Die sieben Jobfallen

die sieben jobfallen
Souveränität im Beruf
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Souveränität im Beruf

Souverän in jeder Situation! Mit den richtigen Strategien gehen Sie in heiklen Momenten stets als Siegerin vom Platz – ob bei Tratschereien, Mobbing oder Gehaltsgespräch.

Der Chef flippt wegen einer Kleinigkeit aus, die Kollegin tratscht hinter Ihrem Rücken über Sie und der neue Mitarbeiter verkauft Ihre Ideen nonchalant als seine eigenen ... Auch wenn es im Büro wie in einem Tollhaus zugeht: Widerstehen Sie der Versuchung, den Kollegen eine Szene zu machen oder dem Boss die Kündigung vor die Füße zu pfeffern. „Spontane Revanche-Reaktionen wären zwar verständlich und menschlich, mit unüberlegten Aktionen schadet man aber in der Regel nur sich selbst“, sagt der Psychologe und Karrierecoach Christoph Burger.

Der Tipp des Jobexperten: Nehmen Sie turbulente Tage im Berufsleben als Herausforderung! „Wenn es einmal nicht rund läuft, man Sie reizt oder übergeht, ist das Ihre Chance zu zeigen, wie souverän Sie mit heiklen Momenten im Büro umgehen können“, erklärt der Autor mehrerer Bücher zum Thema Karriere. Auf den folgenden Seiten zeigt er sieben knifflige Job-Situationen auf – und wie Sie diese spielend meistern.

Die Situation: Eine Kollegin hat getratscht und eine erfundene Geschichte über Sie erzählt

Das Dilemma: Am liebsten würde man die Kollegin ignorieren, so kindisch ist die Nummer. „Spricht Sie aber weiter schlecht über Sie, ist das nicht nur kontraproduktiv für Ihr Standing“, warnt Burger – es steigt auch die Gefahr, dass das Drama eskaliert. Jeder achte Deutsche wurde in seinem heutigen Job schon gemobbt, hat eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts IFAK in Taunusstein herausgefunden.

So nehmen Sie die Hürde: „Bitten Sie die Kollegin um ein Gespräch unter vier Augen“, rät Burger. Die Sache per Mail zu klären, hält der Experte für eine schlechte Idee: Schriftliche Nachrichten sind typische Quellen für weitere Missverständnisse. „Dabei wird die Auseinandersetzung auch noch dokumentiert und womöglich an Dritte weitergeleitet, davon rate ich dringend ab“, so der Jobexperte. Bitten Sie die Kollegin oder den Kollegen ohne umständliche Einleitung („Du, es gibt da ein Problem, über das wir sprechen sollten!“) lieber auf ein „persönliches Wort“ in Ihr Büro.

Auf dem bekannten Terrain fühlt man sich wohl und unter vier Augen spricht sich’s leichter. „Fragen Sie gerade heraus, wie es zu der Geschichte gekommen ist“, rät der Karrierecoach, „das gibt der betreffenden Person die Chance, sich zu erklären - und Ihnen die Möglichkeit, die Angelegenheit aus der Sicht der anderen Partei zu betrachten.“ Die meisten Lästereien passieren aus Langeweile oder dem Wunsch, sich interessant zu machen. Können Sie über den einmaligen Ausrutscher hinwegsehen, betrachten Sie die Sache nach einer ehrlichen Entschuldigung (erst mal) als erledigt.

Mobbing im Büro

Wenn die Kollegin aber weiter lästert, ziehen Sie eine ganz klare verbale Grenze! Kündigen Sie zum Beispiel an: „Wenn Sie weiter Unwahrheiten über mich in die Welt setzen, werde ich gegen Sie vorgehen.“ Das macht deutlich, dass Sie sich solche Aktionen in Zukunft nicht mehr gefallen lassen werden, lässt Ihnen aber noch Handlungsspielraum, was genau Sie unternehmen wollen. Zeigt auch diese Drohung keine Wirkung, werden Sie aktiv.

Größere Firmen haben Mediatoren, die in solchen Fällen vermitteln, in kleineren Betrieben bitten Sie den nächsten Vorgesetzten, gemeinsam das Gespräch mit der Kollegin oder dem Kollegen zu suchen. „Mobbingtäter sind Menschen, die andere in ein schlechtes Licht rücken, um von eigenen Fehlern oder einem geringen Selbstbewusstsein abzulenken“, so der Experte. Wer sich dagegen wehrt, hat beste Chancen, dem Angreifer den Wind aus den Segeln zu nehmen und die Sache ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen.

