Die wahre Geschichte eines Inzestkindes

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Eine Frau erzählt ihre Geschichte - die Geschichte eines Inzestkindes
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Wenn der Vater der Großvater ist

Jahrelang hat Rexan Jones nur mit sehr wenigen Menschen über ihre Vergangenheit und ihre Kindheit gesprochen. Doch nun bricht sie ihr Schweigen öffentlich.

Wenn Rexan Jones früher nach ihren Eltern gefragt wurde, antwortete sie meistens, dass sie adoptiert sei. Eine Lüge, die sie sich ausdachte, um sich und ihre Angehörigen zu schützen. Doch warum?

Rexans Vater ist gleichzeitig ihr Großvater. Er missbrauchte seine eigene Tochter, die daraufhin schwanger wurde. Ihre sieben Tanten und Onkel sind so gleichzeitig auch ihre Brüder und Schwestern. Rexan ist ein Inzestkind .

Lange Zeit blieb der Missbrauch unbemerkt

Über viele Jahre erduldete Rexans Mutter den Missbrauch. In einem Interview mit der Marie Claire , die ihre Geschichte veröffentlichte, sagte Rexan selbst: "Meine Mutter ließ den Missbrauch über sich ergehen, da sie eine Vereinbarung mit meinem Vater hatte: Mach mit mir, was du willst, aber lass meine Geschwister in Ruhe." Erst nach der Geburt ihrer eigenen Tochter sollte sie herausfinden, dass sich ihr Vater nie an diese Vereinbarung gehalten hatte.

Das veranlasste Rexans damals 18 Jahre alte Mutter dazu, ihre Familie zu verlassen und den Missbrauch endlich zu melden. Bisher konnte die Familie den Behörden immer entwischen. Sie lebten in verschiedenen Hotels und kapselten sich von der Gesellschaft ab.

Als ein Bluttest bewies, dass Rexan das Ergebnis inzestuösen Missbrauchs ist, wurde endlich gegen den Vater vorgegangen. Er wurde zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Heute ist er wieder auf freiem Fuß. Sein Aufenthaltsort kann allerdings, da er als Sexualstraftäter registriert ist, überprüft werden. Rexan tut dies regelmäßig, um ihm nie wieder begegnen zu müssen.

Mit der Verhaftung ihres Vaters endete der Missbrauch jedoch nicht. Rexans Mutter wurde drogensüchtig und setzte die tragische Geschichte der Misshandlungen fort. Sie nahm sich selbst das Leben, als ihre Tochter noch nicht einmal fünf Jahre alt war. Rexan musste fortan bei ihrer Großmutter leben, für die sie ein "Kind des Satans" war. Ihre Teenagerjahre waren erfüllt von Wut und Hass. Drogen und Alkohol wurden zu ihren ständigen Begleitern. Bis Rexan mit 16 schwanger wurde.

Ihre erste Schwangerschaft veränderte alles

Ihr Kind wurde zum Mittelpunkt ihres Lebens. Drogen und Alkohol schwor sie ab. Für Rexan stand augenblicklich fest, dass sie ihrem Kind ein besseres Leben bieten möchte. Ihr eigenes Leben änderte sich noch einmal, als sie mit 17 von der Sozialarbeiterin adoptiert wurde, die auch schon ihrer Mutter geholfen hatte.

Zum ersten Mal hatte Rexan ein fast normales Leben. Sie schloss die Highschool ab und heiratete den Vater ihres ersten Sohnes. Das Paar bekam kurze Zeit darauf ein weiteres Kind. Ihre Vergangenheit konnte Rexan jedoch nie hinter sich lassen. Depressionen und Panikattacken begleiteten sie. Nach einem Selbstmordversuch wurde Rexan in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Hier begann sie nicht nur ihre Geschichte zu erzählen, sondern auch damit, sie aufzuschreiben.

Heute sagt Rexan: "Ich habe genug Zeit meines Lebens damit verbracht, wütend zu sein. Ich war wütend über meine Vergangenheit, auf meine Familie und über die Fähigkeit der Menschen, so böse zu sein. Ich bin fertig damit."

Ihre zwei Söhne geben ihr Halt und motivieren sie ihr Leben zu leben und glücklich zu sein. Von ihrem Ehemann ließ Rexan sich scheiden. Dates sind schwieirg für sie, doch sie versucht es. Als Inzestkind sind körperliche und emotionale Nähe eine ziemlich große Herausforderung für Rexan. Auch ihre Gesundheit ist ein Problem. Da ihre Gelenke nicht richtig entwickelt sind, leidet sie bereits jetzt an Arthritis. Bereits zweimal kämpfte sie gegen Gebärmutterhalskrebs. Für Rexan ist die Wahrscheinlichkeit an Erbkrankheiten, die in der Familie ihrer Eltern vorkommen, zu erkranken überdurchschnittlich hoch.

Dennoch gibt sie nicht auf. Sie hat eine Selbsthilfegruppe für Menschen gegründet, die Ähnliches erlebt haben und möchte eine Community von Überlebenden formen. Ein Therapiehund hilft ihr, mit ihren Panikattacken umzugehen.

"Ich habe meinen Frieden mit der Vergangenheit geschlossen. Ich möchte heute über die Gegenwart und die Zukunft - meine Karriere, meine Tiere, meine Hoffnung für die Liebe und meine tollen, wundervollen Söhne - sprechen."

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