist über längere Zeit der gleiche – allerdings hat der Hersteller die Größe verändert und um fünf Waschladungen reduziert! Der Kunde zahlt also den gleichen Preis – für weniger Inhalt!

Ähnliche Mogelpackungen fand die Verbraucherzentrale auch bei den Marken „Dalli“, „Weißer Riese“, „Spee“ und Co. Es empfiehlt sich also nicht nur den Preis, sondern auch die Füllmenge im Auge zu behalten.

Übrigens: Mogelpackungen sind auch bei Lebensmitteln Gang und Gebe. Doppelte Böden z.B. bei Keksen), riesige Kartons mit wenig Inhalt (z.B. bei Pralinen) oder Luft in Verpackungen (z.B. bei Chips) versprechen optisch mehr, als in Wirklichkeit drin ist - Sparlügen lauern wohl überall.

Fazit: Vergleichen Sie immer die Preise - ganz gleich ob zwischen unterschiedlichen Geschäften oder nur verschiedenen Filialen. Und: Bleiben Sie skeptisch bei Aktionen und Angeboten - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser...

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