Die Situation: Ihr Chef hat einen Wutanfall und putzt Sie ordentlich runter

Das Dilemma: Er ist der Boss! Und in dieser Position gehören cholerische Auftritte leider oft zum Standardrepertoire. Ein Drittel der Angestellten beschreibt in einer Umfrage der IGS Organisationsberatung in Köln ihren Vorgesetzten als angsterzeugend, diktatorisch und unberechenbar. 63 Prozent haben einen Chef, der bei jeder Kleinigkeit in die Luft geht, so die Umfrage des Businessportals Jobvoting. Viele Arbeitnehmer trauen sich aus Angst um den Job aber nicht, sich zur Wehr zu setzen.

Dem Chef gegenüber die Mäuschentaktik zu fahren, sich kleinzumachen und möglichst still zu verhalten, reizt einen solchen Cheftypus aber nur noch mehr, sagen Experten wie der Stuttgarter Personalpsychologe Heinz Schuler: „Sobald den Choleriker etwas an der Leistung, der Art oder dem Auftreten seines Mitarbeiters stört und er spürt, dass er keine Gegenwehr bekommt, dreht er erst recht auf.“

So nehmen Sie die Hürde: „Gehen Sie mit dem Chef bei der nächsten Wortschlacht um wie mit einem bockigen Kleinkind“, rät Burger. „Lassen Sie ihn zuerst einmal kräftig ausbrüllen!“ Denn auch wenn Sie eine flammende Verteidigungsrede auf der Zunge haben oder noch ein verbessertes Konzept in der Aktentasche – warten Sie einen Moment, bevor Sie den nächsten Trumpf ausspielen. Im Eifer des Gefechts ist das Gehirn Ihres tobenden Gegenübers ohnehin nicht aufnahmefähig für neue Informationen, haben kanadische Wissenschaftler der Universität von Toronto herausgefunden.

Selbstbewusste Körperhaltung gegenüber dem Chef

Also gönnen Sie sich eine Pause und nehmen Sie eine selbstbewusste, feste Körperhaltung ein. Durch den psychologischen Spiegeleffekt wird ans Unterbewusstsein gefunkt: „Ich fühle mich stark.“ Das verhindert im wahrsten Sinne des Wortes, dass Sie in sich zusammensacken. Stellen Sie beide Beine fest auf den Boden, nehmen Sie die Schultern zurück, straffen Sie den Oberkörper und machen Sie den Rücken gerade. Und während der Chef weitertobt, stellen Sie sich ihn als brüllendes Tier im Zoogehege vor.

Klingt im ersten Moment ein wenig albern, aber: „Die Panik vor seiner dominanten Art für sich selbst ein wenig ins Lächerliche zu ziehen, hilft, sich nicht von der Angst überwältigen zu lassen“, so Psychologe Burger. Wenn sich Ihr Chef endlich beruhigt hat, sind Sie am Zug! Signalisieren Sie, dass Sie ihm zwar den Raum gegeben haben, Dampf abzulassen, sein Ausflippen aber nicht dauerhaft akzeptieren. Sagen Sie zum Beispiel in einem ruhigen Ton: „Sachlich sind wir nicht weit voneinander entfernt, aber ich möchte die Details in Ruhe besprechen.“

Führungskompetenz und Souveränität

Packen Sie den Mann bei der Chefehre: Mit Aussagen wie „Zurück zu den Fakten“ oder „Lassen wir doch die Emotionen beiseite“ machen Sie deutlich, dass Sie sein Schreien nicht als Führungskompetenz bewerten und mehr Souveränität erwarten. Hören Sie sich in den kommenden Gesprächen aber auch selbst genauer zu, ob Sie nicht eventuell auch laut und aufgeregt reden.

„Bitten Sie auch Freundinnen oder Ihren Partner, Sie darauf aufmerksam zu machen, wenn Sie Füllwörter wie ,vielleicht‘, ,irgendwie‘ und ,oder so‘ inflationär verwenden“, rät der Karrierecoach. Wer direkt, unaufgeregt und mit einer etwas tieferen Stimme spricht, wird im Gespräch zukünftig ernster genommen und so mit Sicherheit sehr viel seltener zum Ziel von cholerischen Wutausbrüchen des Chefs.

Die Situation: Sie haben gehört, dass die Firma Stellen kürzt und Ihr Stuhl wackelt

Das Dilemma: Wichtige Informationen wie eine möglicherweise bevorstehende Kündigungswelle sprechen sich in jedem Betrieb wie ein Lauffeuer herum und sorgen schnell für Unruhe. Jeder dritte Deutsche bangt um seinen Job, wie eine neue Studie der R+V-Versicherung gezeigt hat. „Schon erste Andeutungen fallen auf fruchtbaren Boden, machen unsicher und lenken von den eigentlichen Aufgaben ab“, warnt Christoph Burger. Angst um den Arbeitsplatz lähmt die einen, die anderen verführt sie zu blindem Aktionismus – und das in einer Zeit, in der sich eigentlich alle profilieren sollten.

