Die Krebs-Tragödie

kurt felix h
Kurt Felix und Paola beim SwissAward 2009, 09. Januar 2010
Foto: Getty Images

Kurt Felix

Er wusste es. „Kein Mensch kann den Krebs endgültig besiegen. Meine Behandlung ist abgeschlossen. Es bleibt ein Risiko, von dieser noch nicht sehr erforschten Krebsart wieder eingeholt zu werden.“ Als der beliebte Fernsehstar Kurt Felix (69) dies 2003 aussprach, galt er als geheilt – vom Thymom-Krebs in der Brust, einer besonders bösartigen Tumorform.

Nun prüft ihn das Schicksal abermals: Operation, Klinik, neue Angst. Sein Arzt, Professor Thomas Cerny, bestätigte: „Ja, es stimmt, der Krebs ist zurück.“ Im Februar sagte der beliebte „Verstehen Sie Spaß?“-Moderator noch: „Ich mache im Kantonsspital Sankt Gallen halbjährlich eine große Routinekontrolle in allen Disziplinen, von Kopf bis Fuß, wie gerade wieder vor ein paar Tagen.“ Bei solch einer Untersuchung kam nun heraus: Der ganze Brustkorb ist voller Tumoren.Er hat jeden Tag genossen, als ob es sein letzter seiBei der ersten Diagnose vor sieben Jahren behielt Kurt Felix seinen Lebensmut: „Ich fürchte nicht den Tod, sondern das Leiden.“ Nun droht die gleiche leidvolle Prozedur wie vor damals. Zweimal wurde der Brustkorb geöffnet, viermal sein Körper mit Chemotherapien gequält. Sechs Monate dauerte der dramatische Kampf gegen den Thymom-Krebs. Seine Überlebenschancen waren bei nur 50 Prozent. Doch Kurt Felix dachte nie nur an sich, sondern auch an seine Mitmenschen, allen voran anseine Frau Paola (59), mit der er seit 30 Jahren verheiratet ist. So kämpfte er sich ins Leben zurück. Jeden Tag nach der vermeintlichen Heilung hat er genossen, als ob es der letzte wäre. „Wir verschieben nichts mehr“, bekannte er. „Wir wollen die Zeit, die uns noch bleibt, wahrnehmen und genießen.“ Trotzdem blieb Kurt Felix diszipliniert: „Vorsorge ist nach der Krebserkrankung das Wichtigste.“

Paola weicht nicht einen Moment von seiner Seite„Das Schlimme am Krebs ist, dass man ihn nicht spürt“, erzählte er. Dennoch muss er geahnt haben, dass die unheilbare Krankheit zurückgekommen ist. Im März, als er kurz vor die Kamera trat, erklärte er, dies sei sein letztes Interview in diesem Jahr. Er sagte alle öffentlichen Termine ab. Was nun bleibt, ist die Hoffnung. Eine schwere Zeit beginnt. Und Paola weicht keinen dieser dunklen Momente von seiner Seite.

Wie das Krebs- Drama begann –eine Chronologie24. Januar 2003Der Hausarzt entdeckt per Zufall den tennisballgroßen Tumor. Da ist es noch unklar, ob es sich um Krebs handelt.11. Februar 2003 Erste Operation. Der Brustkorb wird geöffnet – Diagnose: Der Tumor ist bösartig und bereits im fortgeschrittenen Stadium.5. März 2003Beginn der ersten Chemotherapie im Kantonsspital Sankt Gallen. Insgesamt sind es vier Zyklen.16. April 2003Erster Erfolg: Nach den ersten beiden Chemotherapien hat der Tumor sich um 50 Prozent zurückgebildet.21. Mai 2003Nach der vierten Chemotherapie hat sich der Tumor um 75 Prozent zurückgebildet.5. Juni 2003Zweite Operation: Der noch golfballgroße Tumor wird erfolgreich entfernt.

Kategorien: