Die Kraft der Intuition

die kraft der intuition

Report: Innere Stimme

Plötzliche Eingebungen, Ahnungen oder voraussehende Träume: Jede von uns hat so etwas schon einmal erlebt. Aber hören Sie auch auf Ihre innere Stimme? Diese acht JOY-Leserinnen haben es getan.

„Ich sah im Traum, wie er mich betrog“Nathalie, 25, Studentin, aus Frankfurt

Als angehende Wirtschaftsjuristin bin ich an sich ein rationaler Mensch. Zahlen, Fakten, das ist meine Welt. Ich hatte nie unerklärliche Vorahnungen und neige auch nicht zu unreflektierten Entscheidungen. Es traf mich daher völlig unvorbereitet, als ich im Sommer 2006 einen Wahrtraum hatte, der mich in seiner Wucht total aus der Bahn warf!

Ich war damals schon zwei Jahre mit Simon zusammen, wir wohnten auch gemeinsam. Unsere Liebe war wunderschön, wir hatten ein inniges Verhältnis und Simon gab mir nie Anlass zum Misstrauen. Deshalb hatte ich auch überhaupt nichts dagegen, als er im Sommer 2006 mit vier Kumpels einen Männerurlaub auf Korsika verbringen wollte.

Er war kaum drei Tage weg, da hatte ich diesen Traum: Simon saß mit einem süßen, blonden Mädel nackt und eng umschlungen in einem Whirlpool . Ich wachte auf, hatte schon im Schlaf geweint und zitterte unkontrolliert – ich war völlig fertig! Als ich mich dann langsam wieder sammelte, sagte etwas tief in meinem Inneren: Fahr hin! Schau nach!

„Simon fiel aus allen Wolken!“

Kurz entschlossen buchte ich am nächsten Tag einen Flug nach Korsika, am übernächsten Tag war ich dort. Kaum im Hotel angekommen lief ich zum Pool – und traute meinen Augen nicht: Simon kam mir tatsächlich mit einem blonden Mädel im Arm entgegen! Zwar nicht nackt, auch sah sie anders aus als in meinem Traum. Aber ansonsten stimmte alles! Er sah mich gar nicht, obwohl ich ihm direkt im Weg stand, so sehr turtelten die zwei.

Ich stellte ihn sofort zur Rede. Simon fiel natürlich aus allen Wolken! Er stotterte irgendwas in der Art, das wäre doch nichts Ernstes und so weiter. Egal, am nächsten Tag flog ich zurück, packte meinen Kram und zog aus der Wohnung aus.

Das war schon eine unglaubliche Geschichte, und ehrlich gesagt habe ich in meinem Freundeskreis auch nie groß herumerzählt, wie es zu meiner Trennung von Simon gekommen ist. Die hätten mich sicher für bescheuert gehalten – und ich kann’s ja auch nicht erklären! Doch für mich habe ich eine Entscheidung getroffen: Falls mir meine innere Stimme noch einmal so eine Warnung zukommen lässt, werde ich sie auf jeden Fall beachten. Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als wir ahnen!

„Es war ein Topangebot – doch ich lehnte ab!“Jasmin, 21, Promoterin, aus Berlin

Es war im März 2009, als ich mich bei einer noblen Promotion-Agentur als Praktikantin bewarb. Es klang wie die absolute Traumstelle: Sie zahlen 400 Euro, ich sollte tolle Aktionen planen und alles lernen, was man als PR-Assistentin braucht. Noch auf dem Heimweg kam der Anruf, dass ich den Job hätte.

Ich schwebte vor lauter Glückshormonen wie auf Wolke sieben. Aber irgendwo in mir schrillte gleichzeitig eine Alarmglocke. Es fühlte sich an wie Unsicherheit, Angst, dass es mir dort nicht gefallen würde. Ich rief an und sagte den Job spontan ab. Völlig bescheuert!

Drei Tage lief ich mit dem Gefühl herum, mir von morgens bis abends in den Hintern beißen zu müssen. Bis ich auf das Inserat einer Modelagentur stieß, eine süße kleine Firma mit Wohnzimmeratmosphäre und einem sehr warmherzigen Team. Es war perfekt, nach nur drei Monaten bekam ich dort 1.500 Euro pro Monat statt 400! Meine Intuition sagte mir also damals das Richtige: Warte noch ein Weilchen!

„Mein Gefühl hat mich noch nie getäuscht“Jana, 20, Kosmetikerin, Sinzheim

Eine Frau spürt, wenn ein Mann sie betrügt – dieser Satz trifft auf mich voll und ganz zu! Mein Freund und ich sind seit vier Jahren zusammen. Erst war alles wunderbar, Honeymoon, große Liebe. Dann plötzlich, vor sechs Monaten, schlich sich ein komisches Gefühl in meinen Alltag: Ich wurde misstrauisch!

Wenn Wassili mir sagte, er habe Spätschicht in seiner Papierfabrik, bekam ich plötzlich Schwitzhände und Herzklopfen. Und ich kenne das, mein Gefühl hat mich da noch nie getäuscht! Ich fragte ihn, ob es eine andere Frau gäbe, er küsste mich und meinte liebevoll: „Natürlich nicht!“ Er war echt überzeugend. Aber ich hatte immer noch diese böse Ahnung. Ich beschloss, ihn auszuspionieren!

Als ich in seiner Wohnung auf ihn wartete – wir lebten noch nicht zusammen –, ging ich an seinen Computer. Und was fand ich? Sein Profil auf einer Sex -Site! Er war sogar so dumm, das Seitensprungportal „First Affair“ als Lesezeichen abzuspeichern – mit Passwort. So konnte ich alle seine Mails lesen!

„Meine Intuition sagt mir, dass ich im vertrauen kann“

Am Anfang dachte ich mir noch, dass es nur ein blöder Spaß wäre, bis ich auf die Mails einer gewissen „Hotdevil“ stieß, die schrieb, wie begeistert sie von der letzten Nacht war! Das Datum passte zu einem der Tage, an dem mein Freund angeblich Überstunden gemacht hatte. Ich fand weitere Mails dieser Art. Entsetzt und aufgelöst durchsuchte ich seinen Schreibtisch und fand eine zweite Handykarte!

Als mein Freund von der Nachtschicht heimkam, machte ich ihm eine Riesenszene, weinte, schrie, aber er behauptete, sein Cousin habe sich mit seinem Bild angemeldet, die Handykarten-PIN hätte er vergessen und so weiter. Für mich war Schluss.

Nach einer Woche tauchte er letzten Dezember bei mir auf, nachdem er sich vorher Mut angetrunken hatte. Er gab zu, dass er Mist gebaut habe, meinte aber, dass auch ich daran schuld sei. Ich hätte ihm immer das Gefühl gegeben, ich sei etwas Besseres als er. Und ich spürte, dass er irgendwo recht hatte.

Ich hatte ihm früher sehr oft gesagt, dass ich das Beste wäre, was ihm passieren könnte – weil ich ihn an mich binden wollte. Doch er holte sich deswegen bei anderen Frauen Bestätigung. Ich habe viel nachgedacht und meinen Fehler eingesehen, und er auch seine.

Diese Geschichte hat mich dazu gebracht, mehr auf Wassilis Gefühle zu achten. Mittlerweile suchen wir eine gemeinsame Wohnung und wollen dieses Jahr heiraten ! Meine Intuition sagt mir, dass ich im vertrauen kann – denn ich weiß, dass ich es fühlen würde, wenn etwas nicht stimmt.

„Erst hielt ich es für Hochzeits-Panik …“Iris, 29, Model, aus München

So richtig beschreiben, wie sich das anfühlt, kann ich es immer noch nicht. Als meine Intuition zuschlug, war es, als hätte sich ein Vorhang geöffnet, und ich sah, was ich vorher nicht sehen konnte – und das betraf meine eigene Trauung !

Mein Ex Jakob und ich hatten eine echte Blitzliebe erlebt. Ich hatte ihn kennengelernt, als er mir im Sommer 2006 auf der Münchener Leopoldstraße fast ins Auto fuhr. Zwei Wochen lang schickte er Blumen, machte mir Geschenke, er war lieb, groß, breitschultrig, treuer Hundeblick, Harvard-Abgänger, erfolgreicher Unternehmensberater, der nicht mehr arbeiten musste und seinem Lebenstraum, einem Medizinstudium, nachging. Ich war schnell schwer verliebt.

Im August machte er mir einen Heiratsantrag mit einem sündteuren Ring, im Oktober zogen wir in eine Luxuswohnung – 3.200 Euro pro Monat. Und ich stand mit im Mietvertrag! Eines Abends saßen wir beim Essen – er bekochte mich ständig – und ich hatte plötzlich ein komisches Gefühl. Ein „Da stimmt was nicht“, aber ich tat es als Prä-Hochzeits-Panik ab.

„Als er merkte, dass ich Bescheid wusste, verließ er das Land“

Wenige Tage später kehrte das Gefühl zurück. Wir saßen mit Freunden in unserer Küche beim Käsefondue, ich hielt mein Brot in den Käse, während er eine Geschichte über eine seiner Reisen erzählte. „Stimmt alles nicht“, meldete etwas in meinem Inneren. Am nächsten Morgen raste ich, sobald er aus der Tür war, in sein Arbeitszimmer. Ich blätterte in seinen Kontoauszügen, checkte seinen Computer – und kam mir dabei entsetzlich mies vor.

Eigentlich wollte ich nur sicher sein, dass ich spinne, damit ich ihn nicht irgendwann mit haltlosen Verdächtigungen brüskiere. Aber meine Intuition lag hundertprozentig richtig – Jakob war ein arbeitsloser Koch! Er studierte mit gefälschtem Abi und war nie Unternehmensberater. Dafür aber Versicherungsbetrüger.

Er hatte mir von einem Einbruch ein Jahr zuvor erzählt und ich fand auch die Versicherungsmeldung – 30.000 Euro. Aber alle Dinge, die angeblich gestohlen worden waren, standen bei uns in der Wohnung! Nach Rücksprache mit meiner Mutter packte ich meine Wertgegenstände, parkte sie bei meiner Oma im Safe und machte noch so lange gute Miene zum bösen Spiel, bis ich den Mietvertrag auflösen konnte. Als er merkte, dass ich Bescheid wusste, verließ er das Land. Meine Intuition hatte mich vor einem Heiratsschwindler gerettet!

„Plötzlich war mir meine Karriere egal“Mirja, 29, selbstständiger Hair & Make-up-Artist, aus Hamburg

Früher habe ich immer versucht, alles mit Kopf und Verstand zu entscheiden. Das ist jetzt anders – seit meinem ersten Erlebnis mit echter Intuition: Ich wurde nach meiner Ausbildung bei Marlies Möller in Hamburg als Gesellin übernommen, ein Riesenglück. Ich mochte meine Arbeit, die Kunden, hatte Erfolg, das Geld stimmte und die Karriereaussichten waren fantastisch.

Aber zeit meines Lebens verfolgte mich eine innere Unruhe, die in diesen Monaten unerträglich wurde. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich in einem goldenen Käfig eingesperrt, und spürte eine unbändige Sehnsucht nach Freiheit. Eines Tages rief mich meine Chefin ins Hinterzimmer, lächelte mich wohlwollend an und bot mir einen Sprung auf der Karriereleiter nach oben an. Plötzlich wurde ich unruhig, zappelte mit den Füßen – und wusste, dass ich eine ganz andere Tür öffnen musste.

Ich kündigte noch während des Gesprächs und kaufte mir am selben Tag ein Flugticket nach Bangkok. Ich bin drei Monate in Thailand herumgereist und wusste dann, was ich tun wollte – mich selbstständig machen! Das Tollste aber war: Von dem Moment der Kündigung an habe ich mich nicht mehr eingesperrt gefühlt, sondern nur noch wahnsinnig dankbar! Für meine großartige Ausbildung, für meine Familie, meine Freunde und auch für mich selbst und mein Leben.

Nach meiner Rückkehr habe ich mich in Hamburg als Hair- und Make-up -Artist selbstständig gemacht, hin und wieder schneide ich Haare in Wohnzimmern, dann wieder habe ich tolle Jobs beim Film. Verdienen kann ich nicht so viel wie früher – aber ich habe meine innere Ruhe gefunden. Und ich weiß nun, dass ich meiner Intuition hundertprozentig trauen kann!

„Hätte ich nur auf dieses komische Bauchweh gehört!“Lisa-Marie, 24, Studentin, aus Köln/Bexbach

Schön war es schon zu erfahren, dass ich eine innere Stimme habe, die mich zuverlässig vor Fehlentscheidungen warnt. Aber es wäre noch schöner gewesen, wenn ich das etwas früher erkannt hätte!

Es war im September 2009, ich wollte von meinem Zuhause im Saarland nach Köln ziehen, um mein Studium in Medienwirtschaft anzutreten. Ich schaute mir eine kleine Einzimmerwohnung in Köln-Kalk an, der Mieter, der sich als Herr Celani vorstellte, sagte, dass er für ein Jahr nach München ginge und deshalb untervermiete – mit allen Möbeln. Ich hatte einen guten Kumpel dabei, die beiden klopften sich zum Abschluss noch auf die Schultern und alles war klar.

Herr Celani wollte die Kaution von 550 Euro bei Unterzeichnung des Vertrags. Am nächsten Tag trafen wir uns deswegen, ich gab ihm das Geld und bekam auch eine Quittung. Eine Woche später sollte ich einziehen. Aber in dem Moment, als ich mich umdrehte und ins Auto stieg, hatte ich ein komisches Gefühl, irgendwie Bauchschmerzen . Ich hätte umdrehen und alles abblasen sollen, aber stattdessen fuhr ich heim ins Saarland.

Um es kurz zu machen: Herr Celani war ab da nie mehr erreichbar! Als ich noch mal nach Köln fuhr, stand die echte Vermieterin in „meiner“ Wohnung und bei der Polizei erfuhr ich dann, dass gegen diesen Celani sieben Anzeigen vorliegen würden. Man hat ihn leider nie erwischt!

„Ich reiste dem Tsunami davon“Nici, 25, Studentin, aus Eichstätt

Es war kurz vor Weihnachten 2004. Meine Freundin Seraina und ich hatten uns einen Traum erfüllt und befanden uns auf einer längeren Reise durch Südostasien. Wir standen auf einem Berg in Kambodscha, um ein verfallenes Geisterhotel zu besichtigen. Weihnachten wollten wir uns mit einer anderen Freundin, Vera, treffen, um auf der Insel Koh Lipe, einer kleinen Nebeninsel von Phuket, die Feiertage und Silvester zu verbringen.

Wir waren schon wochenlang im Urwald unterwegs, ich hatte die Nase voll und wollte endlich an einen schönen weißen Strand. Plötzlich klingelte Serainas Handy. Nach ein paar Minuten Gespräch drehte sich Seraina zu mir und sagte: „Hey, das ist Vera, sie wollte fragen …“, als ich mich schreien hörte: „Ja, ja, lass uns nach Laos fahren!“ Und das, obwohl ich gar nicht wissen konnte, dass Vera genau darüber gerade mit Seraina gesprochen hatte!

Es war, als ob ich eine Fremde reden hörte, und ich spürte einen immensen inneren Druck! Mir war es sofort sehr peinlich, da die anderen um uns herumstehenden Deutschen lachten und mich fragten, ob es denn mein größter Traum sei, nach Laos zu fahren – was es nie war! Auch Seraina lachte und sagte: „Na, wenn du so darauf bestehst, dann fahren wir eben dahin und nicht auf die Insel!“

Im Nachhinein kann man sagen, dass Vera vielleicht auch eine Intuition hatte. Denn bei dem schrecklichen Tsunami am 26. Dezember, der auch über Koh Lipe hinwegfegte, sind 230.000 Menschen ums Leben gekommen – uns hat scheinbar eine Art Frühwarnsystem gerettet. Und ich glaube, meines ist mir erhalten geblieben. In extremen Situationen vertraue ich ganz meinem Gefühl . Bei Gefahr spüre ich diesen starken Druck und – wenn der eingeschlagene Weg richtig war – ein warmes, starkes Sicherheitsgefühl!

„Endlich fand ich den Mut, meiner inneren Stimme zu folgen“Svenja, 23, Krankenpflegerin, aus München

Das Gefühl regiert bei mir immer über den Verstand und Intuitionen begleiten mich durch den ganzen Tag, nicht nur, wenn offizielle Entscheidungen anstehen. Seit 2007 folge ich ihnen konsequent, vorher fehlte mir der Mut dazu! Nach der Pubertät war ich depressiv und antriebslos. Die Schule hatte ich abgebrochen, weil sich der Weg nicht mehr richtig anfühlte. Auch den Kontakt zu Freunden und Familie ließ ich einschlafen.

Vor zwei Jahren tauchte wie aus dem Nichts der Gedanke auf, meinen Wohnort zu ändern. Ich wurde aufgeregt, unruhig und steckte plötzlich voller Tatendrang. Als ich dann auch noch ahnte, dass ich eine große Liebe zu erwarten habe, sehnte ich mich regelrecht nach diesem „Jemand“. Ich suchte mir München aus, ohne Grund, bewarb mich für eine Krankenpflegeausbildung und bekam den Platz zum 1.10.2007 – zwei Wochen nach meiner „fixen Idee“.

Der Abschied von meiner Heimat Gelsdorf bei Bonn fiel mir leicht, ich wusste, dass ab jetzt alles gut werden würde. Auf der Willkommensparty in meinem neuen Job lernte ich ihn dann kennen: meinen „Jemand“. Moritz heißt er, wir haben uns sofort ineinander verliebt . Früher habe ich meine inneren Eingebungen oft unterdrückt und ich glaube, das hat dazu beigetragen, dass ich so wenig mit mir anzufangen wusste. Jetzt weiß ich, dass das Ignorieren der inneren Stimme regelrecht krank machen kann – und dass man Glück findet, wenn man auf sie hört.

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