Die neuen Dating-Regeln

die neuen dating regeln
10 neue Dating-Regeln
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Report: Männer über Dating-Regeln

Warum wir beim Date seinen Bizeps loben sollten weiß JOY-Autor Maximilian Reich – und verrät noch neun weitere Dating-Regeln, wie wir bei unserer Verabredung einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

1. Bieten Sie ihm vor dem Date bloß nicht die Freundschaft auf Facebook an

Soziale Netzwerke sind der größte Erotik-Killer seit der Erfindung von hautfarbenen Bauch-weg-Strumpfhosen. Ein Beispiel: Ich lernte Isabella auf einer Hochzeit kennen. Wir hatten uns für das nächste Wochenende verabredet und uns auf Facebook die Freundschaft angeboten . Jedes Mal, wenn ich in den kommenden Tagen die Seite aufrief, war sie ebenfalls online. Und nun? Ignorieren wäre unhöflich. Die andere Person könnte denken, man habe das Interesse verloren.

Wenn man zu viel Zeit miteinaner verbringt, verlieren Männer das Interesse

Also schrieben wir uns. Jeden Tag. Am Montag mailten wir uns, wie schön die Hochzeit war und warum wir noch Single sind . Der Dienstag handelte von der Arbeit: Wie blöd unser Chef ist und wie furchtbar das Kantinenessen geschmeckt hat. Am Donnerstag bestand jede dritte Mail nur noch aus „Hmm …“ und am Tag vor unserem Date war diese Frau für mich nur noch so prickelnd wie eine Pfütze auf der Egelseer Heide. Das meine ich nicht böse. Ihr ging es mit mir sicher genauso. Wenn man zu viel Zeit miteinander verbringt, verebbt die Lust – das gilt für den zweiwöchigen AIDA-Urlaub ebenso wie für Facebook.

2. Ziehen Sie einen Rollkragenpullover an

Ich behaupte jetzt einfach mal: Es möchten mehr Männer mit der sinnlichen Scarlett Johansson ausgehen als mit der eher spießigen Victoria Beckham. Ich bin nicht stolz drauf, aber Fakt ist: Wenn Männer sexy Kurven sehen, setzt der Verstand leider aus . Ein Mann und ein Dekolleté, das ist ein bisschen wie Gollum und der Ring. Oder was ist Ihre Theorie, weshalb J. Howard Marshall damals Anna Nicole Smith geheiratet hat? Eben.

Ein Auschnitt lenkt den Mann nur ab

Wenn Sie also einfach nur das Interesse Ihrer Begleitung wecken möchten, dann sparen Sie ruhig am Stoff. Allerdings werden Sie am nächsten Tag nicht wissen, ob er Sie wegen Ihrer Persönlichkeit oder Ihres Körpers wiedersehen möchte. Mit einem Rollkragenpullover hätten Sie da schon mehr Gewissheit. Im Übrigen kann man sich mit uns auch viel besser unterhalten, wenn wir nicht ständig gegen den Zwang ankämpfen müssen, in Ihren Ausschnitt zu gucken.

3. Erzählen Sie von Ihren Exfreunden. Aber nur von den tollen

Angeblich soll man während eines Dates nicht über seine Verflossenen sprechen. Das würde einen schlechten Eindruck machen. Finde ich überhaupt nicht. Klar habe ich erst mal unauffällig meine Club-Med-Urkunde „2. Sieger im Tischtennisturnier 1998“ von der Wand gehängt, als mir Johanna erzählte, dass sie vorher mit einem Kampfpiloten und einem Europameister im Kickboxen liiert war.

Superfrauen angeln sich nur Supermänner

Aber dann dachte ich mir: „Wow. Solche Exfreunde – und nun schmiegt sie sich an mich. Das heißt doch, ich spiele für sie in derselben Liga wie diese Supermänner.“ Ein schöneres Kompliment können Sie Ihrer Begleitung gar nicht machen. Und sich selbst auch nicht. Denn ein bisschen Sternenstaub rieselt dabei auch auf Sie herab. Schließlich angeln sich Supermänner nur Superfrauen. PS: Ich spreche hier natürlich ausschließlich von charakterlichen Eigenschaften. Von dem 23-Zentimeter-Penis Ihres Exfreundes braucht wirklich keiner etwas zu erfahren.

4. Klauen Sie ihm Essen von seinem Teller

Warnung: Diese Regel gilt nur für das erste Date. Bei späteren Gelegenheiten riskieren Sie dabei den Verlust Ihrer Hand. Außer es ist Gemüse. Aber bei der ersten Verabredung rate ich unbedingt dazu, mal eine Pommes von seinem Teller zu stibitzen und ihn dabei keck anzulächeln. Denn das ist selbst­bewusst und frech – und Männer mögen freche Frauen , die auch mal ausbrechen aus dem gewohnten Verhaltensmuster.

Durch Pommes-Klau mehr Verbundenheit

Außerdem durchbrechen Sie damit die Distanz, die am Anfang noch herrscht. Sie klauen von seinem Teller, er rächt sich umgekehrt an Ihrem Essen – es entsteht ein Pingpongspiel, das Vertrautheit schafft. Und nicht zu vergessen: Sie können auf diese Weise prüfen, ob er Spaß versteht. Ein Mann, der wegen einer fehlenden Pommes gleich einen Aufstand macht, hat Sie bestimmt nicht verdient.

5. Widersprechen Sie ihm

Mit Zustimmung verhält es sich wie mit Muskeln: Zu viel ist einfach nicht gut. Natürlich können Sie Ihrer Begleitung beipflichten, wenn er den Wein lobt. Behauptungen wie „Schlammcatchen ist die interessanteste Sportart der Welt“ oder „die FDP gehört unbedingt wieder zurück in den Bundestag“ dürfen Sie hingegen ruhig widersprechen. Ich rate sogar dazu. Denn Männer sind merkwürdig. Je mehr eine Frau versucht, uns zu gefallen – umso weniger gefällt sie uns.

Männer wollen nicht nur eine Ja-Sagerin

Weil das so etwas Anbiederndes, fast schon Unterwürfiges hat. Und das haben Sie doch gar nicht nötig. Statt einer Ja-Sagerin wollen wir eine Frau auf Augenhöhe, an der wir uns reiben können und die uns mit ihrer Sicht der Dinge bereichert. Im Übrigen sollten Sie sich für das Date merken: Sie sitzen nicht in dem Restaurant, um ihn zu erobern – sondern, um ihm eine Chance zu geben, dass er Sie erobert. Und dabei dürfen Sie es ihm ruhig ein bisschen schwer machen. Schließlich sind Sie etwas Besonderes.

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6. Loben Sie seinen Bizeps

Meine Oma sagt immer, ich sei ein „bildschöner Mann“. Leider ist diese 92-jährige Dame mit dem grauen Star die einzige Frau, die mir zu meinem Aussehen Komplimente macht. Alle anderen Frauen loben ausschließlich meinen Humor. Manchmal habe ich das Gefühl, mein Körper ist ein Übel, das die Frau nur aus Liebe erträgt. Was für Männer besonders schlimm ist, denn Kraft bedeutet für uns Männlichkeit.

Männer lieben es, wenn Frauen ihre Muskeln loben

Deshalb quäle ich mich einmal in der Woche im Fitnessstudio und es wäre schön, wenn eine Frau das auch mal bemerken würde. Zum Beispiel: ein anerkennendes „Oh, machst du Sport?“, wenn Sie sich auf dem Heimweg bei ihm einhaken. Umfassen Sie dabei einmal kurz seinen Oberarm. Nicht so, als würden Sie Mürbeteig kneten – eher wie beim Prüfen einer Mango. Diese Geste ist tausendmal effektiver als der Satz „Ich beherrsche den Spagat“ – versprochen. Weil er sich durch Sie männlich fühlt und weil er dieses Kompliment zum ersten Mal hört – im Gegensatz zum ewig gleichen Loblied auf seinen Humor (ausgenommen sind natürlich Dates mit Bodybuildern).

7. Löchern Sie ihn ruhig mit Fragen …

Für das erste Date schlage ich meiner Begleitung immer einen Kinobesuch vor, weil man dabei nicht reden muss. Ich habe nämlich ehrlich gesagt null Ahnung, was ich aus meinem Leben erzählen könnte, damit sie denkt: Mensch, den Mann muss ich unbedingt wiedersehen . Vielleicht: „Heute stand auf dem Kantinenplan Heilbutt, aber stattdessen gab’s Maultaschen.“ Sehen Sie? Nicht lustig. Sag ich doch. #

Fragen zeigt Interesse

Aber genau das erwarten Frauen doch von ihrem Date : einen Unterhalter. Darum nennen Frauen auch immer „Humor“ als wichtigste Eigenschaft ihres Traummannes. Und obwohl mir Humor nachgesagt wird, setzt mich das so unter Druck, dass ich mir vor einer Verabredung sogar schon mal Notizen mit möglichen Gesprächsthemen gemacht habe.

Zum Glück. Denn die Dame entpuppte sich tatsächlich als äußerst wortmüde, wodurch das Date zäher wurde als Muttis Schnitzel und ich irgendwann sogar einen Vortrag über die Vorteile der U-Bahn gegenüber dem Bus hielt, weil mir sonst nichts mehr einfiel. Also bitte: Machen Sie es Ihrem Gegenüber leichter und stellen Sie ihm möglichst viele Fragen. Wer fragt, wirkt außerdem auch interessiert.

8. Sprechen Sie nicht über Sex

Bei Dates gilt die gleiche Regel wie in der Männerumkleide – wer viel über Sex spricht, hat wenig. Und eine Frau mit dem Mundwerk eines ukrainischen Pornosternchens schreckt uns ab. Das ist wie mit der Unterwäsche: Eine Frau in schönen Dessous finden wir tausendmal aufregender als eine Frau, die splitterfasernackt vor uns steht. Wo bleibt da der Raum für heiße Fantasien?

Kopfkino ist viel schärfer

Und gerade beim Sex spielt sich doch das meiste im Kopf ab. Also erzählen Sie ihm nicht bei Risotto und Chardonnay, dass Sie am liebsten die Budapester Beinschere mögen – zeigen Sie es ihm beim Nachtisch zu Hause. Und bis dahin beschränken Sie sich auf Andeutungen, wie dass Sie seit Jahren zum Yoga gehen – und überlassen den Rest seiner Fantasie. Glauben Sie mir: Nichts kann einen Mann so heiß machen wie seine eigene schmutzige Fantasie.

9. Greifen Sie zum Geldbeutel – aber zahlen Sie nicht

Den Gedanken, dass unsere Begleitung die Restaurantrechnung begleicht, finden wir so angenehm wie eine Zahnwurzelbehandlung. Sie dürfen die Bar aussuchen, den Sitzplatz, den Wein – ist uns alles egal. Aber überlassen Sie uns die Rechnung! Ich weiß, das ist chauvinistisch und mittelalterlich, aber so sind wir nun mal. Also lassen Sie uns doch die Freude.

Der Mann möchte sich als Ernährer fühlen

Nur eine Bitte: Tun Sie trotzdem so, als würden Sie gerne bezahlen. Sonst fühlen wir uns nicht als der Ernährer, der wir gerne wären, sondern als gemolkene Kuh. Und Männer wollen keine Kuh sein. Außerdem wirkt es auch ein bisschen abgehoben, wenn man es für selbstverständlich hält, eingeladen zu werden. Daher mein Tipp: Spielen Sie das Spiel mit. Die Rechnung kommt, Sie zücken den Geldbeutel, er sagt „Ich mach das“, Sie widersprechen einmal, er beharrt drauf, Sie lächeln ihn liebevoll an und geben klein bei – und alle sind glücklich.

10. Schlafen Sie danach ruhig mit ihm

Meistens wollen Frauen nach dem Sex mit mir kuscheln. Marie hat lieber sorgenvoll gegrübelt. „Es war bestimmt ein Fehler, so früh mit dir zu schlafen“, jammerte sie, als wir nach unserem ersten Date bei ihr im Bett landeten. Nein, war es nicht. Und nun für alle Frauen, die wie Marie glauben, früher Sex vergraule die Männer, hier eine wichtige Lektion: Männer verlieren das Interesse an Frauen, sofern sie Lastwagen mit den Zähnen ziehen oder mehr Haare am Bein haben als ein tibetanischer Grunzochse.

Für einen Mann ist Sex kein Ausschlusskriterium

Aber mit uns zu schlafen, gehört bestimmt nicht zu den Ausschlusskriterien . Warum auch? Dass Frauen für uns uninteressant sind, sobald wir sie erobert haben, ist Unsinn. Dann dürften Frauen selbst nach dreijähriger Beziehung nicht mit ihrem Freund ins Bett gehen. Und Küssen ginge natürlich auch nicht. Oder ab wann gilt jemand als „erobert“? Egal. Tatsache ist, dass Sex durch die Ausschüttung des Hormons Oxytocin das Gefühl von Verbundenheit vielmehr fördert. Und außerdem: Wer kauft schon gerne die Katze im Sack?

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