So nehmen Sie die Hürde: Suchen Sie sich zuverlässige Quellen, um sich ein realistisches Bild von der Lage zu machen. „Aber vielleicht nicht unbedingt im Büro nebenan oder in Ihrem Team“, rät Burger. Die nette Kollegin auf dem gleichen Flur oder von Ihrer Projektgruppe weiß sicher nichts, was Sie nicht schon in der Kantine mitbekommen haben. Vorgesetzte dürfen über Interna aus der Chefetage sowieso nicht sprechen.

Erklärungen aus der Personalabteilung

„Hören Sie sich vorsichtig in jenen Bereichen der Firma um, mit denen Sie sonst nicht so viel zu tun haben“, rät der Jobexperte. Sie müssen Dokumente in der Personalabteilung abgeben? Fragen Sie bei der Gelegenheit unauffällig nach, was gerade läuft. Der neue Betriebsrat ist gewählt? Versuchen Sie, mit ihm ins Gespräch zu kommen. „Findet man einen seriösen Beweis, dass die Kündigungswelle kommen könnte, sollte man sich diskret nach einer beruflichen Alternative umgucken“, sagt Burger.

„Falls es doch keine ernstzunehmenden Anzeichen für eine drohende Entlassung gibt, versuchen Sie, cool zu bleiben und sich nicht von der allgemeinen Aufregung anstecken zu lassen. Ziehen Sie sich regelmäßig in Ihr Büro zurück und gönnen Sie sich eine Schnellentspannung“, rät Burger. Setzen Sie sich auf einen Stuhl, spannen Sie alle Muskeln Ihres Körpers an und zählen Sie bis fünf. Dann loslassen und 30 Sekunden ruhig weiteratmen. Das hilft, sich zu erden, fährt Atmung und Herzschlag herunter – Sie können wieder klarer denken.

Die Situation: Ein Mitarbeiter schmückt sich im Meeting mit Ihren Ideen

Das Dilemma: Den Kerl vor versammelter Mannschaft zur Rede stellen? Wäre extrem peinlich und vor allem kontraproduktiv! Zeugen des Showdowns könnten Ihnen unterstellen, Sie wären schlicht neidisch auf den genialen Einfall und würden dem anderen den Erfolg nicht gönnen. Eine weitere gefährliche Komponente: „Jemanden in großer Runde kritisieren – das darf nach dem männlichen Business-Code nur der ,Big Boss‘“, schreibt Isabel Nitzsche in „Spielregeln im Job durchschauen. Frauen knacken den Männer-Code“.

Einen Kollegen bloßstellen, auch wenn Sie im Recht sind, macht ihn ziemlich sicher für lange Zeit zum Feind!

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So nehmen Sie die Hürde: Kümmern Sie sich nicht um den Ideenräuber, sondern um Ihre eigenen guten Einfälle! Hat der Kollege wirklich alles ausgeplaudert oder lässt sich der Gedanke noch weiter drehen? Haben Sie noch einen Einfall in petto, mit dem Sie an anderer Stelle punkten könnten? „ Frauen sind in Teams oft heimliche Leistungsträger, die hinter den Kulissen sehr viel Einsatz bringen und Fleißaufgaben übernehmen“, sagt Burger. Umso mehr schmerzt es Sie, wenn sich andere mit Ihren Federn schmücken!

Geistiges Eigentum besser schützen

Schnappen Sie sich in einer ruhigen Minute einen Zettel (am besten zu Hause, damit ihn kein Kollege zu Gesicht bekommt) und notieren Sie die Gründe, warum Sie sich so leidenschaftlich über den Ideenklau aufregen: Ist es die Enttäuschung, mal wieder alles gegeben zu haben und nicht die erhoffte Anerkennung zu bekommen? Haben Sie das Gefühl, in letzter Zeit nur noch zu powern und trotzdem beruflich nicht von der Stelle zu kommen? Oder ärgern Sie sich vielleicht auch über sich selbst, dass Sie den Mitarbeiter überhaupt in Ihre Gedankengänge eingeweiht haben?

Wenn Sie den Kern der Sache erfasst haben, quälen Sie sich nicht weiter, lernen Sie daraus. Zum Beispiel, dass Sie Ihr geistiges Eigentum künftig besser schützen. Wenn Sie gerne Feedback wollen, bevor Sie das nächste Mal mit einem Einfall ins Meeting gehen, diskutieren Sie diesen mit Ihrem Partner zu Hause oder einer guten Freundin, mit der Sie nicht zusammenarbeiten. Dort sind Ihre Ideen geschützt – und Sie bekommen vielleicht sogar neuen Input.

Die Situation: Sie sind seit einem Jahr in der Firma – Ihr Gehalt aber weiterhin auf dem Einstiegsniveau

Das Dilemma: Sie wollen mehr Geld, eine Erhöhung wäre mehr als verdient. „Viele Frauen scheuen jedoch vor Gehaltsgesprächen zurück, stürzen sich lieber in ihre Arbeit und hoffen, dass man irgendwann honorieren wird, was sie leisten“, weiß der Experte. Das hat fatale Folgen: Weibliche Angestellte verdienen im Schnitt 20 Prozent weniger Geld als gleichqualifizierte Männer, so eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

So nehmen Sie die Hürde: Gehen Sie aktiv an das Projekt Gehaltserhöhung ran! „Begründen Sie klipp und klar, warum Sie mehr Geld wert sind, als Sie bekommen.“ Legen Sie ein Leistungstagebuch an, in dem steht, was Sie seit dem letzten Gehaltsgespräch bzw. dem Tag der Einstellung geschafft haben (zum Beispiel Kunden an Land gezogen, neue Bereiche übernommen, Kollegen vertreten). Mit dieser Aufstellung im Kopf bitten Sie den Chef um einen Termin.

„Sprechen Sie ihm gegenüber nie von ,Gehaltserhöhung‘, sondern von ,Gehaltsanpassung‘“, so Christoph Burger. Schließlich wollen Sie darlegen, dass Sie inzwischen mehr Leistung bringen und dafür die angemessene Vergütung haben möchten. Als Faustregel für eine realistische Lohnsteigerung sind drei bis fünf Prozent mehr Bruttolohn Minimum, bei zehn bis 15 Prozent ist die Obergrenze. „Bringen Sie auch attraktive Sachwerte ins Spiel“, rät Burger.

Kompromiss aus leichter Gehaltserhöhung plus Weiterbildung

„Eine leichte Gehaltserhöhung plus zum Beispiel ein Firmenwagen oder eine kostspielige Weiterbildung können ein erfolgreicher Kompromiss sein, weil sie Ihren Marktwert steigern!“ Falls der Chef die Gehaltserhöhung abschmettert, widerstehen Sie dem Drang, ihm die Pistole auf die Brust zu setzen („In drei Monaten bin ich weg!“) oder persönlich zu werden („Von dem Gehalt kann ich meine Miete nicht bezahlen“). Setzen Sie sich stattdessen lieber eine Frist, wann Sie es noch einmal ansprechen wollen.

Schaffen Sie wenn möglich bis dahin neue Fakten: Knien Sie sich in Ihre Aufgaben doppelt rein, zeigen Sie, was Sie der Firma bringen. Bleibt der Chef langfristig hart, hilft nur, sich nach beruflichen Alternativen umzusehen. Haben Sie ein neues Angebot schwarz auf weiß, können Sie entscheiden, ob Sie gehen oder noch einmal das – letzte – Gehaltsgespräch mit dem Chef suchen.

Die Situation: Sie haben sich in Ihren Chef verliebt und er sich in Sie

Das Dilemma: Gefühle sind unberechenbar. Am Anfang eines Flirts weiß man nie, was daraus werden könnte und wie haltbar die Beziehung wirklich ist. „Gibt man den Gefühlen zum Chef eine Chance, muss man wissen, dass man möglicherweise den Job riskiert“, sagt Karrierecoach Burger. Flauen die Gefühle wieder ab, kann die Zusammenarbeit kompliziert werden. Bleibt man zusammen, ruft das oft Neider auf den Plan.

So nehmen Sie die Hürde: Auch wenn es Ihnen noch so schwerfällt: Behalten Sie Ihre Gefühle für sich, bis Sie herausgefunden haben, wie Sie wirklich zueinander stehen. Denn weiß die sympathische Kollegin oder die gute Bekannte in der gleichen Firma erst einmal Bescheid, dass Sie für den Chef schwärmen, macht die Geschichte schnell die Runde. Auch die vertrauenswürdigsten Damen plaudern pikante Geheimnisse nach gerade mal einer halben Stunde wieder aus – das hat jetzt eine britische Studie belegt.

85 Prozent gaben an, gerne zu tratschen, und jede Zweite hat ein geradezu zwanghaftes Verlangen, die Neuigkeit bei einer dritten Person abzuladen. Nutzen Sie die erste Zeit lieber, um sich selbst ganz genau zu prüfen: Sind Sie wirklich verliebt oder geht es nur um den Kick, um seine Aufmerksamkeit? Wägen Sie genau ab, ob Sie Ihren Gefühlen nachgeben sollten oder lieber nicht. Entscheiden Sie sich dafür und entwickelt sich tatsächlich eine Beziehung, behalten Sie diese die ersten Wochen lieber für sich.

Gemeinsame Zukunft als privates und berufliches Team

Besprechen Sie mit Ihrem Geliebten, wie die gemeinsame Zukunft als privates und berufliches Team aussehen soll. Spielen Sie alle möglichen Szenarien durch: Könnte sich notfalls einer von Ihnen eine berufliche Veränderung vorstellen, zum Beispiel die Versetzung in eine andere Abteilung? Wie schaffen Sie es, keinen Streit von zu Hause mit ins Büro zu bringen – oder von der Firma mit in den Feierabend? Wenn die Gefühle stimmen, stehen Ihre Chancen aufs große Glück übrigens gar nicht so schlecht.

Laut einer Studie des Hamburger Meinungsforschungsinstituts GEWIS endet jede vierte Business-Beziehung sogar vor dem Traualtar! Auch nach deutschem Arbeitsrecht ist gegen eine Liebe zwischen Chef und Angestelltem nichts zu sagen – solange beide ihren Job ordentlich erledigen und der Flirt sie nicht vom Arbeiten abhält. Das fängt übrigens schon beim Verkünden der Beziehung an, wenn Sie sich füreinander entschieden haben.

Machen Sie keine große Aktion daraus, das hält nur den Betrieb auf und vermittelt den Eindruck, Sie würden Ihr privates Glück jetzt in der Firma zelebrieren. Kommen Sie morgens ganz lässig Händchen haltend aus dem Aufzug, antworten Sie auf Nachfragen einfach und offen: „Ja, wir sind seit Kurzem ein Paar.“ Dann gibt es nicht mehr so viel zu tratschen.

Die Situation: Ihr Projekt ist total schiefgelaufen

Das Dilemma: „Egal, ob Sie die Schuld tragen oder der Azubi geschlampt hat“, sagt Burger, „wenn Sie ein Projekt leiten, tragen Sie auch die volle Verantwortung, wenn etwas schiefgeht.“ Aus dieser stehlen sich Topmanager und Bundespräsidenten nach einem Patzer schon mal gerne, aber nicht Sie!

So nehmen Sie die Hürde: Sparen Sie sich das Grübeln und nutzen Sie die Situation als das, was sie ist: eine großartige Möglichkeit zum selbstbewussten Krisenmanagement! „Räumen Sie bei den Vorgesetzten Ihre Fehler zügig und großzügig ein“, rät Christoph Burger. Sammeln Sie nebenbei Souveränitätspunkte, indem Sie sich wie jeder gute Mannschaftskapitän vor Ihr Team stellen und die Schuld für das Misslingen des Projekts auf Ihre Kappe nehmen.

Aufstellen eines realistischen Krisenfahrplans

Aber bitte nicht in Büßerhaltung und mit „mea culpa“ in der Stimme! Legen Sie ruhig, knapp und sachlich die Gründe für Ihr Scheitern dar – und bringen Sie möglichst zum Gespräch schon einen Lösungsansatz für die Misere mit. Machen Sie keine übertriebenen Versprechungen, das wirkt blauäugig! „Stellen Sie lieber einen realistischen Krisenfahrplan auf“, rät Erfolgscoach Burger.

Idealerweise beantwortet Ihr Konzept die zwei spannendsten Fragen für das Unternehmen: Wie lange wird die Rettungsaktion dauern? Und was ist dazu nötig (Mitarbeiter, Kosten etc.)? Bieten Sie selbstbewusst an, die einzelnen Schritte zum Erfolg zu überwachen und regelmäßig Feedback zu geben, wie es läuft. Dann klappt’s beim nächsten Mal garantiert besser.

Experte

Christoph Burger, 38, ist Coach für Führungskräfte, Karriereberater, lehrt an der Uni Mannheim und Autor des Buches „Karriere ohne Schleimspur – wie Sie Charakter zeigen und trotzdem Erfolg haben“ „Karriere ohne Schleimspur – wie Sie Charakter zeigen und trotzdem Erfolg haben“ (Linde Verlag, um 20 Euro) von Christoph Burger hier bestellen bei Amazon.de >>

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