Die Wahrheit über Inhaltsstoffe in der Kosmetik

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Foto: Corbis

Was ist da drin?

In unserer Kosmetik stecken Inhaltsstoffe, die umstritten sind. Zu Recht? Antworten gibt Dr. Suzan Fiack vom Bundesinstitut für Risikobewertung!

Darf man Cremes mit Parabenen verwenden?

Eigentlich verhindern diese Konservierungsstoffe, dass Bakterien in Cremes gelangen. In die Kritik sind Parabene geraten, weil sie eine hormonähnliche Wirkung haben und damit das Risiko für Brustkrebs erhöhen könnten. Dazu sagt Dr. Suzan Fiack: "Parabene dürfen in Kosmetika nur eingesetzt werden, wenn gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte in den einzelnen Produkten nicht überschritten werden. Das Wissenschaftliche Komitee der Europäischen Union hält Parabene in diesen Mengen für unbedenklich."

Soll man auf Deos mit Aluminiumsalzen besser verzichten?

Aluminiumsalze in Antitranspirantien verengen die Schweißdrüsen, sodass wir weniger schwitzen. Kritiker bemängeln, sie könnten sich im Gewebe anlagern und die Entstehung von Brustkrebs fördern. Dazu sagt Dr. Fiack: "Durch Deos gelangen nur relativ wenig Aluminiumsalze in die Haut. Die zuständige Europäische Kommission hält aluminiumhaltige Deos deshalb für vertretbar." Aluminium wird aber auch über andere Quellen wie z. B. Lebensmittel aufgenommen. "Um eine zu hohe Aluminiumaufnahme zu vermeiden, sollte man die Deos nicht übermäßig verwenden und nach der Rasur oder bei geschädigter Haut besser darauf verzichten", so Dr. Fiack.

Ist die Kritik an manchen Nano-Sonnencremes berechtigt?

Einige Sonnenschutzcremes mit mineralischem UV-Filter enthalten winzige Nano-Teilchen wie z. B. Nano-Zinkoxid und Nano-Titandioxid. Sie haben den Vorteil, dass sie die Haut nicht mit einem weißen Schimmer überziehen. Kritiker fürchten, die Nano-Teilchen könnten durch die Haut ins Blut gelangen. Dr. Fiacks Meinung dazu: "Bisherige Prüfungen haben ergeben, dass nur wenige dieser Partikel in die obere Hautschicht gelangen. Nach einigen Tagen werden sie durch das Haarwachstum und die Zellerneuerung der Haut wieder an die Oberfläche transportiert. Gesundheitliche Risiken bestehen nach jetziger Erkenntnis nicht."

Sind Silikone in Cremes und Shampoos schädlich?

Sie sorgen für ein tolles, seidiges Gefühl auf der Haut und lassen Haare schön glänzen. Trotzdem haben Silikone einen schlechten Ruf. Berechtigt? Dr. Fiack: "Pauschal lässt sich die Frage leider nicht beantworten, denn unter der Bezeichnung Silikone wird eine große Anzahl synthetischer Beauty-Wirkstoffe zusammengefasst." Grundsätzlich gelten Silikone aber als relativ sicher, weil ihre Moleküle so groß sind, dass sie auf der Haut bleiben. Belastend sind sie aber für die Umwelt, da Silikone biologisch nicht abbaubar sind.

Gibt es bei uns auch BB-Cremes, die Krebs erregen können?

BB-Cremes gleichen Unregelmäßigkeiten der Haut aus und mindern Pigmentflecke. In Asien sind sie super-angesagt, weil sie einen Porzellanteint zaubern. Dafür sorgt dort der Hautaufheller Hydrochinon. Dazu Dr. Fiack: "Hydrochinon steht im Verdacht, Krebs zu erregen, und ist deshalb in Europa in Kosmetika verboten." Erlaubt ist dagegen der Wirkstoff Arbutin, der in der Haut wiederum Hydrochinon freisetzen kann. "Das Bundesamt für Risikobewertung hält Arbutin deshalb für gesundheitlich bedenklich", so Dr. Fiack. Wer also auf Nummer sicher gehen will, kauft eine BB-Creme ohne Arbutin. Oder weicht auf eine getönte Tagescreme aus.

Beauty-Lieblinge der Redaktion

1. Haar-Spülung ohne Silikone: "Hafer Aufbau-Spülung", Weleda, ca. 10 Euro

2. Creme ohne Parabene: "Straffende Nachtpflege mit BIO-Klettenfruchtessenz", Florena, ca. 8 Euro

3. BB-Creme ohne Arbutin und mit Bio-Siegel: "Beauty Balm - 6 in 1 Getönte Feuchtigkeitscreme", Lavera, ca. 11 Euro

4. Mineralische Sonnencreme ohne Nano-Teilchen: "Kids Sun Spray LSF 50+", Eucerin, ca. 20 Euro; erhältlich in Apotheken

5. Deo ohne Aluminiumsalze: "Balsam Deo Sensitive"-Roll-on, Sebamed, ca. 4 Euro