Die unsichtbare Dritte

die unsichtbare dritte
Kolumne: Sex to go
Foto: Thinkstock

Kolumne: Sex to go

Frauen reden miteinander über alles: Über ihre Männer, deren beste Stücke und darüber, was sie damit im Bett anstellen. Das ist manchmal peinlich für den Mann, hat aber auch Vorteile für ihn.

Zu einer guten Beziehung gehören immer drei: der Mann, die Frau und ihre beste Freundin. Männer befürchten oft, dass Frauen ihrer besten Freundin alles erzählen, und so ist es auch.

Falls ihr eure Orgasmen mit wilden Flüchen kommentiert, sich unter eurem Po eine Falte befindet, die eure Partnerin gern mal als „Arsch-Origami“ bezeichnet, oder ihr eure Eier mit Enthaarungscreme behandelt: Die Prosecco-Schwester eurer Frau weiß es. Das mag sich erst mal merkwürdig anfühlen, aber so schlimm ist das gar nicht.

Ein gut funktionierender flotter Dreier

Ich hatte jedenfalls noch nie einen Mann, der derartige Frauengespräche mit mir hätte führen wollen. Dass ich mich frage, ob er meine Cellulite sieht, wenn ich beim Vögeln vor ihm knie, dass ich manchmal beim Orgasmus an Bülent Ceylan denke, dass ich zwar gelesen habe, dass der Punkt zwischen Penis und After ekstaseverzögernd wirkt, ich aber nicht wirklich weiß, was ich dort tun soll (Drücken? Lecken? Pieken?), das wollen Männer doch alles gar nicht wissen.

Wenn man es genau nimmt, ist es eine Art gut funktionierender flotter Dreier: Zwei Menschen ficken und die beste Freundin kommentiert es wie eine Adligen-Expertin bei der TV-Übertragung einer königlichen Hochzeit.

Sie ist Kommentatorin, Analystin und Therapeutin in einem. Wollen Männer all diese Jobs haben? Ausgerechnet Männer, die nicht gleichzeitig eine Klitoris verwöhnen und mit dem großen Zeh den plappernden Anrufbeantworter austreten können? Umgekehrt bin ich froh, dass Männer untereinander solche Dinge – wahrscheinlich – nicht besprechen.

Gespräche unter Frauen

Niemand muss wissen, wie mein Busen schaukelt, wenn ich auf meinem Liebsten reite, oder dass ich quieke wie Schweinchen Babe, wenn er die Rückseite meiner Oberschenkel berührt, weil ich da irre kitzlig bin. So sind wir alle zufrieden. Er steht mit seinem Kumpel am Tresen und versichert ihm, dass er der Superstecher ist und ich allnächtlich das süße Nirwana erlebe.

Und ich kann mit meiner Freundin zum hundertsten Mal besprechen, warum ich kein Sperma schlucken möchte, dass ich Sex in der Wanne hasse, weil ich mir dabei vorkomme, als würde ich für „Free Willy“ gecastet, oder dass mein Ex zwar besser fummeln konnte, aber schlechter lecken, wobei der jetzige eine tolle Stoßtechnik hat, aber leider stumm ist wie Fischfutter.

Konkurrenz unter Mädels

Hauptsache, das fragile Gleichgewicht der drei Beteiligten gerät nicht ins Wanken. Meine Freundin und sein bester Kumpel sollten sich möglichst nie treffen – und wenn doch, dann diskret schweigen. Auch der Partner und meine beste Freundin reden im besten Fall nur übers Wetter, den nächsten Drink oder den angesagtesten Sushiladen der Stadt.

Keinesfalls sollten sie sich über Lust und Frust ihrer besseren Hälften austauschen. Außerdem sind wir Mädels ja gar nicht so liebreizend schwesterlich, wie wir immer tun, ein bisschen Konkurrenz ist schon dabei. Und wenn mir eine Freundin berichtet, dass sie ihrem Mann letzte Nacht die Flamingostellung mit dreifach springendem Koikarpfen geschenkt hat, packt mich doch der Ehrgeiz.

Klar, sage ich dann, Flamingo mach ich auch! Und der Liebste? Der freut sich nächstens über die ungewohnte Akrobatik. Und woher der Anstoß dazu kam, das ist ihm in dem Moment egal – Hauptsache, der Karpfen hüpft! Flirten: Tipps auf COSMOPOLITAN Online >>

Studie: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf SHAPE Online >>

Kategorien: